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Mit Baustellenmanagement den Verkehrsfluss optimieren

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Belagsarbeiten an einer Straßenbaustelle (Bild: © dpa).

Wie können Bauzeiten verkürzt und Verkehrsteilnehmer entlastet werden? Darum kümmert sich das Baustellenmanagement der Straßenbauverwaltung. Wo immer es geht setzt die Straßenbauveraltung auf provisorische Streckenführungen oder Baustellen im 24 Stunden Betrieb. Trotzdem lassen sich gewisse Verkehrsbeeinträchtigungen an Baustellen nicht immer vermeiden.

Im Rahmen seiner diesjährigen Sommertour informierte Verkehrsminister Winfried Hermann zusammen mit Abgeordneten aus der Region, den Landräten sowie Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern an zwei Baustellen im Großraum Karlsruhe beispielhaft über das Baustellenmanagement der Straßenbauverwaltung. Die zentrale Frage: Wie können Bauzeiten verkürzt und Verkehrsteilnehmer entlastet werden? „Nicht jede Baustelle eignet sich für provisorische Streckenführungen oder 24 Stunden Betrieb. Wir wägen bei jeder Maßnahme ab, wie der Bau für die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer am schmerzfreiesten durchgeführt werden kann. Klar ist aber auch, Baustellen ohne gewisse Verkehrsbeeinträchtigung kann es nicht geben“, so Hermann.

Provisorische Streckenführung bei langer Bauzeit

In Karlsdorf-Neuthard, nahe der Anschlussstelle Bruchsal läuft seit Frühjahr 2017 der Ersatzneubau von zwei Brücken sowie der Neubau des letzten Abschnitts einer Lärmschutzwand. Wegen ihres fortgeschrittenen Alters müssen die Brücken erneuert werden. Gleichzeitig erfolgt eine Anpassung der Fahrbahn südlich der Anschlussstelle Bruchsal an den heutigen Stand der Technik. Die Fertigstellung der Gesamtmaßnahme ist für Sommer 2021 geplant. Die Gesamtbaukosten betragen rund 18 Millionen Euro.

Um den Verkehrsfluss auf der Autobahn auch während der langen Bauzeit mit insgesamt sechs Fahrstreifen aufrecht zu halten, wurde vom Land eigens hierfür eine Umfahrung bestehend aus einem zweistreifigen provisorischen Autobahndamm einschließlich zweier Behelfsbrücken errichtet. Diese sehr umfangreichen Arbeiten wurden erforderlich, da während des Abbruchs und Neubaus der Brücken jeweils eine Richtungsfahrbahn nicht nutzbar ist. Angesichts einer Bauzeit von etwa 2,5 Jahren und der hohen verkehrlichen Belastung der Autobahn hielten die Planer eine einbahnige Verkehrsführung mit insgesamt nur vier Fahrstreifen (zwei pro Fahrtrichtung) für zu wenig. Mit den sechs Fahrsteifen (drei pro Fahrtrichtung) kann auch während der Bauarbeiten ein stetiger Verkehrsfluss aufrechterhalten werden.

Verstärkter Einsatz von 24-Stunden-Baustellen

Keinen Platz für eine provisorische Trassenführung gibt es bei der Erneuerung der Betonfahrbahn auf der A 5 bei Ettlingen. Um die Beeinträchtigungen für die Verkehrsteilnehmer trotz alledem so gering wie möglich zu halten, laufen die Arbeiten seit dem 11. Juni 2018 in Form einer 24-Stunden-Bautelle auf Hochtouren. Bis voraussichtlich Mitte November werden diese in dem rund zehn Kilometer langen Bauabschnitt zwischen den Anschlussstellen Ettlingen und Rastatt-Nord noch andauern. „Zukünftig wollen wir im hochbelasteten Straßennetz verstärkt Erhaltungsmaßnahmen als 24-Stunden-Baustellen durchführen, um Bauzeit zu verkürzen und damit die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer zu entlasten. Mit der Bauwirtschaft haben wir uns darauf verständigt, die Anzahl der 24-Stunden-Baustellen in den kommenden Jahren schrittweise zu erhöhen, so dass sich die Bauunternehmen darauf einstellen können und eine verlässliche Perspektive haben“, sagte Verkehrsminister Hermann.

Der 24 Stunden Betrieb heißt allerdings nicht, dass zukünftig auf diesen Baustellen dauerhaft rund um die Uhr gearbeitet wird. Die Intensität des 24 Stunden Betriebs wird von Baustelle zu Baustelle unterschiedlich sein. Neben den klimatischen Umweltbedingungen wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit, welche gerade bei Brückensanierungen eine wichtige Rolle spielen, spricht oft der Lärmschutz der naheliegenden Wohnbebauung gegen das Arbeiten in der Nacht.

Auf der Baustelle der rund 22 Millionen Euro teuren Maßnahme kommt dabei ein neuer Fahrbahnbeton zum Einsatz. Dieser wird in zwei übereinanderliegenden Schichten, dem sogenannten Ober- und Unterbeton, „Frisch in frisch“ eingebaut. Dadurch kann der Einbau des Betons rund um die Uhr erfolgen, was Bauzeit eingespart.

Darüber hinaus wird bei dieser Erhaltungsmaßnahme auf rund vier Kilometern eine neue lärmärmere Oberfläche getestet. Dafür wird der ausgehärtete Fahrbahnbeton mit einem abtragenden Schleifverfahren nachbearbeitet. So erhält der Beton eine Oberfläche, welche die Rollgeräusche der Reifen um bis zu fünf Dezibel (dB(A)) reduzieren kann.

Reisezeitanzeigen als Service-Angebot für die Verkehrsteilnehmer

Ein neues Service-Angebot für die Verkehrsteilnehmer sind die in dieser Baumaßnahme eingesetzte Reisezeitanzeigen. Sie zeigen die aktuell benötigte Zeit für das Passieren der Baustelle auf der Autobahn an. Die Reisezeiten werden mit Bluetooth-Sensoren zu Beginn und am Ende der Baustelle ermittelt und geben so eine minutengenaue Reisezeit für die Baustelle an. Neben den Reisezeiten für die Autobahn werden auch die benachbarten Strecken auf der B 3, B 36 und L 607 gemessen und mit den Reisezeiten auf der A 5 verglichen. Ziel ist es, die Verkehrsteilnehmer möglichst auf der Autobahn zu halten.

Straßenbauverwaltung: Aktuelle Baumaßnahmen für Straßen und Ingenieurbauwerke

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Straßenverkehrszentrale Baden-Württemberg

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