Außenwirtschaft

Erster Asien-Pazifik Summit in Stuttgart

Mit dem Asien-Pazifik Summit schafft das Land eine neue Plattform für den strategischen Dialog zwischen Baden-Württemberg und der Asien-Pazifik-Region.

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Eine Mitarbeiterin der Firma Lütze fertigt Bauteile für elektronische Steuerungen für Schienenfahrzeuge.
Symbolbild

Zum ersten Mal fand am 17. Juni 2026 der Asien-Pazifik Summit des Ministeriums für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg und der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart statt. Über 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben die Möglichkeit genutzt, sich über die Wachstumsmärkte in der Asien-Pazifik Region zu informieren und sich mit Expertinnen und Experten des Auslandsgeschäfts aus dem In- und Ausland auszutauschen.

Neue Plattform für den strategischen Dialog mit der Asien-Pazifik-Region

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut sagte: „Mit dem Asien-Pazifik Summit schaffen wir eine neue Plattform für den strategischen Dialog zwischen Baden-Württemberg und der Asien-Pazifik-Region. Ziel ist es, bestehende außenwirtschaftliche Beziehungen mit dieser Wachstumsregion weiter zu vertiefen sowie neue Impulse für die bilaterale und multilaterale Zusammenarbeit im Bereich von Zukunftstechnologien in dieser Länderregion zu setzen.“

Claus Paal, Präsident der IHK Region Stuttgart, ergänzte: „Asien wächst, Asien boomt. Es wäre fahrlässig, diese Entwicklung zu ignorieren. Ob beim Export unserer Waren und Dienstleistungen oder entlang der gesamten Wertschöpfungskette – Asien ist heute nicht mehr wegzudenken. Deshalb müssen unsere Unternehmen die Chancen vor Ort kennen und nutzen. Und deshalb muss die Europäische Union den Ausbau weiterer Freihandels- und Partnerschaftsabkommen entschlossen vorantreiben. Erfolgreiche Asien-Strategien beginnen längst nicht mehr am Hamburger Hafen, sondern in Bangalore, Singapur, Ho-Chi-Minh-Stadt oder Jakarta.“

Fokus auf Technologie

Als erstes deutsches Bundesland hat Baden-Württemberg 2025 Leitlinien für die Wachstumsmärkte in der Asien-Pazifik Region (PDF) erstellt, in der mit über 4,5 Milliarden Menschen fast 60 Prozent der Weltbevölkerung leben und in der mehr als 60 Prozent des globalen Wirtschaftswachstums stattfinden. Allein im Halbleiterbereich vereinigt diese Region mehr als 80 Prozent der weltweiten Produktionskapazitäten. „Wir wollen unsere Wirtschaft dazu ermutigen, sich unter den veränderten globalen Rahmenbedingungen in dieser Weltregion erfolgreich zu bewegen, ihre Lieferketten zu diversifizieren und so ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen“, so Hoffmeister-Kraut.

Im Fokus des ersten Asien-Pazifik-Summits standen technologische Trends, Chancen für Kooperations- und Innovationspartnerschaften sowie gezielte Informationen zu dynamischen Wirtschaftssektoren in den Volkswirtschaften der Region.

Hochrangige Gäste

Als Gäste der Veranstaltung sprachen der Botschafter der Republik Singapur, S.E. Lee Chong Hock, sowie die Generalkonsulin des Königreichs Thailand, Prapenpim Prachonpachanuk, und der Generalkonsul der Republik Indien, Shatrughna Sinha. Jörg Wuttke, langjähriger Präsident der Europäischen Handelskammer in Peking, und Prof. Dr. Christian von Lübke von der Hochschule Konstanz gaben zudem tiefe Einblicke zur Region und ordnen die Perspektiven deutscher Unternehmen im Asien-Pazifik-Raum ein.

In seiner Keynote betonte Jörg Wuttke von der Albright Stonebridge Group und langjähriger Präsident der Europäischen Handelskammer in Peking: „Die geopolitische Komplexität im Asiengeschäft nimmt zu. Die Rivalität zwischen den Wirtschaftsgiganten USA und China betrifft direkt die Interessen deutscher Firmen. Die Sensibilisierung und Vorbereitungen der Firmen müssen verstärkt werden. Stand früher ESG für Environment, Social und Governance, so steht ESG 2.0 nun für Energie, Sicherheit und Geopolitik.“

Prof. Christian von Lübke von der HTWG Konstanz sagte: „Die ASEAN-Region wird als Wirtschafts- und Innovationsraum oftmals unterschätzt. Neben Singapur entwickeln sich auch Malaysia, Indonesien, Vietnam und die Philippinen zu wachstumsstarken Märkten mit jungen Gesellschaften und hoher Innovationskraft. Für Baden-Württemberg eröffnet sich damit ein strategisches Zeitfenster, um Technologiekooperationen zu vertiefen, Startup-Netzwerke auszubauen und internationale Fachkräfte zu gewinnen.“

14 Aussteller aus dem In- und Ausland

Am Vormittag hat ein Unternehmerpanel über Best-Practices und Fallstricke in der Asien-Pazifik Region diskutiert, Vertreterinnen und Vertreter von Auslandshandelskammern aus China, Indonesien, Singapur und Vietnam zeigten zudem auf, welche Innovationsdynamiken im Asien-Pazifik-Raum liegen.

Die Panels am Nachmittag thematisierten unter anderem den Bereich Halbleiter-Lieferketten sowie die Chancen in der Gesundheitsindustrie in Japan, Südkorea und China.

Als Gesprächspartner standen den Unternehmensvertreterinnen und -vertretern Repräsentantinnen und Repräsentanten von zahlreichen Auslandshandelskammern aus der Asien-Pazifik Region sowie der dort verankerten Wirtschaftsrepräsentanzen und Auslandsbüros des Landes zur Verfügung. 14 Aussteller aus dem In- und Ausland boten den Tag über Fachinformationen an und standen ebenfalls als Gesprächspartner zur Verfügung.

Asien-Pazifik-Leitlinien (PDF)

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