Brexit

Hoffmeister-Kraut befürchtet „spürbare Folgen“ für Südwest-Firmen

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau (Bild: dpa)

Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut äußerte ihr Bedauern über das Brexit-Votum und befürchtet, dass dies für die Wirtschaft in Baden-Württemberg spürbare Folgen haben kann.

Nach dem Votum der Briten für einen Ausstieg aus der EU sagte Wirtschaftsministerin Dr. Hoffmeister-Kraut: „Die Bürgerinnen und Bürger in Großbritannien haben mit Mehrheit für einen Austritt aus der EU gestimmt. Dieses Ergebnis müssen wir mit Respekt zur Kenntnis nehmen. Gleichwohl bedauere ich sehr diese Entscheidung, es ist kein schönes Signal für Europa. Für die Wirtschaft in Baden-Württemberg kann die Entscheidung nun spürbare Folgen haben.“

Großbritannien sei für Baden-Württemberg als sechstgrößtes Abnehmerland ein wichtiger Handelspartner, gerade im Export. 2015 seien aus Baden-Württemberg Waren im Wert von 12,3 Milliarden Euro nach Großbritannien exportiert worden, so die Ministerin. Der Absatz baden-württembergischer Produkte dorthin konnte gegenüber 2014 um zwölf Prozent gesteigert werden.

Alle Schlüsselindustrien im Südwesten – Autobauer, Auto-Zulieferer, der Maschinenbau und pharmazeutische Erzeugnisse – dürften nun davon betroffen sein, wie Großbritannien und EU die künftigen Beziehungen und den gegenseitigen Handel gestalten. Diese mindestens zwei Jahre laufenden Verhandlungen müssten jetzt abgewartet werden, so Hoffmeister-Kraut weiter.

Hoffmeister-Kraut: „Wir dürfen das Projekt einer Union, die für die längste Zeit seit Menschengedenken Frieden in Europa geschaffen hat, nicht gefährden. Genauso wenig wie die Idee eines starken, gemeinsamen Wirtschaftsraums, der gegenüber Konkurrenten wie den USA oder China/Asien bestehen kann. Unabhängig von den Gründen, die innerhalb Großbritanniens zu diesem Ergebnis geführt haben, müssen wir überlegen, wie es künftig in der EU weitergehen soll. Denn in vielen Ländern gibt es eine zunehmend europakritische Haltung, die man nicht ignorieren darf.“

Man benötige gegebenfalls mehr Mut zu Varianz und zu verschiedenen Lösungen innerhalb der EU. Der deutsche Föderalismus kenne diese Idee der Subsidiarität gut. Es sei nicht immer die höchste Ebene, sondern oft sogar die unterste, auf der Dinge am besten geregelt und erledigt werden könnten. Dieser Wettbewerb habe nicht zuletzt Baden-Württemberg stark gemacht, betonte die Ministerin.

Weitere Meldungen

Symbolbild zur Künstlichen Intelligenz mit einem Prozessor und dem Schriftzug "AI Artificial Intelligence Technology"
Künstliche Intelligenz

Baden-Württemberg drängt auf praktikable KI-Regeln

Logo der Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg
Wirtschaft

„Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg“ wird fortgesetzt

Die Altstadt von Meersburg am Bodensee.
Tourismus

Zahl der Gäste im Land erreicht Rekordhoch

Eine Lehrerin in der Grundschule mit Schülerinnen und Schülern.
Öffentlicher Dienst

Tarifabschluss im öffentlichen Dienst

Gruppenbild anlässlich der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg und der ukrainischen Region Lwiw
Absichtserklärung

Baden-Württemberg und Lwiw vertiefen wirtschaftliche Zusammenarbeit

DEHOGA Cup
Start-up BW

Kleinblatt GmbH aus Stuttgart gewinnt den DEHOGA CUP

Forscher im Forschungszentrum M3 des Universitätsklinikums Tübingen
Innovation

Land fördert Digitales Innovationszentrum am Uniklinikum Freiburg

GNSS-Empfänger mit Sonnenaufgang
Digitale Infrastruktur

Satellitenpositionierungsdienst SAPOS® stark genutzt

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 10. Februar 2026

Ein Mann hält ein Ringbuch mit Bauplänen, mit dem Zeigefinger deutet er auf ein Baufeld
Flächenmanagement

„Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ wird gestärkt

Container werden auf einem Container-Terminal transportiert. (Foto: © dpa)
Außenwirtschaft

Wirtschaftsrepräsentanz in Japan neu besetzt und gestärkt

Auszubildende in einer Berufsschule (Foto: © dpa)
Ausbildung

Duale Ausbildungsvorbereitung erhöht Karrierechancen

Firma WMB Ventilatoren GmbH in Obersontheim
Ländlicher Raum

Bewerbungsstart für „Spitze auf dem Land!“

Transportroboter im öffentlichen Raum
Urbane Robotik

Land fördert robotische Systeme im städtischen Raum

Mittelständischer Betrieb in Baden-Württemberg bei der Taschenherstellung aus alten PET-Flaschen (Symbolbild, © dpa)
Wirtschaft

Landtag beschließt neugefasste Mittelstandsförderung