Technologie

Land fördert Miniatur-Batterien für Medizintechnik

Im Projekt „Medicell“ entwickeln Forschende aus Ulm, Stuttgart und Karlsruhe gemeinsam mit der Industrie wiederaufladbare Miniatur-Batterien für die Medizintechnik und perspektivisch auch für weitere Anwendungen.

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Eine Person in medizinischer Kleidung hält eine Digitalkamera speziell für den klinischen Einsatz. (Bild: Maja Hitij/dpa)
Symbolbild

Baden-Württemberg startet im März 2026 das Projekt „Medicell“. Forschende aus Ulm, Stuttgart und Karlsruhe entwickeln gemeinsam mit der Industrie wiederaufladbare Miniatur-Batterien für die Medizintechnik und perspektivisch auch für weitere Anwendungen. Das Projekt wird vom Land mit rund acht Millionen Euro gefördert.

„Batteriezellen sind eine Schlüsseltechnologie für unsere industrielle Zukunft. Mit Projekten wie ‚Medicell‘ stärken wir die regionale und europäische Wertschöpfung und erhöhen zugleich die technologische Souveränität unseres Wirtschaftsstandortes Baden-Württemberg und damit auch Europas“, erklärte Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus.

Neue Generation Batterien für tragbare Medizintechnik

Millionen tragbarer Medizingeräte nutzen heute kleine Einwegbatterien. Dazu zählen Hörgeräte oder Insulinpumpen. Die Batterien müssen häufig gewechselt werden. Hier setzt das Forschungsprojekt „Medicell“ an. Forschende entwickeln ultrakompakte Lithium-Ionen-Zellen. Diese Batterien sind wiederaufladbar und bieten längere Laufzeiten. Davon profitieren Patientinnen und Patienten sowie die Umwelt. Das Projekt wird durch das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) aus Ulm koordiniert. Weitere Forschungspartner sind das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) aus Stuttgart. Zentraler Industriepartner ist die VARTA Microbattery GmbH aus Ellwangen. Weitere Unternehmen sollen noch in das Vorhaben eingebunden werden. Die Laufzeit des Projekts beträgt drei Jahre.

Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut: „Die Entwicklung leistungsfähiger Batterien gewinnt weltweit an Bedeutung. Mit Projekten wie ‚Medicell‘ baut Baden-Württemberg seine Rolle als leistungsfähiger Batteriestandort und führender Industriestandort weiter aus. Forschungseinrichtungen und Unternehmen arbeiten dabei eng zusammen. So können neue Technologien schneller in Produkte und Märkte gelangen.“

In das Projekt sollen auch Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau sowie Anwender aus der Medizintechnikbranche eingebunden werden. Zudem sollen die Forschungsergebnisse auch auf weitere Anwendungsfelder übertragen werden können.

Industriepolitische Bedeutung für Baden-Württemberg

Vor dem Hintergrund globaler Transformationsprozesse in Energie, Mobilität und Gesundheitstechnologien kommt der Batterietechnologie eine zunehmend systemische Bedeutung zu. Sie ist ein zentraler Faktor für Innovationen und maßgeblich für die industrielle Wettbewerbsfähigkeit. Für Baden-Württemberg als eine der führenden Industrieregionen Europas eröffnet die gezielte Förderung von Batterieforschung und -produktion erhebliche Chancen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Materialentwicklung über die Zellfertigung bis hin zur Integration in komplexe Anwendungen.

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