Schienenpersonenverkehr

Zukunftsfahrplan für starken Schienenpersonenverkehr

Der Bahnverkehr Baden-Württemberg richtet sich mit dem „Zukunftsfahrplan“ noch stärker an den Fahrgästen aus und erhöht die Zuverlässigkeit.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Doppelstockzug von vorne.

Das Ziel ist klar: Der Schienenpersonenverkehr (SPNV) in Baden-Württemberg soll noch stärker an den Bedürfnissen der Fahrgäste ausgerichtet und zuverlässiger werden. Deshalb arbeitet das Land gemeinsam mit Expertinnen und Experten am „Zukunftsfahrplan“.

Starker, verlässlicher und klimafreundlicher SPNV

Verkehrsminister Winfried Hermann sagte bei der Eröffnungsrede der Veranstaltung „Zukunftsfahrplan: Zwischenbilanz und Perspektive“ im Haus der Architekten: „Der Zukunftsfahrplan ist unser langfristiger Kompass für einen starken, verlässlichen und klimafreundlichen SPNV in Baden-Württemberg. Zuverlässigkeit, attraktive Fahrplandichte und Qualität haben oberste Priorität. Nur wenn Züge pünktlich und verlässlich fahren, können wir neue Fahrgäste gewinnen. Unsere Ziele sind ambitioniert. Im Projekt Zukunftsfahrplan erarbeitet das Land im Dialog mit der Fachöffentlichkeit die Etappen dorthin.“

Der Startschuss für das Projekt fiel im Sommer 2024. Das Ziel: eine umfassende Strategie für langfristige Angebots- und Qualitätsziele im SPNV in Baden-Württemberg zu entwickeln.

Über 200 Teilnehmende aus Politik, Verwaltung, Verbänden, Verkehrsunternehmen und Zivilgesellschaft waren digital und vor Ort zusammengekommen, um mit Verkehrsminister Hermann einen Blick in die Fahrplan-Werkstatt und die Projekt-Broschüre Zukunftsfahrplan Baden-Württemberg (PDF) zu werfen und um eine Zwischenbilanz zu ziehen. In zwei Podiumsdiskussionen wurden aktuelle Herausforderungen und Perspektiven des SPNV diskutiert – unter anderem mit Vertreterinnen und Vertretern der DB Regio, DB InfraGO, PRO BAHN, Verkehrsverbund Rhein-Neckar sowie der Vorarlberger Landesregierung.

Zwischenbilanz: Landesstandard zu 85 Prozent umgesetzt

Mit dem Zielkonzept 2025 hatte sich das Land klare Maßstäbe für den Ausbau seines Angebots gesetzt: „Jede Stunde auf allen Strecken.“ Heute fährt auf allen regelmäßig frequentierten Strecken mindestens stündlich ein Zug – auf stark genutzten Linien halbstündlich oder öfter. „Der Landesstandard für den SPNV in Baden-Württemberg, den wir uns vor über zehn Jahren als Ziel vorgenommen haben, ist bereits gut umgesetzt worden. Er ist heute auf 85 Prozent der Zugstrecken erreicht“, so Verkehrsminister Hermann.

Zuverlässiger Fahrplan und höhere Betriebsstabilität

Das bestellte Zugangebot ist also sehr gut, doch es gibt Probleme mit der Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit. Ein wichtiges Ziel des Zukunftsfahrplan ist daher ein verlässlicher Fahrplan für einen qualitativ hochwertigen Schienenverkehr. Anhand der festgelegten Ziele analysieren Fach-Expertinnen und Fahrplaner die bestehende Schieneninfrastruktur, identifizieren Engpässe und entwickeln daraus einen intelligenten Fahrplan sowie eine konkrete Liste an Anforderungen an die Infrastruktur:

  • Zur Verbesserung der Pünktlichkeit sollen bei neuen Fahrplänen beispielsweise ausreichend Mindesthaltezeiten eingeplant werden, um genug Zeit für den Fahrgastwechsel zu gewährleisten – insbesondere an stark frequentierten Bahnhöfen und Knotenpunkten.
  • Die Anschlüsse zwischen den Zugverbindungen sowie zwischen Bus und Bahn müssen funktionieren. Dabei sollen bei der Fahrplanerstellung beispielsweise ausreichend Umsteigezeiten berücksichtigt werden, damit Umstiege verlässlich möglich sind.
  • Komfort und Platz sind entscheidend, damit Menschen vom Auto auf den Zug umsteigen. Alle Fahrgäste sollen möglichst einen Sitzplatz erhalten. Zudem wird für ausreichend Platz für Rollstühle, Kinderwagen sowie Fahrräder gesorgt sein.
  • Sicherheit und Sauberkeit sind wichtig. Fahrgäste und Mitarbeiterinnen sollen sich sicher und wohlfühlen. Das Land stellt über die Verkehrsverträge die Mittel für Sicherheitsbegleitung bereit. Die Sauberkeit wird standardisiert überprüft.

