Gesundheitsberufe

Neuer Weg ins Medizinstudium startet

Bei der Vergabe der Medizinstudienplätze über die ÖGD-Quote zählen das persönliche Auswahlgespräch, das Ergebnis des medizinischen Eignungstests und etwaige bereits gesammelte Erfahrungen im medizinischen Bereich, nicht die Abiturnote.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Student im Praktischen Jahr am Universitätsklinikum Heidelberg spricht mit einem Patienten.
Symbolbild

Nachdem am 1. März 2026 das Auswahlverfahren der Landarztquote in die sechste Runde gestartet ist, können sich vom 1. April bis einschließlich 30. April 2026 Interessierte unabhängig von ihrer Abiturnote im Rahmen der ÖGD-Quote für einen der zehn Studienplätze im Bereich Humanmedizin bewerben. Die neue ÖGD-Vorabquote wird erstmals zum Wintersemester 2026/2027 eingeführt.

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha unterstrich die Bedeutung des Programms: „Mit der Vorabquote für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) setzen wir ein klares Signal: Wir gewinnen gezielt Nachwuchs für einen Bereich, der für unser Gemeinwesen unverzichtbar ist. Wer sich für den ÖGD entscheidet, stärkt Prävention, Krisenfestigkeit und Gesundheitsversorgung für alle.“

Vielfältige Aufgaben im Öffentlichen Gesundheitsdienst

Wissenschaftsministerin Petra Olschowski ergänzte: „Die Arbeit im Öffentlichen Gesundheitsdienst ist gesellschaftlich hochrelevant – von Gesundheitsförderung und Prävention bis zum Bevölkerungsschutz. Die neue ÖGD-Vorabquote und zusätzliche Veranstaltungen zu Public Health im Medizinstudium bieten die große Chance, unsere Gesundheitsämter zu stärken und junge Menschen für die erfüllende ärztliche Tätigkeit im Öffentlichen Gesundheitsdienst zu begeistern.“

Regierungspräsidentin Susanne Bay erklärte: „Der Öffentliche Gesundheitsdienst für Bürgerinnen und Bürger muss nachhaltig gestärkt werden, damit wir auch weiterhin alle gemeinsam gesund leben können. Mit der neuen Vorabquote wollen wir dafür den Grundstein legen.“

Weitere Vorabquote zum Studium der Humanmedizin

Die ÖGD-Quote ist eine weitere Vorabquote im Rahmen der Zulassung zum Studium der Humanmedizin und beruht auf dem Gesundheitsdienst-Fachkräftegesetz zur Unterstützung des fachärztlichen Nachwuchses im Öffentlichen Gesundheitsdienst in Baden-Württemberg. Jährlich können, bis einschließlich des Wintersemesters 2030/2031, bis zu zehn Studienplätze an Bewerberinnen und Bewerber vergeben werden, die sich im Gegenzug nach Abschluss des Studiums und der anschließenden Facharztweiterbildung für mindestens zehn Jahre verpflichten, im Öffentlichen Gesundheitsdienst zu arbeiten.

Bewerberinnen und Bewerber können ihre Unterlagen online hochladen und sich für einen der zehn Studienplätze bewerben. Nach einer erfolgreichen schriftlichen Bewerbung folgt für etwa 20 Personen die Einladung zu einem persönlichen Auswahlgespräch.

Abiturnote steht nicht an erster Stelle

Bei der Vergabe der Studienplätze kommt es nicht auf die Abiturnote an. Vielmehr zählen das persönliche Auswahlgespräch, das Ergebnis des medizinischen Eignungstests (TMS) und etwaige bereits gesammelte Erfahrungen im medizinischen Bereich – ob beruflich oder ehrenamtlich.

