„Baden-Württemberg ist Streuobstland. Streuobstwiesen prägen unser Landschaftsbild, sind Hotspots der Artenvielfalt und liefern vitaminreiches regionales Obst. Damit diese einzigartige Kulturlandschaft für zukünftige Generationen erhalten bleibt, muss sich ihre Bewirtschaftung auch finanziell lohnen. Die Nutzung der Früchte spielt dabei eine entscheidende Rolle. Der Streuobstpreis macht Menschen sichtbar, die hier neue Wege gehen. Die drei ausgezeichneten Projekte verbinden Streuobstpflege mit regionaler Wertschöpfung. Sie zeigen, wie aus heimischem Obst besondere Produkte entstehen und Menschen für unsere Streuobstwiesen begeistert werden“, unterstrich die Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat, Sarah Schweizer, in Tübingen-Unterjesingen anlässlich der Verleihung des Streuobstpreises Baden-Württemberg.
„Die Preisträgerinnen und Preisträger stellen unter Beweis, was unser heimisches Streuobst alles kann. Sie schaffen besondere Produkte und neue Wertschöpfung. Damit machen sie Streuobstwiesen für Menschen erlebbar und zeigen den unvergleichlichen Geschmack unserer Heimat“, sagte Schweizer.
Drei Projekte, drei kreative Wege
Das Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat zeichnet in diesem Jahr die folgenden drei Projekte mit dem Streuobstpreis des Landes aus. Die Preisverleihung findet alle zwei Jahre statt. Die diesjährige Preisverleihung steht unter dem Motto „Kreative Verwertungsansätze für Streuobst“. Der Preis ist mit insgesamt 4.500 Euro dotiert.
Die Bäuerliche Vermarktung Oberes Donautal eG, BODEG, aus Beuron zeigt, wie regionale Vermarktung zum Erhalt der Streuobstwiesen beitragen kann. Die Genossenschaft wurde 1999 gegründet und vermarktet seitdem Streuobstprodukte aus der Region. Dabei verbindet sie faire Preise für das Obst mit der Pflege der Kulturlandschaft. Auch Bildungsangebote und der Streuobst-Lehrpfad im Kloster-Apfelgarten gehören heute zum Engagement der BODEG.
Japfel aus dem Jagsttal verbindet Streuobstpflege mit einem besonderen Produkt. Menschen können Patenschaften für Obstbäume übernehmen. Die Pflege der Bäume wird damit finanziert. Als Gegenleistung erhalten die Patinnen und Paten jährlich handgemachtes „Japfelmus“. So entsteht eine direkte Verbindung zwischen dem Baum, seiner Ernte und dem fertigen Produkt.
Das Netzwerk Streuobst Mössingen setzt mit seinem Produkt „Pruno“ auf eine besonders ungewöhnliche Idee. Grundlage ist ein Streuobstdestillat aus der Oberösterreicher Weinbirne. Dazu kommen Zwetschgenkerne und Kandiszucker. So entsteht ein regionaler Likör mit einem ganz eigenen Charakter. Der „Pruno“ zeigt, wie kreativ regionale Streuobstprodukte sein können.
















