Schienenverkehr

Erster Zug mit Brennstoffzellen- oder Batterieantrieb im Land soll im Ortenaukreis fahren

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Franz Untersteller, Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft (Bild: © dpa)

Im Ortenaukreis wird ab 2021 voraussichtlich der erste Zug mit Brennstoffzellen- oder Batterieantrieb in Baden-Württemberg fahren. Die im kommenden Jahr beginnende Ausschreibung der Leistungen im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) im Netz 8 („Ortenau“) wird die Bedingung enthalten, dass die Bewerber Züge mit lokal emissionsfreien Antriebstechnologien wie etwa Brennstoffzellen- oder Batterieantrieb einsetzen.

Verkehrsminister Winfried Hermann erklärte: „Auf dem Weg in eine nachhaltige und umweltfreundliche Zukunft spielen innovative und intelligente Verkehrskonzepte eine bedeutende Rolle. Emissionsfreie Züge mit Brennstoffzellen- oder Batterieantrieb können eine umweltfreundliche Alternative zu den vorhandenen Dieseltriebzügen im Schienenverkehr sein. Wo der Bau einer Oberleitung zu teuer ist, müssen neue und klimaneutrale Technologien zum Einsatz kommen.“ Auf etwa 90 Kilometern und damit auf der Hälfte der Schienenstrecken im Netz 8 gibt es noch keine elektrische Oberleitung. Nach ersten groben Schätzungen wäre der Bau einer Oberleitung etwa viermal so teuer wie der Einsatz von Batterie- oder Brennstoffzellenzügen.

Minister Hermann informierte den Landrat des Ortenaukreises, Frank Scherer, und die Oberbürgermeisterin der Stadt Offenburg, Edith Schreiner, in einem Schreiben über die „nahezu idealen Voraussetzungen für den Einsatz“ neuer elektrisch angetriebener Züge mit Brennstoffzellen oder Batterien im Ortenaukreis. Der geplanten Ausschreibung für das SPNV-Netz 8 gingen eine zweijährige Untersuchung und Markterkundung sowie eine Vielzahl an Gesprächen von Experten aus dem Verkehrsministerium, der NVBW und der e-mobil BW mit der Industrie, Eisenbahnunternehmen und Fachleuten aus der Brennstoffzellen- und Wasserstoffbranche voraus. Für nicht elektrifizierte Schienenstrecken bieten alternative Antriebsmethoden wie etwa Batterietriebzüge oder der Brennstoffzellenantrieb, bei dem Wasserstoff als Energieträger dient, die Möglichkeit, lokal emissionsfreie Züge zu betreiben. 

Das entsprechende Vergabeverfahren wird derzeit erarbeitet. Am 17. November 2016 wurde die Vorinformation über das geplante Verfahren im EU-Amtsblatt veröffentlicht.

Derzeit fahren im Netz 8 die Züge der Südwestdeutschen Verkehrs-Aktiengesellschaft (SWEG), bzw. deren Tochter Ortenau-S-Bahn GmbH (OSB). Der seit Dezember 2014 geltende Verkehrsvertrag zwischen dem Land und der SWEG hat eine Laufzeit von 7 Jahren. 

Perspektivisch können Züge mit Brennstoffzellen- oder Batterieantrieb auf vielen nicht elektrifizierten Strecken in Baden-Württemberg zum Einsatz kommen. 

Schienenstrecken für Züge mit Batterie-oder Brennstoffzellenantrieb

In technischer Hinsicht sind für den Einsatz von Zügen mit Batterie-oder Brennstoffzellenantrieb grundsätzlich alle Schienenstrecken geeignet, die weder elektrifiziert sind noch auf absehbare Zeit elektrifiziert werden. In Baden-Württemberg verlaufen Schienenstrecken mit einer Gesamtlänge von insgesamt rund 4.100 Kilometern. Davon gibt es auf etwa 1.600 Kilometer Länge und damit auf annähernd 40 Prozent der Schienenwege keine Oberleitung. 

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