Ziel ist, Medizinstudentinnen und Medizinstudenten zu gewinnen, die sich künftig als Fachärztinnen und Fachärzte für den öffentlichen Gesundheitsdienst engagieren und damit einen Beitrag zu Sicherstellung des Gesundheitsschutzes im Land leisten. Das Berufsbild im Öffentlichen Gesundheitsdienst ist vielseitig. Im Mittelpunkt steht der Schutz der Bevölkerung, etwa durch die Bekämpfung von Infektionskrankheiten, die Hygieneüberwachung von Einrichtungen und die Kontrolle des Trinkwassers. Aber auch der umweltbezogene Gesundheitsschutz ist beispielsweise Teil des Öffentlichen Gesundheitsdienstes. Hinzu kommen Beratung und Information der Bürgerinnen und Bürger, Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und vieles mehr.

Der spätere Einsatzort wird vor der Festlegung durch das zuständige Regierungspräsidium Stuttgart gemeinsam mit den angehenden Ärztinnen und Ärzten besprochen. Dabei werden nach Möglichkeit auch Ortswünsche und die persönlichen Lebensverhältnisse berücksichtigt.

Quelle:

Regierungspräsidium Stuttgart und Sozialministerium

Weitere Meldungen

Ein Bild der teilnehmenden beruflichen Schulen am Projekt „Stadt – Land – Future“
Schule

Berufliche Gymnasien präsentieren innovative Projekte

Collage aus zwei Fotos: Teilnehmende der GFMK 2026 stehen als Gruppe auf einer Treppe, Foto von Baden-Württembergs Sozialminister Oliver Hildenbrand mit Abstimmungsschild für Baden-Württemberg in der erhobenen Hand.
Gleichstellung

Impulse für Demokratie, Gewaltschutz und Integration

Eine Jugendliche schaut aus dem Fenster.
Zusammenhalt

Land wird Bündnis gegen Einsamkeit gründen

Junge Männer auf einer Schwimmplattform in einem Badesee in Plüderhausen
Gesundheitsschutz

Badeseen im Land überzeugen mit sehr guter Wasserqualität

Ein Thermometer zeigt fast 36 Grad Celsius an.
Gesundheit

Warnung vor Hitzewelle mit Tropennächten

Ein 13 Jahre alter Schüler arbeitet an einem iPad mit der Lernplattform Moodle.
Start-up BW

Zwei Schülerfirmen aus Baden-Württemberg ausgezeichnet

Flur im Krankenhaus mit Personal und Betten
Gesundheit

Kliniken sichern, Versorgung stärken, Lasten fair verteilen

Symbolbild: Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. (Bild: picture alliance/Uli Deck/dpa)
Demokratie

Bundesverfassungsrichterin besucht Schule in Leimen

Businessfrau sitzt an einem PC
Wirtschaft

Ungenutztes Arbeitskräfte­potenzial von Frauen

Kultusminister Jung (Mitte) mit Grundschulkindern. Der Minister schüttelt einem Jungen die Hand.
Schule

Jung besucht Grundschule Stockach

Ein fahrender Regionalzug
Schienenverkehr

Erneut deutsch-französische Sommeraktion für junge Menschen

Landestreffen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland in Baden-Württemberg
Heimat

Treffen und Tagung der Russlanddeutschen

Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas.
Masterplan Wasserversorgung

Beirat für sichere Wasserversorgung gegründet

Gruppenbild: Team der Antidiskriminierungsstelle des Landes Baden-Württemberg (LADS) mit Vertreterinnen und Vertretern aus 12 Städten und Landkreisen im Sozialministerium in den Räumen des Sozialministeriums.
Antidiskriminierungsstelle

LADS und Kommunen im Dialog zur Antidiskriminierungsarbeit

von links nach rechts: Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Georg Kräusslich, Präsident der Heidelberger Akademie der Wissenschaften; Prof. Dr. Irena Kogan, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung; Prof. Dr. Largus Angenent, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Tübingen; Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und Prof. Dr. Robert Zeiser, Medizinische Fakultät der Universität Freiburg
Forschung

Landesforschungspreise 2026 verliehen