Justiz

Pilotprojekt „Zivilgerichtliches Online-Verfahren“ gestartet

Mit dem Pilotprojekt „Zivilgerichtliches Online-Verfahren“ erprobt das Land eine neue, digitale Möglichkeit für Bürgerinnen und Bürger, ihre Zivilrechtsstreitigkeiten effizient und schnell zu klären.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Projektteam, Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges (Dritte von links), Direktorin des Amtsgerichts Nürtingen Dr. Sabine Kienzle-Hiemer (Vierte von links), Dr. Markus Volz Vizepräsident des Landgerichts Stuttgart (5. v. l.)
Projektteam, Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges (Dritte von rechts), Direktorin des Amtsgerichts Nürtingen Dr. Sabine Kienzle-Hiemer (Dritte von links), Vizepräsident des Landgerichts Stuttgart Dr. Markus Volz (Zweiter von rechts)

Die Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges hat das Amtsgericht Nürtingen besucht, um den Start des Pilotprojekts „Zivilgerichtliches Online-Verfahren“ in Baden-Württemberg offiziell zu verkünden. Neben dem Amtsgericht Nürtingen nimmt auch das Amtsgericht Mannheim an der Erprobung des Online-Verfahrens teil.

„Dieses innovative Verfahren bietet eine neue, digitale Möglichkeit für Bürgerinnen und Bürger, ihre Zivilrechtsstreitigkeiten mit Streitwerten von bis zu 10.000 Euro und Ansprüche im Zusammenhang mit Fluggastrechten vor den Amtsgerichten zu klären“, sagte Gentges. „Das zivilgerichtliche Online-Verfahren ist ein modernes und bürgernahes Angebot, das eine effiziente und schnelle Bearbeitung von Rechtsstreitigkeiten ermöglicht, ohne dass die Beteiligten zwingend persönlich vor Gericht erscheinen müssen.“

Verfahrensführung effizienter und moderner gestalten

Das Gesetz zur Entwicklung und Erprobung eines Online-Verfahrens in der Zivilgerichtsbarkeit ist Ende 2025 in Kraft getreten. Das Online-Verfahren zielt darauf ab, eine bürgernahe Möglichkeit der Verfahrensführung im Bereich niedriger Streitwerte zu etablieren und die Arbeit der Gerichte durch Einsatz digitaler Technik effizienter und moderner zu gestalten. Es gelten einige verfahrensrechtliche Besonderheiten. Das Gericht kann in geeigneten Fällen ohne mündliche Verhandlung entscheiden. Im Falle einer mündlichen Verhandlung soll diese bevorzugt als Videoverhandlung stattfinden. Das Gericht kann das Verfahren nach billigem Ermessen bestimmen. In geeigneten Fällen sind eine vereinfachte Tatsachenfeststellung und Beweisaufnahme möglich (zum Beispiel Abruf von Auskünften aus allgemein zugänglichen Quellen, telefonische Zeugenbefragung). Die Verkündung des Urteils kann durch dessen Zustellung ersetzt werden. Im Online-Verfahren gelten zudem reduzierte Gerichtsgebühren.

Bürger können ihre Klage niedrigschwellig und digital erstellen und über das „Mein Justizpostfach” bei den teilnehmenden Amtsgerichten Nürtingen und Mannheim einreichen. Hierfür werden die Bürger Schritt für Schritt in einer benutzerfreundlichen Sprache durch einen Abfragedialog zur Bestimmung des zuständigen Gerichts sowie im Anschluss zur Erstellung einer Klage geführt. Am Ende generiert der Onlinedienst aus den Eingaben eine fertige Klage im PDF-Format.

Mit dem zivilgerichtlichen Online-Verfahren werden keine spezifischen Online-Gerichte geschaffen. Das Online-Verfahren steht den Rechtssuchenden optional (neben der „herkömmlichen“ Klageerhebung) zur Verfügung.

Weitere Meldungen

Vier Jugendliche sitzen auf einer Freitreppe und betrachten etwas auf dem Smartphone
Bürgerbeteiligung

Neuer Jugendberaterkreis gestartet

Landgericht Ulm
Justiz

Staatsangehörigkeit von Tatverdächtigen wird genannt

Symbolbild zur Künstlichen Intelligenz mit einem Prozessor und dem Schriftzug "AI Artificial Intelligence Technology"
Wirtschaft

Erweiterung der SUSS MicroTec SE in Karlsruhe

Start-up WOW Challenge
Start-up BW

BLACKPIN.IOT im Landesfinale des „Start-up BW Elevator Pitch“

Lang gestreckter, historisch verzierter Raum mit hohen Rundbogenfenstern, Parkettboden und einer Orgel am Ende des Saals. Moderne Sitzmöbel und Tische bilden verschiedene Arbeits- und Aufenthaltsbereiche.
Vermögen und Bau

MINT-Exzellenzgymnasium in Bad Saulgau eröffnet

Vordere Reihe (von links nach rechts): Julia Hellmann, Minister der Justiz und für Migration Moritz Oppelt und Petra Klein  Hintere Reihe (von links nach rechts): Dr. Sarah Straub, Michael Kühn, Anne Stöhr, Panajotis Neuert und Claudia Österle
Justiz

Tag der ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer 2026

Auszeichnung der Gigabitkommunen mit Herrn Minister
Digitalisierung

Fast ein Drittel der Kommunen erreicht vollständige Gigabitversorgung

20261008_MIN Kriegsgräberfürsorge
Gedenken

Spenden für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

Bescheidübergabe Reallabor für physische KI am IPAI CAMPUS
Künstliche Intelligenz

Zehn Millionen Euro für Reallabor für physische KI am IPAI CAMPUS

Baden-Württemberg-Empfang am Landesstand auf der Frankfurter Buchmesse
Kultur- und Kreativwirtschaft

Landesstand auf der Frankfurter Buchmesse

Logo von Start up BW
Start-up BW

Gründerwasen 2026 in Stuttgart

Carsten Höfler
Polizei

Leitung des Polizeipräsidiums Ludwigsburg

Bescheidübergabe am 7. Oktober 2026
Technologie

Innovations- und Transferzentrum für Drohnen und Drohnenabwehr

Euro-Banknoten und -Münzen
Haushalt

Haushaltsentwurf für 2027 verabschiedet

Key Visual Wirtschaftsgipfel Afrika
Außenwirtschaft

Fünfter Wirtschaftsgipfel Afrika in Stuttgart