Medienbildung

Neustrukturierung der Medienbildung

Der Rechnungshof hat am Landesmedienzentrum sowohl die Organisation als auch die Haushalts- und Wirtschaftsführung untersucht. Das Kultusministerium teilt die Bewertungen des Landesrechnungshofes und hat bereits erste Schritte eingeleitet.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Drei junge Mädchen sitzen an einem Laptop.
Symbolbild

Der Rechnungshof hat am Landesmedienzentrum sowohl die Organisation als auch die Haushalts- und Wirtschaftsführung untersucht. In 34 Empfehlungen zeigt er teilweise deutliche Potenziale der Verbesserung auf. Das Kultusministerium teilt die Bewertungen des Rechnungshofes ausdrücklich und hat bereits erste Schritte eingeleitet – in enger Abstimmung mit den Kommunalen Landesverbänden.

Themenfeld Medienbildung neu strukturieren

Die vom Rechnungshof in Sachen Organisation festgestellten Optimierungspotentiale sind relevant und legen in Summe nahe, das wichtige Themenfeld Medienbildung komplett neu zu strukturieren. Der Rechnungshof spricht folgerichtig von einem „Neustart“. Im Bereich der Medienbildung sind Überschneidungen und Parallelarbeiten zwischen Landesaufgaben und kommunalen Aufgaben innerhalb des sogenannten Medienzentrenverbunds, bestehend aus dem Landesmedienzentrum und den Stadt- und Kreismedienzentren, aber auch mit anderen Institutionen darüber hinaus vorhanden. Dies legt eine Bündelung der landesseitig zu verantwortenden pädagogischen Aufgaben an bestehende Landesbehörden wie dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) oder dem Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg (IBBW) nahe. In der Konsequenz würden die dem Land zugeordneten Aufgaben aus den kommunalen Medienzentren herausgelöst. Das Betreiben von Medienzentren als Pflichtaufgabe der Stadt- und Landkreise würde entfallen.       

In Sachen Haushalts- und Wirtschaftsführung des Landesmedienzentrums wurden unverzüglich durch das Kultusministerium als Rechtsaufsicht Maßnahmen eingeleitet, um alle Prozesse in Einklang mit den innerhalb der Landesverwaltung geltenden Standards zu bringen. Der Verwaltungsrat des Landesmedienzentrums hatte unmittelbar nach seiner Kenntniserlangung von den Missständen in der Sitzung im November 2025 den klaren Auftrag erteilt, bestimmte Handlungsweisen bei den Ausgaben „umgehend abzustellen“.

Im Bericht des Rechnungshofes heißt es: „Als Anstalt des öffentlichen Rechts hat das Landesmedienzentrum eine größere Autonomie als eine typische nachgeordnete Behörde. Diese Autonomie hat das Entstehen problematischer Verhältnisse hinsichtlich des Ausgabengebarens begünstigt. Die derzeitigen, im Medienzentrengesetz angelegten Aufsichtsstrukturen haben nicht ausgereicht, um eine effektive Überwachung der Geschäftsführung im LMZ sicherzustellen.“

Bestehende Doppelstrukturen werden aufgelöst

Folgerichtig sollen nun erfolgreiche Dienste und Leistungen des Landesmedienzentrums in bestehende Strukturen am Institut für Bildungsanalysen BW und dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung sowie dem Kultusministerium integriert werden. Bestehende Doppelstrukturen werden aufgelöst. Das Kultusministerium erarbeitet derzeitig konkrete Zielstellungen und Planungen, um die angestrebte Lösung umzusetzen. Dafür wird ein Gesetz notwendig sein. Dieses wird zeitnah in den Landtag eingebracht werden.

Staatssekretär Andreas Deuschle: „Wir nehmen den Bericht des Rechnungshofes zum Landesmedienzentrum zum Anlass für eine Neustrukturierung der Medienbildung. Dazu orientieren wir uns an den Leitlinien des Koalitionsvertrages: Den Staat schlanker aufstellen, digital neu denken, bestehende Abläufe hinterfragen und Doppelstrukturen abschaffen. Der Rechnungshof hat deutlichen Handlungsbedarf aufgezeigt. Das nehmen wir sehr ernst. Die nötigen Maßnahmen haben wir bereits angestoßen und einen umfassenden Prozess initiiert. Der Fokus liegt dabei darauf, in einer effizienten Struktur weiterhin den Schulen qualitativ hochwertige Unterstützung bei der Medienbildung anbieten zu können.“

