Artenschutz

Wolf hat Schafe in Huzenbach bei Baiersbronn gerissen

Berechne Lesezeit
  • Teilen

Ergebnis der genetischen Analyse zeigt, dass die Schafe Ende Juli in Huzenbach bei Baiersbronn von einem Wolf gerissen wurden. Staatssekretär Andre Baumann sicherte dem Schafhalter zu, zeitnah und unbürokratisch seinen finanziellen Schaden über den Ausgleichsfonds Wolf erstattet zu bekommen.

Die Ende Juli in Huzenbach in der Gemeinde Baiersbronn gerissenen Schafe gehen auf das Konto eines Wolfes. Dies hat die genetische Untersuchung von Rissabstrichen im Senckenberg-Institut ergeben. Die Spuren hatten Mitarbeiter der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg (FVA) noch am selben Tag vor Ort gesichert, als die zwei Schafe aus einer Herde von rund 20 Tieren gerissen wurden. Ein drittes Tier ist seitdem verschwunden.

Die Fachleute der FVA gehen davon aus, dass es sich um den Wolf mit dem offiziellen Kürzel „GW 852m“ gehandelt hat, der bereits wiederholt im Nordschwarzwald nachgewiesen werden konnte. Aufgrund einer Kontamination der Proben mit Fuchsspuren konnte das Senckenberg-Institut das vorhandene Genmaterial allerdings keinem Wolfsindividuum zuordnen.

Schafe wurden außerhalb des Zauns gerissen

Nach den Feststellungen der FVA vor Ort belegt die Spurenlage, dass die Schafe außerhalb des Zaunes getötet wurden. Der FVA zufolge sei eine Schwachstelle des insgesamt gut aufgestellten Zaunes die zu geringe Erdung gewesen, ohne die kein ausreichender Stromschlag bei Kontakt möglich ist. Weder ein Ausbruch der Schafe, noch das Eindringen eines Wolfes könnten jedoch ohne ausreichende Erdung zuverlässig verhindert werden.

„Der Schafhalter wird zeitnah und unbürokratisch seinen finanziellen Schaden über den Ausgleichsfonds Wolf erstattet bekommen“, betonte Umweltstaatssekretär Andre Baumann. „Wir brauchen Weidetiere gerade auch im Nordschwarzwald. Die Schaf- und Ziegenbeweidung ist aus Sicht des Naturschutzes nicht ersetzbar“, sagte der Staatssekretär, der den Schafhalter kurz nach dem Vorfall persönlich besucht hatte.

„Wichtig ist daher, dass der Wolf sich jetzt nicht daran gewöhnt, in unzureichend gesicherten Herden quasi einen gedeckten Tisch vorzufinden“, sagte Staatssekretär Baumann. „Der Vorfall in Huzenbach zeigt erneut, dass die Nutztiere im Nordschwarzwald jetzt so schnell wie möglich wolfssicher eingezäunt werden müssen. Ein guter Herdenschutz im Nordschwarzwald hat Priorität.“

Mit der Ausweisung der Förderkulisse Wolfprävention im Nordschwarzwald am 25. Mai 2018 fördere das Land umfangreiche Herdenschutzmaßnahmen, darunter auch Elektrozäune und die erforderliche Erdung, mit 90 Prozent der Kosten, so Baumann weiter. „Der Wolf muss einen ordentlichen Schlag bekommen, wenn er sich einer Schafherde nähert“, sagte Andre Baumann. „Das erhöht die Chancen, dass er sich doch lieber im Wald seine Nahrung sucht, wo er genügend Rehe, Hirsche und Wildschweine finden kann.“

Bei noch unzureichendem Herdenschutz können Nutztierhalterinnen und Nutztierhalter kurzfristig über die FVA vom Umweltministerium bereitgestellte Notfall-Zaunsets sowie Flatterband mit Stangen für 1,20 Meter Höhe ausleihen.

Weitere Meldungen

Ein Landwirt betankt sein Gespann mit Gülle um diese anschließend auf einem Feld auszubringen. (Foto: © dpa)
Landwirtschaft

Gentges fordert Aufstockung des Hilfspakets für Düngerpreise

Abschlussveranstaltung zum Projekt "Nachhaltige Schulverpflegung" am 07.07.2026
Ernährung

Nachhaltige Schulverpflegung prägt Bewusstsein

Bio-Musterregion Heidenheim plus
Landwirtschaft

Meisterbriefe für Nachwuchs im Molkereihandwerk

Die frisch gekürte Badische Weinkönigin Rosa Kost (Mitte) steht mit den beiden ebenfalls frisch gekürten Badischen Weinprinzessinnen Tina Müller (links) und Viktoria Benz (rechts) auf der Bühne.
Weinbau

Rosa Kost ist neue Badische Weinkönigin

Kur- und Heilwald
Forst

Handbuch für Kur- und Heilwälder veröffentlicht

Unser Dorf hat Zukunft - Landesentscheid 2025: Griessen
Ländlicher Raum

Klettgau-Grießen gewinnt Silber bei „Unser Dorf hat Zukunft“

Eine Person erntet eine Traube bei der Weinlese.
Weinbau

Neue Verwaltungsvorschrift unterstützt Weinbau

Eine Frau und ein Mann bei der Weinlese.
Weinbau

Förderprogramm für den Weinbau gestartet

Sojabohnenernte in Umkirch
Landwirtschaft

Ernte auf gentechnisch veränderte Organismen untersucht

BW blüht
Biodiversität

Vorbildliche Projekte für Artenvielfalt ausgezeichnet

Firma WMB Ventilatoren GmbH in Obersontheim
Ländlicher Raum

Vier Millionen Euro für innovative Unternehmen

Menschen gehen auf einem Uferweg am Bodensee spazieren.
Tourismus

Tourismusinfrastruktur­programm 2027 startet

Ministerpräsident Cem Özdemir spricht während der Auftaktveranstaltung des Deutschen Bauerntags in Freiburg.
Bauerntag

Landwirtschaft als Zukunftsverantwortung

Europa, Deutschland, Schwarzwald
Landwirtschaft

Nachbesserungen bei Wieder­herstellungsverordnung gefordert

Luchsjunges
Forst

Erster Luchsnachwuchs nach 200 Jahren