„Die erste gemeinsame Herbstpressekonferenz des Badischen Weinbauverbands und des Weinbauverbands Württemberg ist ein starkes Signal. Denn es unterstreicht, dass die Verbände ihre Interessen künftig noch stärker gemeinsam vertreten wollen, was ich ausdrücklich begrüße. Denn uns ist der enge Austausch mit der Branche sehr wichtig, weil wir nur gemeinsam die Zukunft des Weinbaus in Baden-Württemberg gestalten können“, sagte die Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat, Marion Gentges am 11. September 2026, in Sasbachwalden im Ortenaukreis, anlässlich der ersten gemeinsamen Herbstpressekonferenz der Weinbauverbände.
Frühe Weinlese mit guten Qualitätserwartungen
Die Weinlese 2026 hat in vielen Regionen ungewöhnlich früh begonnen. Die anhaltende Trockenheit hat das Beerenwachstum gebremst. Deshalb ist insgesamt mit unterdurchschnittlichen Erträgen zu rechnen. Bei der Qualität sind die Erwartungen dagegen gut. Die Trauben zeigen sich überwiegend gesund. Auch die Mostgewichte haben zuletzt deutlich zugelegt. Deshalb rechnen die Fachleute mit guten bis sehr guten Qualitäten. Die trockene und warme Witterung hatte zudem positive Auswirkungen auf den Pflanzenschutz.
Der Befall mit Pilzkrankheiten blieb gering. Auch wichtige Schädlinge verursachten nur wenige Probleme. Gleichzeitig stellte die Trockenheit viele Betriebe vor Herausforderungen. Besonders junge Rebanlagen ohne Bewässerung waren betroffen. Vereinzelt kam es zu Schäden bis hin zum Absterben von Rebstöcken. Hinzu kamen örtlich schwere Hagelschäden in Baden und Württemberg.
Land stärkt Weinbau und schafft Perspektiven für die Zukunft
Der Weinbau stehe derzeit vor großen wirtschaftlichen und strukturellen Herausforderungen. „Gerade jetzt braucht die Branche verlässliche Perspektiven und unsere Unterstützung, um den notwendigen Wandel aktiv und gut zu begleiten“, betonte Ministerin Gentges.
Das Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat (MLR) werde die Weinbaustrategie weiterentwickeln und setzt auf konkrete Maßnahmen für einen wirtschaftlich tragfähigen und zukunftsfähigen Weinbau. „Der Strukturwandel im Weinbau ist bedeutend für unser Land. Daher überlegen wir gemeinsam mit den Regionen, wie sich die Rebflächen sinnvoll weiterentwickeln lassen. Hierfür wollen wir die Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepte (ILEK) stärker für die Weinbauregionen nutzen“, sagte Ministerin Gentges. Auch regional prägende Steillagen wolle man langfristig erhalten und stärker fördern.
Mit der Rotationsbrache schafft das Land ab 2027 eine weitere Möglichkeit, mit dem Strukturwandel umzugehen. „Gerodete Rebflächen können vorübergehend aus der Bewirtschaftung genommen werden. Das gibt den Betrieben eine Verschnaufpause um Geschäftsmodelle zu überdenken. Die Böden können in der Zwischenzeit regenerieren und die offenen Flächen bereichern Artenvielfalt und Landschaftsbild“, sagte Ministerin Gentges.
Mit der neuen Verwaltungsvorschrift Förderung Weinbau hat das Land zudem die Förderbedingungen verbessert.
Das betrifft die Umstrukturierung und Umstellung von Rebflächen, die Investitionen im Weinbau und die Absatzförderung in Mitgliedsstaaten.
Bei der Umstrukturierung unterstützt das Land besonders den Anbau pilzwiderstandsfähiger Rebsorten. Für PIWI-Sorten gibt es aktuell zusätzlich bis zu 3.000 Euro je Hektar.
Herkunft und Weintourismus stärken
Baden-Württemberg steht für vielfältige Weinregionen mit eigenständigen Profilen. Diese Herkunft ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal und bietet Chancen für die Vermarktung. Deshalb wird das Land die Herkunftskommunikation weiter stärken. Die Schutzgemeinschaften leisten dabei einen wichtigen Beitrag. Sie können die Besonderheiten ihrer Regionen sichtbar machen und gemeinsam für deren Qualität werben. Auch der Weintourismus bietet große Chancen für die Weinregionen, den das Land weiter entwickeln will. Wein, Landschaft, Kultur und regionale Angebote sollen noch stärker zusammenspielen. Sie prägen die regionale Identität und machen Baden-Württemberg zugleich für Gäste attraktiv.
Verlässliche Rahmenbedingungen für den Weinbau
In den aktuellen Verhandlungen über die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union (EU) nach 2027 geht es um die grundlegende Architektur der zukünftigen Agrarförderung. „Für uns ist klar: Der Weinbau muss auch künftig einen verlässlichen Platz in der europäischen Agrarförderung haben und die Unterstützung für den Weinbau muss erhalten bleiben“, sagte Ministerin Gentges. Dafür brauche es ein verlässliches Budget und planbare Förderbedingungen. Bewährte Fördermaßnahmen müssten fortgeführt und die Betriebe von unnötiger Bürokratie entlastet werden.
„Der Weinbau steht vor Veränderungen. Wir unterstützen unsere Winzerinnen und Winzer, um den notwendigen Wandel gemeinsam zu gestalten. Denn wir wollen starke Betriebe, lebendige Weinregionen und einen Weinbau mit Zukunft in Baden-Württemberg“, betonte Ministerin Marion Gentges.
















