Landwirtschaft

Novelle zum EEG 2027 verschenkt Potenzial der Bioenergie

Baden-Württemberg kritisiert den Kabinettsbeschluss zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) als unzureichend für eine verlässliche und flexible Energieversorgung.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Mitarbeiter einer Biogasanlage von Naturenergie Glemstal befüllt die Anlage mit Biomasse.
Symbolbild

„Wir begrüßen grundsätzlich das Ziel, den Ausbau der erneuerbaren Energien planbar und kosteneffizient weiterzuentwickeln. Allerdings müssen wir feststellen, dass die Bundesregierung mit dem Kabinettsbeschluss zur EEG-Novelle wichtige Chancen verschenkt. Die Flexibilität und Versorgungssicherheit, die Biogas- und Biomasseanlagen bieten, werden nicht ausreichend ausgeschöpft. Die pauschale Fortschreibung der Ausschreibungsmengen bis 2032 und die Festlegung eines neuen Ausbauziels für 2035 reichen nicht aus, um die spezifischen Anforderungen und Potenziale der Bioenergie zu berücksichtigen. Dies ist bedauerlich, da auch die Potenziale der Landwirtschaft für eine nachhaltige Energieerzeugung nicht ausreichend genutzt werden“, sagte die Staatssekretärin im Ministerium Ländlicher Raum, Landwirtschaft und Heimat, Sarah Schweizer, am 30. Juli 2026.

Forderung der Ulmer Erklärung nicht berücksichtigt

Das Bundeskabinett hat den Kabinettsentwurf einer Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beschlossen. Trotz der eindringlichen Hinweise und konkreten Änderungsvorschläge aus der Praxis wurde der Referentenentwurf unverändert übernommen. Besonders enttäuschend ist, dass die Bundesregierung die Forderungen der Ulmer Erklärung, die Baden-Württemberg und Bayern gemeinsam im Mai diesen Jahren unterzeichnet haben, nicht aufgreift. In dieser Erklärung wurde eindringlich auf die Notwendigkeit einer massiven Erhöhung der Ausschreibungsvolumina und einer moderaten Erhöhung des Flexibilisierungs-Zuschlags für Biogas hingewiesen. „Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit der Biogasanlagen zu stärken und ihre Integration in den volatilen Markt für Erneuerbare Energien zu ermöglichen“, betonte Staatssekretärin Schweizer.

„Die Bundesregierung sollte den Auftrag des Koalitionsvertrages, der Bioenergie eine Zukunft im Stromsektor zu geben, konsequenter umsetzen. Diese Chance wurde zunächst vertan. Wir fordern daher weiter eine nachhaltige und praxisgerechte Weiterentwicklung der Ausschreibungsbedingungen für Biomasseanlagen sowie eine stärkere Berücksichtigung von Agri-PV-Anlagen. Diese bieten enorme Potenziale, um Flächenkonflikte zu entschärfen und gleichzeitig die Ernährungssicherheit zu stärken“, so die Staatssekretärin.

Bereitstellung von Flächen für Windkraft gefährdet

Aus Sicht Baden-Württembergs ist auch die Pachtpreisdeckelung bei Windenergieanlagen in der jetzigen Form kritisch zu sehen. Dies verschärft das Nord-Süd-Gefälle beim Windkraftausbau weiter und hemmt die Bereitschaft Flächen für Windkraft zur Verfügung zu stellen.

Das Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat Baden-Württemberg wird sich weiterhin für eine zukunftsfähige und umweltfreundliche Energiepolitik einsetzen und dabei die Bedürfnisse der Landwirtschaft und der Energieerzeuger vorbringen.

Weitere Meldungen

Ein Windrad dreht sich bei Herbolzheim vor einem Strommast.
Energieversorgung

Task Force soll Ausbau des Stromnetzes beschleunigen

Tierschutzpreis
Tierschutz

Tierschutzpreis 2027 ausgeschrieben

Delegationsreise China
Außenwirtschaft

Dörflinger auf Delegationsreise in China

Gruppenfoto der 54. Sportministerkonferenz. V.l.: Klaus Zimmermann, Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt, Olaf Bull, Staatsrat beim Senator für Inneres und Sport in Bremen, Stefan Gruhner, Chef der Staatskanzlei und Thüringer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport und Ehrenamt, Florian Birkmeyer, Ministerialdirektor im Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport, Ehrenamt und Medien des Landes Rheinland-Pfalz, Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen, Reinhold Jost, Minister für Inneres, Bauen und Sport im Saarland, Franziska Becker, Staatssekretärin für Inneres und Sport in Berlin, Nils Thiede, Leiter der Abteilung Jugend, Familie und Sport im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern, Sandro Kirchner, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, Magdalena Finke, Ministerin für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport des Landes Schleswig-Holstein, Ulf Bandiko, Amtschef im Ministerium des Inneren und Sport von Sachsen, Theresa Schopper, die für den Sport zuständige Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg und Vorsitzende der Sportministerkonferenz, Daniela Behrens, Ministerin für Inneres und Sport von Niedersachsen, Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Diana Stolz, hessische Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, Andy Grote, Senator für Inneres und Sport in Hamburg, und Ronald Rauhe, Staatsminister für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt.
Sportministerkonferenz

Mehr Bewegung für Kinder und Jugendliche in Deutschland

Forschende im Forschungszentrum M3 des Universitätsklinikums Tübingen
Bundesrat

Bundesrat ändert Wissenschaftsfreiheitsgesetz

Eine neue Asphaltdecke wird auf einer Straße aufgebracht. (Bild: Patrick Seeger / dpa)
Straßenverkehr

Fahrbahnsanierung auf B 462 abgeschlossen

Kisten mit Gemüse und Obst.
Welternährungstag

Ernährungssouveränität bedeutet Sicherheit

Eine junge Frau wird geimpft.
Ärztliche Versorgung

Auswahlverfahren zur Landarztquote 2026 abgeschlossen

Vertragsunterzeichnung "Programm Flächendeckung" beim BMDS
Digitalisierung

Digitale Verwaltungsleistungen in die Fläche bringen

Schematische Darstellung von CCS-Prozessen zur on-shore-Speicherung (links) und off-shore-Speicherung (rechts).
Klimaschutz

Bürgerforum zur CO2-Speicherung

Logo des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“
Ländlicher Raum

29. Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ gestartet

Kuh friss Gras
Landwirtschaft

Antragstellung auf Futtermittelhilfe 2026 läuft an

Ein Ausbilder erklärt in einem Techniklabor jugendlichen Auszubildenden etwas.
Bildung

Mit MINT- und Begabtenförderung das Land zukunftsfest machen

Tag der Nationalhymne in Rumänien
Handwerk

Wirtschaftsministerin reist nach Rumänien

Streuobst
Streuobst

Land fördert Streuobst-Projekte mit 500.000 Euro