Freiburg macht das Rennen: Die Exzellenzkommission hat sich in ihrer Sitzung am 2. Oktober 2026 in Bonn für den Neuantrag aus Freiburg entschieden. Damit behält Baden-Württemberg mit vier Exzellenzuniversitäten bundesweit den Spitzenplatz.
Bereits im März 2026 waren die Anträge aus Tübingen, Karlsruhe und Heidelberg erfolgreich evaluiert worden. Alle sieben Jahre müssen sich die Exzellenzuniversitäten in Deutschland einer aufwändigen Evaluation durch ein unabhängiges und internationales Expertengremium unterziehen.
Die Universität Freiburg war als einzige Landesuniversität mit einem Neuantrag an der Förderlinie Exzellenzuniversitäten beteiligt. 2007 wurde sie im Rahmen der Exzellenzinitiative bereits als „Eliteuniversität“ gefördert. Sie verlor diesen Status 2012 wieder und konnte ihn 2019 nicht zurückgewinnen.
Freiburg ist wieder Exzellenzuniversität. Das ist eine großartige Nachricht und das Ergebnis harter Arbeit und einer herausragenden Teamleistung. Mit exzellenter Forschung, innovativer Lehre und dem schnellen Transfer neuer Erkenntnisse in die Anwendung hat die Universität Freiburg überzeugt.
Ministerpräsident Cem Özdemir sagte: „Freiburg ist wieder Exzellenzuniversität. Das ist eine großartige Nachricht und das Ergebnis harter Arbeit und einer herausragenden Teamleistung. Mit exzellenter Forschung, innovativer Lehre und dem schnellen Transfer neuer Erkenntnisse in die Anwendung hat die Universität Freiburg überzeugt. Gemeinsam mit Tübingen, Karlsruhe und Heidelberg gehört Freiburg damit zu den vier Exzellenzuniversitäten unseres Landes. Doch die wissenschaftliche Stärke Baden-Württembergs reicht weit über unsere vier Exzellenzuniversitäten hinaus. An unseren Hochschulen im ganzen Land arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit großer Leidenschaft an den Fragen, die für unsere Zukunft entscheidend sind. Wir wollen ihnen dafür die besten Bedingungen bieten: ein Land, in dem Wissenschaft frei arbeiten kann, internationale Forscherinnen und Forscher willkommen sind und aus neuen Erkenntnissen konkrete Innovationen entstehen. Denn Forschung und Entwicklung sind entscheidend für die Zukunft Baden-Württembergs. Sie schaffen neues Wissen, treiben technologischen Fortschritt voran und tragen dazu bei, dass aus klugen Ideen neue Lösungen, Wertschöpfung und gute Arbeitsplätze entstehen. Wer auch morgen wirtschaftlich stark und technologisch an der Spitze sein will, muss heute in Wissenschaft und Forschung investieren.“
Wissenschaftsministerin Petra Olschowski sagte: „Herzlichen Glückwunsch an die Universität Freiburg und allen, die an dem erfolgreichen Antrag mitgewirkt haben! Freiburg hat die historische Chance genutzt und sich in einem extrem starken Wettbewerberfeld um die verbleibenden Förderplätze durchgesetzt. Baden-Württemberg steht damit wie bisher national auf dem ersten Platz. Besonders bemerkenswert ist, dass Baden-Württemberg weiterhin mit vier Einzeluniversitäten vertreten ist. Das ist ein Beleg wissenschaftlicher Spitzenleistung und unterstreicht die außergewöhnliche Stärke unseres Forschungs- und Wissenschaftsstandorts.“
Land investiert kontinuierlich in Grundfinanzierung
Zu den Säulen der Wissenschaftspolitik in Baden-Württemberg zählt insbesondere die verlässliche, aufwachsende Grundfinanzierung, die den Hochschulen Planungssicherheit und Freiheit in der Profilierung ermögliche. „Unsere Hochschulfinanzierungsvereinbarung in Baden-Württemberg ist beispielhaft: Wir halten in schwierigen finanziellen Zeiten Kurs und investieren in die Zukunft des Landes. Von 2027 an steigt die Grundfinanzierung der Hochschulen pro Jahr um 3,5 Prozent“, so die Ministerin. Insgesamt liegt die Grundfinanzierung der Hochschulen im Land im Jahr 2030 um rund 700 Millionen Euro höher als 2025.
Die Exzellenzuniversitäten konnten durch die Förderlinie für die nächsten sieben Jahren zusätzlich zu ihren Exzellenclustern antragsabhängig zwischen jährlich zehn und 15 Millionen Euro für einzelne Universitäten sowie zwischen 15 und 28 Millionen Euro für Universitätsverbünde beantragen. „Der Erfolg in der Exzellenzstrategie zeigt: Baden-Württemberg ist in der Breite stark und verbindet internationale Strahlkraft mit herausragenden Leistungen in Forschung, Lehre und Transfer. Wir werden uns auf diesem Erfolg aber nicht ausruhen, sondern ihn zum Ansporn nehmen unsere Stärken und Profile noch weiter auszubauen“, sagte Petra Olschowski.
Die bundesweiten Neuanträge in der Übersicht
Um die nationale Spitze in der Förderlinie Exzellenzuniversitäten haben in der Runde der Neuanträge folgende Mitbewerber konkurriert:
- Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
- Leibniz Universität Hannover
- Medizinische Hochschule Hannover
- Friedrich-Schiller-Universität Jena
- Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
- Universität zu Köln
- Julius-Maximilians-Universität Würzburg
- Ruhr-Universität Bochum und TU Dortmund (Ruhr Innovation Lab)
- Universität Bremen und Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (Northwest Alliance)
- Justus-Liebig-Universität Gießen und Philipps-Universität Marburg
- TU Darmstadt, Goethe-Universität Frankfurt am Main und Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Rhein-Main-Universitäten, RMU)
Evaluierung der Exzellenstrategie
Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) wird sich in den nächsten Jahren mit der Evaluierung und Fortschreibung des Förderprogramms Exzellenzstrategie beschäftigen. „Der Erfolg der Exzellenzstrategie beruht auf dem Vertrauen in das wissenschaftsgeleitete Verfahren. Aber auch hier gilt: Nichts ist so gut, dass es nicht besser werden kann. Insbesondere die Frage der nachhaltigen und verlässlichen Finanzierung der Förderlinien muss in den Blick genommen werden. Außerdem gilt es die Verfahren weniger bürokratisch zu gestalten und die gewachsenen Erfahrungen der Hochschulen aus den bisherigen Förderrunden in den Prozess einzubinden.“, sagte Petra Olschowski.

















