Justiz

Innovationstag zu Künstlicher Intelligenz und Justiz

Über 50 Führungskräfte der Justiz haben sich beim Innovationstag zu Künstlicher Intelligenz (KI) in Ehningen zu laufenden KI-Vorhaben der Justiz und aktuellen Innovationen aus dem KI-Sektor ausgetauscht.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ministerialdirektorin Gerda Windey

Über 50 Führungskräfte der Justiz Baden-Württemberg haben sich am 24. Juli 2026 beim Künstliche Intelligenz (KI)-Innovationstag auf dem IBM Campus in Ehningen zu laufenden KI-Vorhaben der Justiz und aktuellen Innovationen aus dem KI-Sektor ausgetauscht. Interaktiv konnten die Vertreterinnen und Vertreter der Justiz in Workshops insbesondere verschiedene Justiz-KI-Anwendungen testen. Veranstaltet haben den KI-Innovationstag das Ministerium der Justiz und für Migration und die IBM Deutschland GmbH im Rahmen ihrer strategischen Innovationspartnerschaft.

Ministerialdirektorin des Ministeriums der Justiz und für Migration Gerda Windey sagte bei der Veranstaltung: „Gezielte KI-Lösungen sind Chancen für die Justiz. Wir müssen verlässliche, hilfreiche und souveräne KI-Systeme entwickeln. KI soll uns das Denken nicht abnehmen und die endgültige Entscheidungsfindung nicht ersetzen, kann und wird uns aber dabei unterstützen, Routineaufgaben zu bewältigen und komplexe Informationen zu verarbeiten. Der Fokus kann dann noch stärker darauf gelegt werden, komplexe Lebenssachverhalte zu durchdringen, besondere rechtliche Probleme zu lösen und Entscheidungen den Betroffenen zu kommunizieren.“

Die strategische KI-Innovationspartnerschaft zwischen dem Justizministerium und IBM besteht seit September 2025. Sie verfolgt unter anderem das Ziel, einen regelmäßigen Austausch zu zukunftsweisenden Technologien herzustellen und deren Transfer in konkrete Innovationsprojekte zu ermöglichen.

KI-Lösungen der Justiz in Baden-Württemberg

Im Dezember 2026 hat das Ministerium der Justiz und für Migration mit JANO für die Zivilgerichtsbarkeit eine KI-gestützte Software freigeschaltet, mit der Entscheidungen schneller und effizienter anonymisiert werden können. Eine Freigabe der Anwendung erfolgt nun zeitnah auch für die Strafgerichtsbarkeit und die Fachgerichte.

Ministerialdirektorin Gerda Windey: „Wer bereits einmal ein langes Urteil händisch anonymisiert hat, weiß, welcher Aufwand und welche Fehleranfälligkeit darin steckt. In diesem Zusammenhang freut es mich, dass wir JANO demnächst auch für die Strafgerichtsbarkeit und die Fachgerichte freigeben können.“

Weitere Schwerpunkte in der Entwicklung von KI-Anwendungen stellen die Projekte StruKI und INTAKT dar. StruKI wird als Assistenzanwendung bei der Zusammenfassung und Strukturierung von Justizverfahrensakten unterstützen. Auch das Projekt der Intelligenten Aktenfilterung (INTAKT), mit der aus einer umfangreichen Verfahrensakte die für die jeweilige Entscheidung relevanten Informationen extrahiert werden können, schreitet voran. Dies ist insbesondere für sogenannte Nebenverfahren, wie beispielsweise die Abrechnung der Prozesskosten, relevant.

Der KI-Innovationstag wurde mit einer Podiumsdiskussion abgeschlossen, an der Dr. Andreas Singer (Präsident des Oberlandesgerichts Stuttgart), Dr. Betina Rieker (Präsidentin des Landesarbeitsgerichts Baden-Württemberg), Jens Altemeier (Leitender Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Tübingen), Andrea Martin (CTO Ökosystem & Verbände, Leiterin IBM Watson Center Munich) und David Faller (Geschäftsführer der IBM Deutschland Research & Development GmbH) teilnahmen und sich zu der Frage austauschten, welchen Stellenwert KI in der Justiz künftig einnehmen wird.

