Ernährung

Ernährungssouveränität bedeutet Sicherheit

Der regionalen Lebensmittelerzeugung kommt eine immer größere Bedeutung zu. Innovative Anbauverfahren oder neue Pflanzensorten können dabei helfen, unsere Ernährungssysteme zukunftsfähig zu machen.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Kisten mit Gemüse und Obst.
Symbolbild: Kisten mit Gemüse und Obst.

„Wir verknüpfen regionales Wissen mit innovativen Ideen und wissenschaftlichen Erkenntnissen. So können wir auch in Zukunft gute und nachhaltige Lebensmittel bereitstellen. Weltweit stehen die Ernährungssysteme durch globale Krisen und die Folgen des Klimawandels vor großen Herausforderungen. Besonders landwirtschaftliche Betriebe sind von dieser Entwicklung betroffen. In Baden-Württemberg hat der diesjährige Hitzesommer die Arbeit unserer Landwirtinnen und Landwirte durch Dürreschäden extrem erschwert. Hohe Preise für Düngemittel und teure Kraftstoffe verursacht durch unterbrochene globale Lieferketten haben die Situation zusätzlich verschärft. Gerade deshalb kommt der regionalen Lebensmittelerzeugung eine immer größere Bedeutung zu. Innovative Anbauverfahren, neue Pflanzensorten, aber auch neue Wege der Verarbeitung und Vermarktung können dabei helfen, unsere Ernährungssysteme zukunftsfähig zu machen“, sagte die Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat, Marion Gentges, anlässlich des Welternährungstages. Dieser findet jährlich am 16. Oktober statt. 

Ernährungssouveränität als Staatsziel

Um das Ziel einer widerstandsfähigen und nachhaltigen regionalen Lebensmittelerzeugung zu erreichen, verfolge das Land mehrere Strategien. Neben der Kombination von Innovationen und regionalem Wissen entlang der Wertschöpfungskette soll das Staatsziel der „Ernährungssouveränität“ in der Landesverfassung verankert werden.

Dadurch würde das Recht auf eine selbstbestimmte, nachhaltige und gerechte Lebensmittelproduktion im Land gestärkt. „Dabei bedeutet Ernährungssouveränität weit mehr als reine Ernährungssicherheit oder die Stärkung des Selbstversorgungsgrades. Es geht um das Recht, die Landwirtschafts- und Ernährungspolitik selbst zu bestimmen und die eigene Bevölkerung mit ausreichender, regional erzeugter und hochwertiger Nahrung zu versorgen. Somit fördert das Staatsziel der Ernährungssouveränität auch das Bewusstsein, dass unsere heimische Landwirtschaft systemrelevant ist. Eine resiliente Lebensmittelversorgung bedeutet Sicherheit“, so die Ministerin.

Vorsorge entlastet

Auch die Ernährungsnotfallvorsorge rückt angesichts von Wetterextremen, Pandemien und anderen Krisenlagen wieder stärker in den Fokus. Denn neben der staatlichen trägt auch die private Vorsorge zu einem resilienten Ernährungssystem bei. Dabei entlastet der private Vorrat im Krisenfall die staatlichen Maßnahmen und stärkt somit das Gemeinwohl.

Wertschätzung für Lebensmittel beginnt vor Ort

Ein wertschätzender Umgang mit Lebensmitteln stellt einen weiteren Baustein einer widerstandsfähigen und nachhaltigen Lebensmittelversorgung dar. Das Land Baden-Württemberg setzt deshalb auf die Regionalkampagne Natürlich.Von Daheim und Qualitätszeichen wie das QZ BW. Dadurch sollen Verbraucher für einen bewussten Umgang mit heimischen Lebensmitteln sensibilisiert und zu deren Kauf animiert werden. „Wir können unseren Bäuerinnen und Bauern dankbar sein für die Vielfalt und Frische regionaler Nahrungsmittel. Teil dieser Wertschätzung ist es, Einkäufe rücksichtsvoll zu planen, einen Überblick über die eigenen Vorräte zu haben und Lebensmittel bestmöglich zu verwerten. Ein wertschätzender Umgang mit landwirtschaftlichen Produkten sorgt nicht nur dafür, dass wir Zugang zu sicheren, nachhaltigen und vielfältigen Lebensmitteln haben, sondern auch die nachfolgenden Generationen“, sagte die Ministerin.

Welternährungstag

Der Welternährungstag erinnert an die Gründung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) am 16. Oktober 1945. Er lenkt weltweit die Aufmerksamkeit auf die Bekämpfung des Hungers, auf Ernährungssicherheit und die Zukunft der Ernährungssysteme. Der diesjährige Welternährungstag steht unter dem Motto „Innovate today. Nourish tomorrow.“. Im Mittelpunkt steht der Beitrag von Innovationen aller Art für eine sichere, nahrhafte, erschwingliche und nachhaltige Ernährung.

Nach Angaben der FAO leiden weltweit noch immer rund 645 Millionen Menschen an Hunger. Weitere 2,7 Milliarden Menschen können sich keine ausgewogene Ernährung leisten.

Weitere Meldungen

Eine junge Frau wird geimpft.
Gesundheit

Auswahlverfahren zur Landarztquote 2026 abgeschlossen

Logo des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“
Ländlicher Raum

29. Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ gestartet

Kuh friss Gras
Landwirtschaft

Antragstellung auf Futtermittelhilfe 2026 läuft an

Streuobst
Streuobst

Land fördert Streuobst-Projekte mit 500.000 Euro

Asiatische Hornisse
Landwirtschaft

Weitere 70.000 Euro zur Bekämp­fung von Asiatischer Hornisse

Flurneuordnung Schrozberg
Flurneuordnung

Flurneuordnung macht die Landschaft klimaresilient

Gesundes Essen bei der Zubereitung.
Ernährung

Impulse für eine gelungene Seniorenverpflegung

Erster Wolf im Süden Sachsen-Anhalts entdeckt
Wolf

Erlegter Wolf war nicht mehr überlebensfähig

GAP 2026
Landwirtschaft

Internationaler Agrarkongress in Stuttgart

LWH 2026. Eingang Halle 1
Landwirtschaft

Positive Bilanz zum 102. Landwirtschaftlichen Hauptfest

ein Glas Mirabellen-Brand
Landwirtschaft

Start der Brennsaison 2026

Besucher laufen über das Landwirtschaftliche Hauptfest auf dem Cannstatter Wasen.
Landwirtschaft

Ehrungsabend auf dem 102. Landwirtschaftlichen Hauptfest

Streuobst
Streuobst

Streuobstpreis des Landes verliehen

Ein Wolf sitzt im Erlebnispark Tripsdrill in einem Gehege. (Foto: dpa)
Tierschutz

Schwer verletzter Wolf musste entnommen werden

Wahl der 78. Deutschen Weinkönigin
Weinbau

Gentges gratuliert Deutscher Weinprinzessin