Forschung

Bundesverdienstkreuz für Prof. Dr. Johanna Stachel

Ein Bundesverdienstkreuz. (Bild: © Britta Pedersen / dpa)

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer hat die Heidelberger Kern- und Teilchenphysikerin Prof. Dr. Johanna Stachel mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Mit ihren Leistungen im Dienste von Wissenschaft wie auch unserer demokratischen Gesellschaft ist Johanna Stachel ein echtes Vorbild.

Für ihre herausragenden Leistungen im Dienste von Wissenschaft und der demokratischen Gesellschaft hat der Bundespräsident der Kern- und Teilchenphysikerin Prof. Dr. Johanna Stachel das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. „In einer Situation, in der faktenbasierte, wissenschaftliche Erkenntnisse wichtiger denn je sind für die Bewältigung der anstehenden Aufgaben, bedürfen wir ganz besonders des gesellschaftlichen Engagements von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern“, sagte Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer anlässlich der Überreichung in Heidelberg.

Mit mehr als 600 Publikationen und vielen weiteren fachlichen Beiträgen habe Johanna Stachel die Sichtbarkeit der großen Fakultät für Physik und Astronomie der Universität Heidelberg gemehrt, so Theresia Bauer. „Sie hat gewiss erheblichen Anteil daran, dass deren Naturwissenschaften im aktuellen Förderatlas der Deutschen Forschungsgemeinschaft bundesweit an der Spitze liegen. Und nicht zu vergessen: Die Studierenden der Universität profitieren von ihr als inspirierender wissenschaftlicher Lehrerin.“ Johanna Stachel lebe auch vor, was Frauen in den Naturwissenschaften auf Spitzenniveau leisten.

Mit ihrer Forschung im Bereich von Kern- und Teilchenphysik setzt Johanna Stachel bei den Grundlagen unserer Existenz an. Ihr Interesse gilt dem Urzustand der Materie unmittelbar nach dem Urknall. Als Teil des ALICE-Experiments am weltweit größten Teilchenbeschleuniger CERN in Genf studiert sie das kurz nach dem Urknall vor 13,8 Milliarden Jahren vorhandene Quark-Gluon-Plasma, aus dem sich das Universum entwickelt haben soll. „Johanna Stachel baut mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit dauerhafte Brücken für internationale Kooperationen auch jenseits projektbezogener wissenschaftlicher Zusammenarbeit“, sagte Theresia Bauer.

Johanna Stachel

Johanna Stachel wurde 1954 in München geboren. Sie studierte Physik und Chemie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (Schweiz) und an der Universität Mainz, an der sie 1982 auch promoviert wurde. Im Anschluss war sie dreizehn Jahre als Professorin in den USA an der State University of New York at Stony Brook tätig, ehe sie 1996 auf eine Professur für Experimentalphysik an die Universität Heidelberg berufen wurde.

Die Physikerin ist Mitglied in hochrangigen wissenschaftlichen Akademien und Gesellschaften und engagiert sich auch in vielfältiger Weise in Einrichtungen der Wissenschaftsförderung. Als Gutachterin und Beraterin war sie für das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie für verschiedene nationale und internationale wissenschaftliche Gesellschaften und Forschungseinrichtungen tätig.

Von 2012 bis 2014 stand sie – als erste Frau im Präsidentenamt – an der Spitze der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG). Johanna Stachels wissenschaftliche Arbeiten wurden unter anderem mit dem Lise-Meitner-Preis der Europäischen Physikalischen Gesellschaft und zuletzt mit der Stern-Gerlach Medaille der Deutschen Physikalischen Gesellschaft gewürdigt – der höchsten Auszeichnung, die die DPG auf dem Gebiet der experimentellen Physik vergibt. Zudem erhielt sie 2001 den zum ersten Mal vergebenen Lautenschläger-Forschungspreis, mit dem besondere Leistungen in der Spitzenforschung ausgezeichnet werden.

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