Schienenverkehr

DB Regio gewinnt Ausschreibung für Neckartal und Südbahn

Die DB Regio AG soll ab dem 1. August 2025 den Regionalverkehr im Neckartal und auf der Südbahn übernehmen. Der Vertrag gilt bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2032.

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Ein Personenzug «Regio DB Südbahn» fährt in den Hauptbahnhof in Ulm, während auf dem Bahnsteig eine Reisende wartet. (Foto: © dpa)

Die DB Regio AG hat sich in einem Ausschreibungsverfahren für den Regionalverkehr im Land durchgesetzt. Sie soll damit auch die SWEG Bahn Stuttgart GmbH (SBS), aktuell Tochter der landeseigenen SWEG, übernehmen.

Kern der Ausschreibung ist der Bahnbetrieb auf den Strecken im Neckartal und auf der Südbahn. Die Übernahme steht unter dem Vorbehalt einer fusionsrechtlichen Überprüfung durch das Bundeskartellamt sowie einer zehntägigen vergaberechtlichen Wartefrist.

SWEG stellte vorübergehend den Fahrbetrieb sicher

Besonders an diesem Verfahren war: Nicht nur der Betrieb des Netzes, sondern damit verbunden der Kauf der gesamten Gesellschaft SBS wurde ausgeschrieben. Nach der Insolvenz der ehemaligen Abellio Rail Baden-Württemberg GmbH war die landeseigene Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH (SWEG) kurzfristig im Rahmen einer sogenannten vergaberechtlichen Notmaßnahme eingesprungen und hat dafür das Unternehmen ab dem 1. Januar 2022 übernommen.

Verkehrsminister Winfried Hermann erklärte: „So konnten wir sicherstellen, dass die Züge weiterhin stabil für die Fahrgäste fahren. Wie es in solchen Fällen gesetzlich notwendig ist, haben wir die Leistungen neu ausgeschrieben. Die frühere Abellio Baden-Württemberg wurde inzwischen in die SBS umfirmiert. Ich danke der SWEG dafür, dass sie damals so kurzfristig für einen stabilen Zugverkehr eingesprungen ist und ganz besonders allen Mitarbeitenden für das in den vergangenen Jahren Geleistete.“

Beschäftigte können Arbeitsplatz behalten

Nun soll die Gesellschaft von der DB Regio übernommen werden, sobald das Kartellamt grünes Licht gibt. „Ich bin zuversichtlich, dass die Mitarbeitenden bei der DB Regio eine gute Perspektive für die Zukunft finden können“, so Winfried Hermann. Wie 2022 können alle Beschäftigten ihren Arbeitsplatz in der Gesellschaft behalten, nur die Eigentümerin wechselt.

Der neue Vertrag gilt vom 1. August 2025 bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2032. Bei den konkreten Verkehrsleistungen geht es im Detail um das heutige Los 1 (Neckartal) der Stuttgarter Netze ab dem 1. August 2025 und um die Südbahn ab Dezember 2027. Gemeinsam sind diese Leistungen als Netz 35 Los 3 – Nordbaden-Oberschwaben zusammen mit der Bayrischen Eisenbahn Gesellschaft (BEG) ausgeschrieben worden. In den Gremien der BEG ist ebenfalls die Zustimmung zum Zuschlag erteilt worden.

68 landeseigene Züge und Werkstatt stehen bereit

Die Landesanstalt Schienenfahrzeuge Baden-Württemberg (SFBW) wird die 52 bisher an die SBS verpachteten Fahrzeuge der Baureihe Talent 3 für das Netz 35 Los 3 weiter beistellen. Zusätzlich kommen weitere 16 Fahrzeuge der gleichen Baureihe im Eigentum des Landes dazu, die aus einem auslaufenden Verkehrsvertrag (Gäu-Murr) in das neue Netz Nordbaden-Oberschwaben überführt werden. „Die SFBW stellt auch die Werkstatt in Pforzheim zur Verfügung, die sie nach der Insolvenz der Abellio zur Sicherung des Standorts übernommen hatte. Die Wartung der Züge spielt für den Betrieb eine sehr wichtige Rolle“, erläuterte Hermann.

Umrüstung der Fahrzeuge auf digitale Steuerungstechnik

Zusätzlich stellt das Land Baden-Württemberg für den neuen Verkehrsvertrag weitere Fahrzeuge der Baureihe Talent 3plus zur Verfügung, um gleichzeitig die bisherige Bestandsflotte der SBS auf das European Train Control System (ETCS, deutsch Europäisches Zugbeeinflussungssystem) bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 umzurüsten. Dies ermöglicht beispielsweise kürzere Abstände der Züge während der Fahrt und erhöht damit die Kapazität der Strecken rund um die Landeshauptstadt. „Mit der Inbetriebnahme des neuen Durchgangsbahnhofs Ende 2026 wird der Schienenknoten Stuttgart mit ETCS betrieben werden. Dafür machen wir die Züge der Landesflotte fit, um die notwendige Leistungsfähigkeit des Bahnknoten zu erreichen“, so Hermann.

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