Drei Hubs für die Fusionsforschung – Ökosysteme, die Wissenschaft, Wirtschaft und Start-ups für Innovationen verzahnen – hatte das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) zur Förderung ausgeschrieben. Am 29. Juli 2026 wurde die Entscheidung bekannt gegeben: Einer der Hubs kommt nach Baden-Württemberg an das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das BMFTR fördert den Hub zu Beginn mit rund 30 Millionen Euro und setzt langfristig auf Karlsruhe als zentraler Nukleus für die Industrialisierung der Fusionstechnologie.
Die Entscheidung des BMFTR stärke die deutsche Fusionsforschung sowie den Wissenschafts- und Innovationsstandort Baden-Württemberg, sagte Wissenschaftsministerin Petra Olschowski. „Wie schnell die Fusion im Energiemix der Zukunft eine Rolle spielen kann, hängt maßgeblich von technologischen Fortschritten in der Materialforschung und der Entwicklung des Brennstoffkreislaufes ab. Und genau hier spielen die Karlsruher Forscher in der globalen Spitzenklasse: Für Fusionsreaktoren geeignete Materialien sind ein entscheidender Baustein bei der Ermöglichung der Fusion. Gleichermaßen relevant ist die Schlüsselkompetenz des KIT eines sicher und nachhaltig funktionierenden Brennstoffkreislaufes, einschließlich der Erzeugung des für den Fusionsprozesses notwendigen Tritiums. Der Zuschlag für einen der drei Hubs festigt die führende Rolle Baden-Württembergs in der Fusionsforschung nun dauerhaft. Es ist ein klarer Beleg dafür, dass wir mit unserem Fokus auf Zukunftstechnologien und der Ausrichtung auf die Hightech Agenda Deutschland erfolgreich sind.“
Karlsruhe als idealer Standort
„Die Entscheidung des Bundesministeriums freut mich sehr“, ergänzte der KIT-Präsident, Professor Jan S. Hesthaven. „Wir gehören beim Thema Fusionstechnologie zur Weltspitze. Unsere Expertise und unsere einzigartigen Infrastrukturen machen das KIT zu einem idealen Standort. Mit dem Fusions-Hub in Karlsruhe können wir unsere Forschung an den zentralen Voraussetzungen künftiger Fusionskraftwerke gezielt weiter vorantreiben.“
Die Fusionsenergie habe das Potenzial, enorm viel Energie bereitzustellen, fügte Professor Christoph Kirchlechner, Sprecher des Programms Fusion am KIT, hinzu. „Am KIT arbeiten wir daran, diese möglichst rasch praktisch nutzbar zu machen. Gemeinsam mit unseren Partnern entwickeln wir deshalb Technologien, die sichere, zuverlässige und wirtschaftlich tragfähige Fusionskraftwerke ermöglichen sollen.“ Zu den Partnern werden auch private Firmen gehören.
Der Karlsruher Hub ist die Schnittstelle zwischen der Magnetfusion, mit den Partnern Proxima Fusion und Gauss Fusion, und der Laserfusion, mit den Partnern Focused Energy und Marvel Fusion. Insgesamt sind bereits jetzt mehr als 30 Partner beteiligt. Von Unis und außeruniversitären Forschungseinrichtungen bis zu etablierten Industrieunternehmen.
Auf dem Weg zum Fusionsreaktor
Mit dem Aktionsplan Fusion treibt der Bund den Aufbau eines ersten Fusionsreaktors in Deutschland voran und richtet dafür drei Forschungshubs ein. Sie bündeln Kompetenzen aus Wissenschaft und Industrie, um zentrale technologische Herausforderungen zu adressieren. Während sich die zwei weiteren Hubs auf Magnet- beziehungsweise Laserfusion konzentrieren, zielt der Karlsruher Hub auf Grundlagentechnologien, die die Voraussetzung dafür sind, die Chancen sowohl in der Magnet- als auch Laserfusion nutzen zu können. Das KIT verfolgt dabei das klare Ziel, den Transfer in industrielle Anwendungen zu beschleunigen und langfristig in Deutschland und Europa Lieferketten aufzubauen und Wertschöpfung zu ermöglichen.
Der Erfolg des Landes, einen der drei Hubs einzuwerben, zeigt eindrücklich, dass Baden-Württemberg mit einem Fokus auf Zukunftsthemen und der Ausrichtung auf die Hightech Agenda im Spitzenfeld relevanter Technologien agiert. Über die Forschung hinaus baut das KIT konkret seine Angebote bei der Ausbildung und Förderung hervorragender Nachwuchskräfte aus. Hier stärkt das KIT mit Unterstützung des Landes seine Rolle dauerhaft.
















