Hochschulen

Land fördert Kleine Fächer mit insgesamt drei Millionen Euro

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Wissenschaftsministerin Theresia Bauer im Pfahlbaumuseum Unteruhldingen am Bodensee.

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer hat das Vorhaben „Archäologie der Zukunft“ im Pfahlbaumuseum Unteruhldingen besucht. Die Ur- und Frühgeschichte ist eines von vielen Kleinen Fächern der Hochschulen im Land. Trotz ihrer Bedeutung sind sie oftmals von Kürzungen und Einsparungen besonders betroffen. Die Landesregierung wirkt der prekären Lage entgegen.

Woher kommt der Mensch und wie entwickelte er sich? Wie lebten die Menschen in der Bodenseeregion vor tausenden von Jahren? Wie sah ihr Alltag aus? Lebten sie nach den Werten und Regeln zusammen, die wir auch heute noch kennen? Die Kleinen Fächer prägen unser Leben. Sie spiegeln die Vielfalt dessen wider, was es zu wissen gibt und liefern unverzichtbare Einsichten in unsere komplexe und vielfältige Welt.

„Hier im Pfahlbaumuseum wird deutlich, dass es immer auch um ganz grundsätzliche und spannende Fragen geht, mit denen sich Kleine Fächer beschäftigen. Ohne dieses Wissen und ohne diese Kompetenzen ginge uns etwas verloren. Es geht dabei nicht nur darum, unser kulturelles Erbe zu bewahren, sondern auch darum, Impulse für die Zukunft zu gewinnen und sich entlang der erzählten Geschichten im Jetzt verorten zu können. Die Ur- und Frühgeschichte und die vielen weiteren Kleinen Fächer an unseren Hochschulen im Land übernehmen eine wichtige Funktion in der Wissenschaftslandschaft und in unserer Gesellschaft: Die Fächer mögen zwar klein sein, ihre Bedeutung für die Gesellschaft dagegen ist von unschätzbarem Wert“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer bei ihrem Besuch im Pfahlbaumuseum Unteruhldingen.

Trotz ihrer Bedeutung ist die Lage der Kleinen Fächer vielfach prekär; oftmals sind sie von Kürzungen und Einsparungen besonders betroffen. Dadurch kann ein unwiederbringlicher Verlust von Wissen entstehen. Das Wissenschaftsministerium wirkt dem mit der „Landesinitiative Kleine Fächer“ entgegen. Das Land fördert mittlerweile 13 Projekte, in denen übergreifende, strukturelle Ansätze sowie richtungsweisende Handlungsmodelle für die Kleinen Fächer in Baden-Württemberg entwickelt werden. Dafür stehen bis zu drei Millionen Euro in einem Strukturfonds zur Verfügung.

Universität und Museum kooperieren beispielhaft

„Die Kleinen Fächer öffnen den Blick über den Tellerrand hinaus, den Blick für das vielleicht Unbekannte und Ungewohnte, und erweitern damit unser Denken. Denn nur in der Vielfalt der großen, mittleren und kleinen, der natur- oder der geisteswissenschaftlichen Fächer können wir unsere vielfältige und komplexe Welt erforschen und beschreiben“, so Ministerin Bauer.

Das gemeinsame Vorhaben des Pfahlbaumuseums Unteruhldingen und der Universität Tübingen „Archäologie der Zukunft – Direktvermittlung Wissen“ ist eines davon. Im Rahmen des Vorhabens entwickeln das Pfahlbaumuseum und der Masterstudiengang Museologie der Universität Tübingen im Fach Ur- und Frühgeschichte spezielle Unterrichtseinheiten, um Schülerinnen und Schülern schon früh die besondere kulturelle Bedeutung der Region um den Bodensee für die Menschheit bewusst zu machen. Damit wird zugleich auch ein interdisziplinärer Ansatz in der Ausbildung der Masterstudierenden unterstützt, der vor allem auch die museumspraktische Seite berücksichtigt.

Bauer: „Hier zeigt sich, wie eine enge und beispielhafte Kooperation von Universität und Museum aussieht, um die jeweiligen Kompetenzen bestmöglich zum Erhalt und Schutz des kulturellen Erbes der Region einsetzen zu können. Ich bin überzeugt, dass der Ansatz, auch neue Kanäle zu erproben, um beispielsweise archäologische und didaktische Erkenntnisse aus den Wissenswerkstätten direkt in die Gesellschaft zu transportieren, genau richtig gewählt ist.“

„Wir wollen verhindern, dass die unverzichtbaren Kompetenzen der Kleinen Fächer verloren gehen. Denn einmal verloren, sind sie kaum wiederzugewinnen. Und wir wollen die Kleinen Fächer unterstützen, in ihrer Bedeutung sichtbarer zu werden, so dass diese nicht erst bekannt werden, wenn die jeweiligen Forschungsthemen plötzlich aktuell werden“, so Bauer abschließend.

Die „Landesinitiative Kleine Fächer“

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst hat die „Landesinitiative Kleine Fächer“ ins Leben gerufen, in deren Rahmen seit 2015 unterschiedliche Maßnahmen und Instrumente entwickelt werden, um die Leistungsfähigkeit der Kleinen Fächer an den Universitäten zu sichern. Als eine Maßnahme sind unter anderem die Berufung des Zukunftsrates Kleine Fächer als zentrale Moderationsplattform sowie die Einrichtung eines Strukturfonds zu nennen, aus dessen Topf mittlerweile 13 Vorhaben im Land gefördert werden. Diese Vorhaben vereinen Originalität und Innovationskraft. Sie verbessern die häufig prekäre Situation der Kleinen Fächer durch Vernetzung und Erhöhung der Sichtbarkeit und schaffen so eine Grundlage für die Gesellschaft, weiterhin auf ein vielseitiges Wissenssystem zugreifen zu können.

Seit Juli 2016 werden Vorhaben gefördert, in denen in vorbildlicher Art und Weise zukunftsweisende Handlungs- und Strukturmodelle entwickelt werden, die die Wettbewerbsfähigkeit der Kleinen Fächer langfristig steigern. Im Rahmen einer zweiten Ausschreibung aus dem Strukturfonds wurden insgesamt sechs Anträge zur Förderung ausgewählt.

Pfahlbaumuseum Unteruhldingen

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