Schienenverkehr

Arbeit der Taskforce der Bahn zeigt erste Wirkung

S-Bahn (Foto: obs/Deutsche Bahn AG/Uwe Miethe)

Aufgrund von technischen Problemen, personellen Engpässen und zwei Fahrplanwechseln ist es zu Problemen im Schienenpersonennahverkehr im Land gekommen. Land und Bahn vereinbarten ein Maßnahmenbündel, die Bahn rief eine Taskforce ins Leben. Nach einer ersten Zwischenbilanz hat sich die Lage inzwischen entspannt und verbessert.

Die Arbeit der Taskforce von DB Regio Baden-Württemberg zeigt erste Wirkung. Auf einer Pressekonferenz haben Verkehrsminister Winfried Hermann und David Weltzien, Vorsitzender der Regionalleitung DB Regio Baden-Württemberg, eine erste Zwischenbilanz gezogen. „In den vergangenen vier Wochen hat sich die Lage bereits entspannt und verbessert. Jetzt gilt es, unseren Kunden dauerhaft das zu bieten, was sie von uns erwarten: Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit“, so Weltzien.

Nach Start des Übergangsvertrags am 1. Oktober ergab sich für die DB Regio Baden-Württemberg ein komplexes Betriebsgeschehen, das geprägt war einerseits von technischen Problemen mit den Fahrzeugen, und insbesondere im Oktober durch einen unerwartet hohen Krankenstand bei Triebfahrzeugführern und Kundenbetreuern. Das Land und DB Regio Baden-Württemberg haben deshalb noch im Oktober ein erstes Maßnahmenbündel vereinbart, um den Problemen gegenzusteuern. Ende November hat die Bahn darüber hinaus eine Taskforce ins Leben gerufen, die sich in den fünf Kernbereichen Fahrzeuge, Personal, Pünktlichkeit, Fahrplanwechsel und Kommunikation um den stabilen Betrieb kümmert. Zudem entschuldigte sich DB Regio mit einer Gutscheinaktion bei den besonders betroffenen Fahrgästen auf der Rems- und auf der Frankenbahn.

Ein Umstand, der mit zur schwierigen Betriebssituation beigetragen hat, ist, dass DB Regio Baden-Württemberg innerhalb kurzer Zeit praktisch zwei Fahrplanwechsel – zum 1. Oktober mit Beginn der Übergangsverträge und zum 11. Dezember, dem regulären Fahrplanwechsel – zu bewältigen hatte. Eine solche Situation gab es bisher noch nicht. „Jeder Fahrplanwechsel bringt Unruhe in das System, da sich neue Abläufe erst einspielen müssen“, so Weltzien. „Die Arbeit der Taskforce hat die Novemberwerte verbessert und dazu beigetragen, dass der Wechsel am 11. Dezember relativ reibungslos funktionierte.“ 

„Wir können als Besteller der Nahverkehrszüge schlechte Leistungen nicht dulden. Deshalb haben wir interveniert. Denn Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Sauberkeit und Sicherzeit müssen die zentralen Qualitätsmerkmale des Schienenpersonennahverkehrs sein. Dafür bezahlt das Land. Daher begrüße ich die Entscheidung der DB Regio Baden-Württemberg, die besonders betroffenen Fahrgäste und treuen Kunden zu entschädigen“, so Verkehrsminister Winfried Hermann. Wichtiger als Entschädigungen sind die rasche Beseitigung der Mängel und eine deutliche Qualitätssteigerung, die keinen Anlass für Kundenkritik bietet. „Es war richtig, dass wir uns frühzeitig und kontinuierlich ausgetauscht und uns auf konkrete Maßnahmen verständigt haben.“ Dazu gehört unter anderem, dass zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember keine Fahrzeugneuzugänge mehr ohne vorherige ausführliche Tests in den Regelbetrieb genommen wurden.

Jede Woche erbringt DB Regio Baden-Württemberg mit rund 10.500 Zügen eine Leistung von durchschnittlich 700.000 Zugkilometern. In der vergangenen Woche (KW 50) sind davon 87 Züge auf Teilstrecken und 78 Züge auf dem gesamten Laufweg ausgefallen. Das entspricht einer Ausfallquote von etwa 1,5 Prozent. Der vom Verkehrsunternehmen selbst beeinflussbare Anteil belief sich auf etwa die Hälfte. Dieser Anteil ist in den vergangenen vier Wochen um über ein Drittel zurückgegangen. „Dies zeigt“, so Weltzien, „dass unsere Maßnahmen greifen und erste Wirkungen spürbar sind.“ Ziel ist es, dauerhaft wieder auf unter ein Prozent Ausfallquote zu kommen.Gemäß den Vereinbarungen der Übergangsverträge werden in den kommenden Monaten zahlreiche modernere Fahrzeuge (Doppelstockwagen, Triebwagen, Loks) aus anderen Regionen Deutschlands in Baden-Württemberg eingesetzt. Alle Fahrzeuge werden in den Werkstätten im Land zunächst aufgearbeitet und durchlaufen vor ihrem Einsatz einen Probebetrieb. Viele der Fahrzeuge wurden erst jetzt nach dem Fahrplanwechsel in den anderen Regionen frei für den Einsatz im Land. Weltzien: „Erst wenn wir sicher sind, dass die neuen Fahrzeuge ohne Probleme fahren, werden sie in den Regelbetrieb überführt.“ Durch den Einsatz der neueren Fahrzeuge sinkt das Durchschnittsalter des Fuhrparks um rund 15 Jahre.

Für die Aufarbeitung der Fahrzeuge hat DB Regio Baden-Württemberg Spezialisten aus dem ganzen Bundesgebiet angefordert. So arbeiten derzeit rund 20 Mitarbeiter aus den DB-Werkstätten Köln, Kassel, Wittenberge und Dessau in den Werkstätten in Ulm, Freiburg und Stuttgart. Zusätzlich sind fünf Spezialisten eines Motorenherstellers im Einsatz. Um in den eigenen Werkstätten zusätzliche Kapazitäten zu schaffen, sind Instandhaltungsarbeiten temporär auch an Standorte außerhalb Baden-Württembergs verlagert worden. Zudem wird es über den Jahreswechsel Sonderschichten geben. An den Standorten Heilbronn und Stuttgart Hauptbahnhof werden zusätzliche Bereitschaften für Triebfahrzeugführer und Kundenbetreuer vorgehalten, um bei kurzfristig auftretenden Personalengpässen Abhilfe zu schaffen.

„Geschäftsführung und Mitarbeiter der DB Regio arbeiten unter hohem Druck daran, die aufgetretenen Missstände zeitnah abzustellen“, sagte Hermann. „Wir erwarten daher, dass die gemeinsam vereinbarten Maßnahmen auch in den kommenden Wochen die erhoffte Wirkung erzielen und nachhaltig wirken.“

Quelle:

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