Für die Kommunalen Landesverbände erklären Prof. Dr. v. Komorowski, Hauptgeschäftsführer des Landkreistags Baden-Württemberg, Ralf Broß, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Städtetags Baden-Württemberg, und Steffen Jäger, Präsident des Gemeindetags Baden-Württemberg: „Auch wir nehmen den Auftrag des Rechnungshofs ernst, die bestehenden Strukturen zu optimieren. In den aktuellen, finanziell herausfordernden Zeiten ist es konsequent, auf eine selbstständige Landeseinrichtung im Sinne eines schlankeren und stringenteren Verwaltungsaufbaus zu verzichten – und auch kommunale Pflichtaufgaben auf den Prüfstand zu stellen. In diesem Sinne begleiten wir den weiteren Prozess konstruktiv und stehen einer geplanten Neustrukturierung der Medienbildung offen gegenüber.“

Landesmedienzentrum

Organe des Landesmedienzentrums sind dessen Direktor und der Verwaltungsrat. Der Verwaltungsrat ist mit sechs Vertretern des Landes, jeweils zwei Vertretern der drei kommunalen Landesverbände, je einem Vertreter der Städte Stuttgart und Karlsruhe sowie einem Vertreter der kommunalen Medienzentren besetzt. Zu seinen Aufgaben zählt unter anderem die Überwachung der Geschäftsführung des Landesmedienzentrums. Der Direktor unterliegt bei der Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben dem Weisungsrecht des Kultusministeriums. Das Ministerium übt die Rechtsaufsicht über das Landesmedienzentrum aus, die Fachaufsicht hingegen ist gesetzlich nicht geregelt.

Weitere Meldungen

Eine Trachtengruppe beim Landesfestumzug der Heimattage 2018 in Waldkirch (Bild: © picture alliance/Achim Keller/dpa).
Kunst und Kultur

Land ehrt zehn Bürgerinnen und Bürger mit Heimatmedaille

Heimat

Höhepunkt der Heimattage 2026: Landesfesttage in Oberkirch

Bio-Musterregion Freiburg
Weinbau

Weinbauland Baden-Württemberg stärken

Eine Lehrerin mit Schülerinnen und Schülern in einem Klassenzimmer.
Schule

Großteil der Stellen zu Schuljahresbeginn besetzt

Ein Ausbilder im Garten- und Landschaftsbau (r.) erklärt einem angehenden Gärtner (l.) das Einpflanzen einer Dachbegrünung. (Foto: © dpa)
Landwirtschaft

Staatsschule für Gartenbau bietet attraktive Weiterbildungsplätze

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Delegationsreise

Land stärkt Kooperation mit Polen

Ministerin Theresa Schopper spricht auf der Pressekonferenz anlässlich der landesweiten Eröffnung des Tages und der Nacht des offenen Denkmals 2026 in Rottweil.
Denkmalpflege

Nacht und Tag des offenen Denkmals 2026

von links nach rechts: Sebastian Gehring, Vorstand Marketing & Medien der SG Sonnenhof Großaspach, Christian Fischer, Vizepräsident Karlsruher SC, Dominik Schwärzel, Vorstandsvorsitzender des SSV Ulm, Vorstandsvorsitzender Alexander Wehrle (VfB Stuttgart), Manuel Hagel, Innenminister von Baden-Württemberg, Daniel Förderer, Geschäftsführer der TSG 1899 Hoffenheim und Holger Sanwald, Vorstandsvorsitzender des 1. FC Heidenheim
Sicherheit

Baden-Württemberg stärkt die Stadionallianzen

Ausbilderin mit Lehrling
Ausbildung

Unternehmen setzen auf berufliche Ausbildung

Landesstand „THE LÄND of Games“ auf der Gamescom 2026
Spielemesse

Baden-Württemberg auf der internationalen Games-Bühne

AzubiCardBW
Ausbildung

Startschuss für das neue Ausbildungsjahr

Symbolbild Quantencomputer
Forschung

Neuer Wettbewerb zu Quantentechnologien

Links: Prof. Dr. Andreas Gundelwein, rechts: Dr. Jens Bortloff
Kunst und Kultur

TECHNOSEUM erhält neue Doppelspitze

Polizeikräfte bei einem Einsatz im Fußballstadion.
Polizei

Positive Sicherheitsbilanz der Fußballsaison 2025/2026

von links nach rechts: Prüfungsausschussvorsitzender Gerhard Grams, Till Brückel, Markus Hellebrand, Felicia Rix, Vera Kozel und Marius Gißler
Vermessung

Vermessungsreferendare legen Große Staatsprüfung erfolgreich ab