Forst

Weniger Auerhähne als im Vorjahr

Das Ergebnis der Balzplatzzählung von 2026 kann mit 93 gezählten Auerhähne nicht an das Ergebnis des Vorjahres anknüpfen. Es ist noch nicht abschätzbar, ob es nur Populationsschwankungen sind oder eine echte Abnahme.

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Ein Auerhuhn steht im Wald.
Symbolbild

„Das Auerhuhn ist der Charaktervogel des Schwarzwalds und ist vom Aussterben bedroht. Daher beobachten wir die Entwicklung des Tieres sehr genau. Das Ergebnis der Balzplatzzählung von 2026 kann leider nicht an das des Vorjahres anknüpfen. Mit 93 gezählten Hähnen liegen wir bei unter 100 nachgewiesenen Tieren. Es ist noch nicht abschätzbar, ob es nur Populationsschwankungen sind oder eine echte Abnahme. Daher gilt es unseren Maßnahmenplan zum Erhalt des Auerhuhns konsequent fortzusetzen und die Tiere weiterhin aktiv zu unterstützen“, sagte die Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat, Marion Gentges, am 17. Juli 2026.

Im Vorjahr konnten noch 103 balzende Hähne an den Balzplätzen registriert werden. Ob die diesjährigen Zählungen den Beginn eines längerfristigen Rückgangs markieren oder ob es sich um eine Schwankung innerhalb der ohnehin kleinen Population handelt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

Auerhuhn ist auf mosaikartig verteilte Fläche angewiesen

Das Auerhuhn ist aufgrund seines großen Streifgebiets auf strukturreiche, lichte und störungsarme Wälder auf einer mosaikartig verteilten Fläche angewiesen. Im Schwarzwald sind diese Lebensräume zunehmend beeinträchtigt. Dichter werdende Waldbestände und ansteigende Populationen von Räubern wie dem Fuchs oder Marder erschweren es dem Auerhuhn zunehmend.

Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen und Erfahrungen aus der praktischen Umsetzung von Schutzmaßnahmen belegen die Wirksamkeit bei der Gestaltung von Lebensräumen. „Im Staatswald zeigt sich, dass unsere Auerhuhn-Schutzmaßnahmen erfolgreich in die Waldbewirtschaftung integriert werden können. In Teilgebieten ehemals verwaisten Balzplätze kehren erfreulicherweise die Tiere wieder zurück“, erläuterte Ministerin Gentges.

Diese positiven Entwicklungen konnten ebenfalls im Nationalpark Schwarzwald nach Pflegeingriffen beobachtet werden. „Allerdings, um die Auerhühner im Schwarzwald zu bewahren, müssten die Maßnahmen zielstrebig weitergeführt und auf möglichst große, zusammenhängende Flächen ausgeweitet werden. Die Waldbesitzer sollten die Forstwirtschaft in den Hochlagen des Schwarzwaldes auf das Auerhuhn abstimmen, damit die Art nicht verschwindet“, sagt Raffael Kratzer vom Nationalpark Schwarzwald.

Schutz des Auerhuhns kann nur im Schulterschluss von Forst, Jagd und Naturschutz gelingen

Auch Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann betont, dass der Schutz des Auerhuhns nur im Schulterschluss von Forst, Jagd und Naturschutz gelingen könne. Die Jägerschaft bringe sich seit vielen Jahren aktiv beim Monitoring ein und engagiere sich gemeinsam mit ForstBW und weiteren Partnern in Modellprojekten zum Prädatorenmanagement. Die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten mache Hoffnung, dass sich die Bestände dort positiv entwickeln können, wo die Maßnahmen beharrlich und langfristig umgesetzt werden.

Das Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat setzt sich mit der Umsetzung des Maßnahmenplans 2023–2028 konsequent für den Schutz und die Entwicklung des Auerhuhns ein. „Unser Ziel ist es weitere Lebensräume für das Auerhuhn aufzuwerten. Dabei stellt das Land jährlich rund 500.000 Euro an Fördermitteln insbesondere für Privat- und Kommunalwaldbesitzern zur Verfügung“, betonte Ministerin Marion Gentges.

Zudem unterstützt und berät der Verein Auerhuhn im Schwarzwald e. V. bei der Planung und Umsetzung entsprechender Maßnahmen oder bei der Stellung von Förderanträgen. Bereits aufgewertete Flächen werden durch die Auerhühner verstärkt aufgesucht. 

Als Schirmart steht das Auerhuhn stellvertretend für eine ganze Artengruppe, die umfangreich von den lebensraumgestaltenden Maßnahmen profitiert.

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