KI-Anwendungen in der Justiz

Die Justiz Baden-Württemberg nimmt seit mehreren Jahren eine führende Rolle bei der Entwicklung und dem Einsatz von KI-Anwendungen ein. Bereits seit dem Jahr 2022 arbeiten das Ministerium der Justiz und für Migration und die IBM Deutschland GmbH erfolgreich in diesem Bereich zusammen. Durch diese Zusammenarbeit wurde beispielsweise die Bearbeitung der sogenannten Dieselklagen bei den Oberlandesgerichten Stuttgart und Karlsruhe durch den Einsatz von KI-gestützter Fallkategorisierung mit Hilfe des OberLandesGerichts-Assistenten (OLGA) beschleunigt. Der bestehende Technologie- und Servicerahmenvertrag ermöglicht die Fortsetzung dieser erfolgreichen Kooperation.

Weitere Meldungen

Tag der Nationalhymne in Rumänien
Handwerk

Wirtschaftsministerin reist nach Rumänien

Porträt Prof. Dr. Thomas Riecke-Baulecke
Schule

ZSL-Präsident geht in Ruhestand

von links nach rechts: Prof. Peter Middendorf (Rektor der Universität Stuttgart), Ministerpräsident Cem Özdemir, Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und Prof. Jan Hesthaven (Präsident des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT))
Sicherheit

Innovationen für Sicherheit, Verteidigung und Resilienz

Vier Jugendliche sitzen auf einer Freitreppe und betrachten etwas auf dem Smartphone
Bürgerbeteiligung

Auswahlprozess für neuen Jugendberaterkreis gestartet

Landgericht Ulm
Justiz

Staatsangehörigkeit von Tatverdächtigen wird genannt

Symbolbild zur Künstlichen Intelligenz mit einem Prozessor und dem Schriftzug "AI Artificial Intelligence Technology"
Wirtschaft

Erweiterung der SUSS MicroTec SE in Karlsruhe

Start-up WOW Challenge
Start-up BW

BLACKPIN.IOT im Landesfinale des „Start-up BW Elevator Pitch“

Lang gestreckter, historisch verzierter Raum mit hohen Rundbogenfenstern, Parkettboden und einer Orgel am Ende des Saals. Moderne Sitzmöbel und Tische bilden verschiedene Arbeits- und Aufenthaltsbereiche.
Vermögen und Bau

MINT-Exzellenzgymnasium in Bad Saulgau eröffnet

Vordere Reihe (von links nach rechts): Julia Hellmann, Minister der Justiz und für Migration Moritz Oppelt und Petra Klein  Hintere Reihe (von links nach rechts): Dr. Sarah Straub, Michael Kühn, Anne Stöhr, Panajotis Neuert und Claudia Österle
Justiz

Tag der ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer 2026

Auszeichnung der Gigabitkommunen mit Herrn Minister
Digitalisierung

Fast ein Drittel der Kommunen erreicht vollständige Gigabitversorgung

20261008_MIN Kriegsgräberfürsorge
Gedenken

Spenden für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

Bescheidübergabe Reallabor für physische KI am IPAI CAMPUS
Künstliche Intelligenz

Zehn Millionen Euro für Reallabor für physische KI am IPAI CAMPUS

Baden-Württemberg-Empfang am Landesstand auf der Frankfurter Buchmesse
Kultur- und Kreativwirtschaft

Landesstand auf der Frankfurter Buchmesse

Logo von Start up BW
Start-up BW

Gründerwasen 2026 in Stuttgart

Carsten Höfler
Polizei

Leitung des Polizeipräsidiums Ludwigsburg