Verkehrssicherheit

Halbjahresbilanz der Verkehrsunfallentwicklung

Innenminister Manuel Hagel hat die Halbjahresbilanz der Verkehrsunfallentwicklung vorgestellt. Die Zahl der getöteten und schwerverletzten Verkehrsteilnehmer ist deutlich zurückgegangen.

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Polizeistreife bei Verkehrsunfall
Symbolbild

„Auf dem Weg zur Vision Zero, also einem Straßenverkehr ohne Getötete und Schwerverletzte, bleiben wir auf der richtigen Spur. Im ersten Halbjahr 2026 sind die Zahlen der Schwerverletzten sowie Getöteten auf unseren Straßen deutlich gesunken. Das ist ein positives Signal, aber längst keine Entwarnung! In den ersten sechs Monaten sind 161 Menschen im Straßenverkehr gestorben. Das sind zwar knapp 15 Prozent weniger als im Vorjahr, aber jeder Einzelne ist einer zu viel. Deshalb lassen wir hier kein bisschen nach und erhöhen die Verkehrssicherheit in Baden-Württemberg weiter, denn alle sollen sicher ankommen“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Manuel Hagel anlässlich der Veröffentlichung der Halbjahresstatistik zur Verkehrsunfallentwicklung (PDF).

Im ersten Halbjahr 2026 ereigneten sich insgesamt 154.347 Verkehrsunfälle auf den Straßen von Baden-Württemberg (+2,2 Prozent), davon 137.968 Verkehrsunfälle mit Sachschaden (+2,3 Prozent) und 16.379 Personenschadensunfälle (+1,8 Prozent). Hierbei verunglückten 17.494 Menschen leicht (+1,0 Prozent), 2.562 schwer (-5,1 Prozent) und 161 tödlich (-14,4 Prozent). Nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit war nach wie vor die Unfallursache Nummer eins bei tödlichen Verkehrsunfällen (Anteil: 39,7 Prozent).

Überhöhte Geschwindigkeit weiterhin Unfallursache Nummer eins

Häufigste Ursache bei tödlichen Verkehrsunfällen auf den baden-württembergischen Straßen bleibt weiterhin überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit. Im Zeitraum von Januar bis Juni 2026 waren 39,7 Prozent der Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang darauf zurückzuführen. Wie im Vorjahr waren Vorfahrts- beziehungsweise Vorrangverletzungen mit einem Anteil von 13,9 Prozent die zweithäufigste Ursache für tödliche Verkehrsunfälle, gefolgt von Ablenkung (Anteil: 10,6 Prozent) und mangelnder Verkehrstüchtigkeit (Anteil: 9,9 Prozent).

„Nach wie vor wird die Gefahr von überhöhter oder nicht angepasster Geschwindigkeit gnadenlos unterschätzt. 64 Menschen, die wegen nicht angepasster oder überhöhter Geschwindigkeit in den ersten sechs Monaten gestorben sind, sprechen da eine klare Sprache: Rasen ist kein Spaß, sondern ist lebensgefährlich!“, betonte Minister Manuel Hagel.

Verkehrsunfallentwicklung nach Verkehrsbeteiligungsarten

Die Anzahl der Motorradunfälle ging um 4,2 Prozent von 2.308 auf 2.210 Verkehrsunfälle im Vergleichszeitraum zurück. Insgesamt 1.803 Bikerinnen und Biker kamen bei Motorradunfällen zu Schaden, davon erlitten 1.318 leichte (-7,2 Prozent), 461 schwere (-5,7 Prozent) und 24 tödliche (-41,5 Prozent) Verletzungen. Knapp 80 Prozent der tödlichen Motorradunfälle wurden durch die Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer selbst verursacht, die meisten davon waren auf nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen.

Während die Anzahl der Pedelec-Unfälle um 10,7 Prozent von 2.206 auf 1.969 Verkehrsunfälle zurückging, stieg die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Fahrrädern ohne Antrieb um 2,2 Prozent von 4.080 auf 4.457 Verkehrsunfälle an. Die Anzahl der im Verkehr getöteten Radfahrerinnen und Radfahrer belief sich wie im Vorjahreszeitraum auf 33, davon starben 18 bei der Benutzung eines Pedelecs (-18,2 Prozent). 88,9 Prozent der tödlich verletzten Pedelecnutzer waren im Seniorenalter.

Obwohl die Anzahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Fußgängern und die der dabei verunglückten Fußgänger rückläufig war, stieg die Anzahl der getöteten Fußgängerinnen und Fußgänger von 24 auf 27 an.

Bei den Elektrokleinstfahrzeugen, meist E-Scooter, war weiterhin eine deutliche Zunahme bei den Verkehrsunfällen und den dabei Verunglückten festzustellen. In den Monaten Januar bis Juni 2026 ereigneten sich insgesamt 1.290 Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Elektrokleinstfahrzeugen, was einer Zunahme von 46,4 Prozent entspricht (2025: 881). Die Anzahl der leichtverletzten Nutzerinnen und Nutzern von Elektrokleinstfahrzeugen stieg um 44,9 Prozent auf 868 und die Anzahl der schwerverletzten um +72,6 Prozent auf 126 deutlich an. Eine Person verunglückte tödlich (2025: 4). Bei 45,5 Prozent dieser Verkehrsunfälle mit Personenschaden waren die Nutzer minderjährig.

Mangelnde Verkehrstüchtigkeit aufgrund berauschender Mittel führte zu insgesamt 2.243 Verkehrsunfällen, davon 1.895 infolge Alkoholeinflusses (+0,2 Prozent) und 348 aufgrund des Einflusses von Cannabis sowie Betäubungsmitteln (-22,1 Prozent).

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