Mobilitätsgarantie auf der Schiene

Der Zukunftsfahrplan ist das zentrale Konzept zur langfristigen Weiterentwicklung des SPNV in Baden-Württemberg und bildet die Grundlage für das verkehrspolitische Leitbild der Mobilitätsgarantie im SPNV. Seit 2024 wurden in acht Regionalforen landesweit regionale Anforderungen, Angebotsideen und Qualitätsstandards diskutiert. Die bisherigen Ergebnisse fließen nun in die konkrete zukünftige Fahrplangestaltung und Infrastrukturplanung ein.

Dialog als Erfolgsmodell

Peter Rumpf, Geschäftsführer der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg mbH (NVBW), erklärte: „Der Dialogprozess hat geholfen, strategische verkehrliche Zielsetzungen in Resonanz zu bringen mit den Fragen, Impulsen und Bedarfen vor Ort. Viele Menschen haben sich mit ihrer Expertise und Perspektive eingebracht. Es ist nicht immer ganz einfach, die Fülle der Aspekte gut zu verarbeiten, aber der Prozess lohnt sich, weil er eine Chance für bessere Lösungen und größere Akzeptanz ist. In der Umsetzung des Zukunftsfahrplan sind die erarbeiteten Ergebnisse eine wichtige Leitlinie, beispielsweise für die Priorisierung von Infrastrukturmaßnahmen aus Landessicht.“

Perspektive des Zukunftsfahrplans

2026 soll der Zielfahrplan vorliegen, der die strategische Grundlage für künftige Ausschreibungen des Zugverkehrs und den Ausbau der Schieneninfrastruktur nach 2040 bilden wird. Die Umsetzung wird schrittweise in verschiedenen Etappen erfolgen (2028, 2033, 2040+X). Der Dialogprozess soll fortgesetzt und die Öffentlichkeit wird kontinuierlich über die Online-Plattform zukunftsfahrplan.de informiert werden.

Finanzierungsverantwortung des Bundes

Um Zuverlässigkeit, Angebot und Qualitätsstandards im Sinne des Zukunftsfahrplan zu sichern, benötigt das Land ausreichend finanzielle Mittel. „Der Bund muss seiner Pflichtaufgabe besser nachkommen und den SPNV auskömmlich finanzieren. Er muss mehr Regionalisierungsmittel bereitstellen. Sonst werden unsere Erfolge im SPNV in Baden-Württemberg und der dringend notwendige Ausbau ausgebremst“, so Minister Hermann.

Weitere Meldungen

Eine Krankenpflegerin schiebt ein Krankenbett durch einen Flur.
Gesundheitssystem

Hildenbrand kritisiert Umsetzung der GKV-Reform

Ein Mitarbeiter scannt den Barcode eines Artikels für den Paketversand. (Bild: © dpa)
Wirtschaft

Hoffmeister-Kraut begrüßt Maßnahmen zum Bürokratieabbau

Ein Landwirt betankt sein Gespann mit Gülle um diese anschließend auf einem Feld auszubringen. (Foto: © dpa)
Landwirtschaft

Gentges fordert Aufstockung des Hilfspakets für Düngerpreise

Elektrischer Zug in schwarz-gelbem Design fährt durch eine grüne Landschaft.
Öffentlicher Nahverkehr

SWEG fährt künftig auch am Hochrhein

Landgericht Ulm
Justiz

Bekämpfung von sexuellem Kindesmissbrauch auf der Kippe

Ein Ingenieur der Porsche AG vermisst für die Digitalisierung einen Panamera (Bild: © dpa).
Automobilwirtschaft

Wirtschaftsministerin lädt zu Spitzengespräch ein

Forschende im Forschungszentrum M3 des Universitätsklinikums Tübingen
Hochschulen

Schnellbau-Initiative bringt zusätzlichen Investitionsschub

Staatssekretär Florian Haßler spricht beim Festakt zum Donauraum
Europa

Der Donauraum gehört zu unserer europäischen Identität

Symbolbild zur Künstlichen Intelligenz mit einem Prozessor und dem Schriftzug "AI Artificial Intelligence Technology"
EU-Donauraumstrategie

Europäische KI-Netzwerke stärken Witschaft

Staatssekretär Raimund Haser steht vor seinem Fahrrad mit einem Fahrradhelm auf dem Kopf und hält ein Handy in die Kamera.
Radverkehr

RadMelder startet auf der Landesgartenschau

Wirtschaftsministerkonferenz 2026
Wirtschaftsministerkonferenz

Mit Wettbewerb und Innovationen den Wirtschaftsstandort stärken

Kernkraftwerk Philippsburg ohne Türme (Aufnahme vom 03.06.2020)
Kernkraft

Beschädigte Brandschutztür im Kernkraftwerk Philippsburg

Eine Person erntet eine Traube bei der Weinlese.
Weinbau

Neue Verwaltungsvorschrift unterstützt Weinbau

Ein Mitarbeiter einer Straßenschilderfirma befestigt in Freiburg ein Verkehrsschild, das auf eine Umweltzone in der Innenstadt hinweist (Bild: dpa).
Digitalisierung

Baden-Württemberg startet digitales Verkehrszeichenkataster

Kernkraftwerk Neckarwestheim
Tätigkeitsbericht

Kernenergieüberwachung und Strahlenschutz 2025