Forst

Forstliches Gutachten 2024 Baden-Württemberg

Das Forstliche Gutachten 2024 zeigt, dass anhaltend hoher Wildverbiss den Waldumbau hin zu klimaresilienten Mischwäldern gefährdet. Waldbesitzer und Jägerschaft sind gefordert, gegenzusteuern.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Reh springt bei Bodnegg (Baden-Württemberg) über eine Wiese, auf der Löwenzahn blüht. (Bild: picture alliance/Felix Kästle/dpa)
Symbolbild

„Die Höhe des Wildverbisses an jungen Waldbäumen entscheidet mit über den Erfolg des Waldumbaus zu klimaresilienten Mischwäldern. Daher erfassen im dreijährigen Turnus die Försterinnen und Förster in den Jagdrevieren im Rahmen des Forstlichen Gutachtens die Verbissbelastung durch Schalenwild. Seit mehr als 40 Jahren ist es ein wichtiges Instrument, um faktenbasiert die Erreichbarkeit der waldbaulichen Ziele einschätzen zu können und gegebenenfalls Maßnahmen abzuleiten. Die Trends der letzten Jahre geben leider keinen Anlass zur Entspannung. Der hohe Verbiss an Tanne und Eiche macht sie zu unseren Sorgenkindern. Waldbesitz und Jägerschaft sollten sich diese Lage bewusst machen und gemeinsam Hand in Hand verantwortungsvoll handeln. Denn im Klimawandel kommt es auf jede nachwachsende Baumart an, die zu einem neuen klimaresilienten Mischwald beiträgt. Der Erfolg des Waldumbaus ist eine Gemeinschaftsleistung. Daher muss sie mit zielgerichteten Konzepten zur Begrenzung des Wildverbisses durch die Jägerschaft flankiert werden“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, anlässlich der Veröffentlichung des Abschlussberichtes des Forstlichen Gutachtens 2024.

Verbiss-Trends haben sich nur wenig verändert

Das Forstliche Gutachten 2024 wurde in 6.720 Jagdrevieren durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen auf, dass weiterhin großer Handlungsbedarf besteht. Insbesondere bei den Eichenarten zeigt sich bedauerlicherweise eine kontinuierliche Verstärkung der Verbissintensität.

Bei der Tanne habe sich zumindest nur geringe Verschlechterung gezeigt, obwohl die Verbissbelastung in über 75 Prozent der Reviere immer noch zu hoch sei. „Der Aufwand für den Waldumbau steigt. In vielen Jagdrevieren gelingt die natürliche Verjüngung oftmals nur mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen, wie Wuchshüllen oder Zäunen. Es steht viel auf dem Spiel, wenn der Waldumbau nicht vorankommt, weil er durch Wildverbiss ausgebremst wird“, sagte Minister Hauk.

Zielvereinbarung über den Abschuss von Rehwild im Pachtgebiet

Das Ergebnis des Forstlichen Gutachtens unterstützt die Waldbesitzer im Dialog mit der Jägerschaft, um die Höhe des Wildbestandes an die jeweilige Verbisssituation vor Ort anzupassen, damit der Umbau zu artenreichen und gemischten Wäldern gelingen kann. Die Forstlichen Gutachten machen zudem Vorschläge zur Abschussplanung. Gemäß des Jagd- und Wildtiermanagementgesetzes Baden-Württemberg (JWMG) vereinbaren Jagdverpächter und Jagdpächter spätestens alle drei Jahre eine Zielvereinbarung über den Abschuss von Rehwild im Pachtgebiet. 

Forstliches Gutachten

Eine landesweite Arbeitsgruppe hat sich im Rahmen der Runden Tische Waldumbau & Jagd der Weiterentwicklung des Forstlichen Gutachtens gewidmet und folgendes Informationsmaterial als Entscheidungsgrundlage für Waldbesitzer und Jägerschaft entwickelt, um die Erarbeitung einer Zielvereinbarung zu erleichtern und zu vereinfachen:

Weitere Meldungen

Ein Landwirt betankt sein Gespann mit Gülle um diese anschließend auf einem Feld auszubringen. (Foto: © dpa)
Landwirtschaft

Gentges fordert Aufstockung des Hilfspakets für Düngerpreise

Elektrischer Zug in schwarz-gelbem Design fährt durch eine grüne Landschaft.
Öffentlicher Nahverkehr

SWEG fährt künftig auch am Hochrhein

Kisten mit Gemüse und Obst.
Ernährung

Ernährungsbildung junger Erwachsener stärken

Landgericht Ulm
Justiz

Bekämpfung von sexuellem Kindesmissbrauch auf der Kippe

Abschlussveranstaltung zum Projekt "Nachhaltige Schulverpflegung" am 07.07.2026
Ernährung

Nachhaltige Schulverpflegung prägt Bewusstsein

Ein Ingenieur der Porsche AG vermisst für die Digitalisierung einen Panamera (Bild: © dpa).
Automobilwirtschaft

Wirtschaftsministerin lädt zu Spitzengespräch ein

Bio-Musterregion Heidenheim plus
Landwirtschaft

Meisterbriefe für Nachwuchs im Molkereihandwerk

Staatssekretär Raimund Haser steht vor seinem Fahrrad mit einem Fahrradhelm auf dem Kopf und hält ein Handy in die Kamera.
Radverkehr

RadMelder startet auf der Landesgartenschau

Die frisch gekürte Badische Weinkönigin Rosa Kost (Mitte) steht mit den beiden ebenfalls frisch gekürten Badischen Weinprinzessinnen Tina Müller (links) und Viktoria Benz (rechts) auf der Bühne.
Weinbau

Rosa Kost ist neue Badische Weinkönigin

Wirtschaftsministerkonferenz 2026
Wirtschaftsministerkonferenz

Mit Wettbewerb und Innovationen den Wirtschaftsstandort stärken

Kur- und Heilwald
Forst

Handbuch für Kur- und Heilwälder veröffentlicht

Kernkraftwerk Philippsburg ohne Türme (Aufnahme vom 03.06.2020)
Kernkraft

Beschädigte Brandschutztür im Kernkraftwerk Philippsburg

Unser Dorf hat Zukunft - Landesentscheid 2025: Griessen
Ländlicher Raum

Klettgau-Grießen gewinnt Silber bei „Unser Dorf hat Zukunft“

Eine Person erntet eine Traube bei der Weinlese.
Weinbau

Neue Verwaltungsvorschrift unterstützt Weinbau

Ein Mitarbeiter einer Straßenschilderfirma befestigt in Freiburg ein Verkehrsschild, das auf eine Umweltzone in der Innenstadt hinweist (Bild: dpa).
Digitalisierung

Baden-Württemberg startet digitales Verkehrszeichenkataster