„Der ausgewilderte Luchskuder Nero kam im Zoo Karlsruhe zur Welt. Er ist damit der erste Luchs aus dem Erhaltungszuchtprogramm für den Karpatenluchs, der nicht nur in Baden-Württemberg geboren, sondern auch hier im Land ausgewildert wurde. Luchs Nero ist ein echter Baden-Württemberger, mit dem wir den Weg für ein dauerhaftes Luchsvorkommen im Land fortsetzen“, sagte Marion Gentges, am 9. September 2026 anlässlich der Auswilderung im Rahmen des Projektes zur Bestandsstützung des Luchses in Baden-Württemberg.
Mit der Bestandsstützung des Luchsvorkommens in Baden-Württemberg soll der Art die dauerhafte Rückkehr in ihren angestammten Lebensraum ermöglicht werden. Auswilderungen von gesunden und auf das Leben in der freien Wildbahn vorbereiteten Luchsen sind dafür unverzichtbar. Im Frühsommer 2026 konnte erstmals seit rund 200 Jahren Nachwuchs bei zwei ausgewilderten Luchsinnen bestätigt werden – ein Meilenstein für das Projekt.
Luchs Nero wurde am 21. Mai 2025 im Zoo Karlsruhe geboren und lebte seit März 2026 im neu geschaffenen Koordinationsgehege im Tierpark Oberwald des Karlsruher Zoos. Das seit dem Frühjahr 2025 bestehende, besonders naturnah und weitgehend uneinsichtige Gelände bietet den Tieren die Möglichkeit, sich mit möglichst wenig Kontakt zu Menschen auf das Leben in freier Wildbahn einzustellen. Nero folgt auf Luchskatze Luna, die bereits im Juli dieses Jahres ausgewildert wurde.
Genetische Vielfalt stärkt Luchspopulation
Der Luchskuder stammt aus dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) für den Karpatenluchs.
Ziel des Erhaltungszuchtprogramms ist es, eine genetisch vielfältige europäische Population des Luchses zu erhalten. „Nachwuchs aus zoologischen Einrichtungen kann einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisten. Durch die Auswilderung geeigneter Tiere lässt sich der Genpool der freilebenden Populationen erweitern und damit ihre Widerstandskraft gegenüber äußeren Einflüssen stärken“, betonte Eva Klebelsberg von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA), die das Bestandsstützungsprojekt leitet.
Aktuell sind 14 Luchse im Schwarzwald unterwegs – auch dank eines Landesprojekts
Mit Nero steigt die Zahl der im Rahmen des seit 2023 laufenden Projekts „Luchs Baden-Württemberg“ ausgewilderten Luchse auf sieben Tiere. Zusammen mit den Luchsen, die in den vergangenen Jahren auf natürlichem Weg nach Baden-Württemberg zugewandert sind, leben aktuell insgesamt 14 erwachsene Tiere im Schwarzwald.
Projekt „Luchs Baden-Württemberg“
Die FVA hat die Projektleitung inne und arbeitet in enger Kooperation mit dem Landesjagdverband Baden-Württemberg, dem WWF Deutschland und dem Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe sowie der Luchs-Initiative Baden-Württemberg zusammen.
Das Projekt wird durch die alosa Stiftung unterstützt. Auftraggeber ist das Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat Baden-Württemberg.
Das Projekt wird vom Expertennetzwerk „Linking Lynx“ begleitet, dass sich mit der Erhaltung, dem Monitoring und dem Management des Karpatenluchses beschäftigt. Langfristiges Ziel ist es, eine lebensfähige Metapopulation des Karpatenluchses in Europa zu schaffen, die sich von den Karpaten bis hin zum Jura, den Westalpen und dem Dinarischen Gebirge erstreckt.
Die in Baden-Württemberg ausgewilderten Luchse stammen aus dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm für Karpatenluchse, welches durch die European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) koordiniert wird.
















