Gesellschaft

Pilotkommunen verbessern Zusammenarbeit im Krisenfall

Im Rahmen des Projekts „Stark vor Ort – gut vorbereitet für den Ernstfall!“ verbessern acht Pilotkommunen die Zusammenarbeit im Krisenfall.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Mädchen watet durch die überschwemmte Innenstadt von Veringenstadt.
Symbolbild

Gute Krisenvorsorge beginnt nicht erst, wenn der Ernstfall eintritt. Sie beginnt dort, wo Menschen vor Ort gemeinsam überlegen, was in Krisenfällen von wem getan werden muss und geleistet werden kann. Genau hier setzt das Projekt „Stark vor Ort – gut vorbereitet für den Ernstfall!“ an. Für die erste Pilotphase wurden nun acht Kommunen aus Baden-Württemberg ausgewählt. Mit dabei sind Baiersbronn, Ellenberg, Künzelsau, Mannheim, Mengen, Neuenburg am Rhein, Rastatt und Unterensingen.

Pilotkommunen bilden unterschiedliche Ausgangslagen ab

Das gemeinsame Projekt der Baden-Württemberg Stiftung, der Allianz für Beteiligung und des Staatsministeriums Baden-Württemberg hat zum Ziel, die Zusammenarbeit von Kommunen und der Blaulichtfamilie mit der Zivilgesellschaft zu stärken. Denn Vereine, Initiativen, Nachbarschaftsnetzwerke und engagierte Bürgerinnen und Bürger bringen wichtige Ressourcen mit, die auch in Krisen und Katastrophen eine entscheidende Rolle spielen können. Die Auswahl der Kommunen folgte dabei dem Prinzip „most different cases – most similar outcome“. Das heißt, die Pilotkommunen bilden bewusst unterschiedliche Ausgangslagen ab: manche klein und ländlich mit hoher Beteiligungserfahrung, andere städtisch geprägt mit vergleichbar geringer Anzahl an Beteiligungsprozessen in jüngerer Vergangenheit. Einige waren bereits mit Katastrophen wie Hochwasser oder Sturm konfrontiert, andere (noch) nicht. Weitere Kriterien für die Auswahl waren etwa die geographische Lage sowie die Bevölkerungsstruktur.

„Eine starke und widerstandsfähige Demokratie lebt davon, dass Menschen vor Ort zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen. Als Baden-Württemberg Stiftung setzen wir uns bereits seit vielen Jahren für gesellschaftlichen Zusammenhalt ein. Das Projekt ‚Stark vor Ort‘ knüpft genau daran an: Es bringt Kommunen, Hilfs- und Rettungsdienste, Vereine und engagierte Bürgerinnen und Bürger zusammen und stärkt die Kooperation vor Ort“, sagt Theresia Bauer, Geschäftsführerin der Baden-Württemberg Stiftung. „So entstehen Netzwerke, die im Krisenfall schnell und wirksam handeln können. Ich freue mich deshalb sehr, dass nun acht Pilotkommunen im ganzen Land an den Start gehen.“

„Wir wollen nicht nur ein Format für eine bestimmte Art von Kommune entwickeln. Die unterschiedlichen Ausgangslagen der Pilotkommunen ermöglichen es uns, herauszufinden, welche Ansätze unter verschiedenen Bedingungen funktionieren und was sich auch auf andere Kommunen übertragen lässt“, erklärt Anni Schlumberger, Geschäftsführerin der Allianz für Beteiligung.

Gemeinsam stark im Krisenfall

In der rund sechsmonatigen Pilotphase entwickeln die ausgewählten Kommunen gemeinsam mit der Allianz für Beteiligung ein Beteiligungsformat und erproben es vor Ort. In mehreren aufeinander aufbauenden Veranstaltungen geht es darum, Vertreterinnen und Vertreter aus Kommune, Blaulichtfamilie, lokalen Organisationen und Bürgerschaft zusammenzubringen. Potenziale für die Zusammenarbeit werden identifiziert und konkrete Maßnahmen und Abläufe für den Krisen- und Katastrophenfall entwickelt. Die Allianz für Beteiligung wird den gesamten Prozess konzeptionell und organisatorisch begleiten. Die Erfahrungen und Erkenntnisse aus den acht Pilotkommunen sollen anschließend in eine praktische Toolbox einfließen. Ab Herbst 2027 wird das Format in bis zu 20 weiteren Kommunen in Baden-Württemberg umgesetzt und im Anschluss allen interessierten Kommunen im Land zur Verfügung stehen. „Stark vor Ort – gut vorbereitet für den Ernstfall!“ stärkt damit nicht nur die Krisenvorsorge, sondern vor allem das, was im Ernstfall entscheidend ist: gute Zusammenarbeit, schnelles Handeln, gute Bewältigungsstrategien und Menschen, die wissen, was sie füreinander tun können.

Die Pilotkommunen im Überblick

Quelle:

Baden-Württemberg Stiftung

Weitere Meldungen

Neubau der Kindertagesstätte Wilhelm-Enßle-Straße
Städtebauförderung

Ortsmitte in Geradstetten erfolgreich saniert

Euro-Banknoten
Steuerschätzung

Mehr Steuereinnahmen, aber kein zusätzlicher Spielraum

Im alten Fabrikensemble der Eisenlohr’schen Werke in Dettingen an der Erms sind mit Hilfe der Städtebauförderung 67 neue Wohnungen entstanden.
Städtebauförderung

Ortskern in Dettingen an der Erms modernisiert

Portraitbild vom neuen Leiter des Finanzamts Stuttgart-Körperschaften Götz Kriegel
Verwaltung

Neuer Leiter des Finanzamts Stuttgart-Körperschaften

Staatssekretär Siegfried Lorek MdL
Opferschutz

Land stärkt Opferschutz und stellt sich Antisemitismus entgegen

Ein Mann tippt auf einer beleuchteten Tastatur eines Laptops.
Justiz

Strafverfolgungsstatistik 2025 veröffentlicht

Start-up BW Local
Gründungsförderung

Auszeichnung für 23 Kommunen und Kommunalverbünde

Gruppenfoto der 54. Sportministerkonferenz. V.l.: Klaus Zimmermann, Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt, Olaf Bull, Staatsrat beim Senator für Inneres und Sport in Bremen, Stefan Gruhner, Chef der Staatskanzlei und Thüringer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport und Ehrenamt, Florian Birkmeyer, Ministerialdirektor im Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport, Ehrenamt und Medien des Landes Rheinland-Pfalz, Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen, Reinhold Jost, Minister für Inneres, Bauen und Sport im Saarland, Franziska Becker, Staatssekretärin für Inneres und Sport in Berlin, Nils Thiede, Leiter der Abteilung Jugend, Familie und Sport im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern, Sandro Kirchner, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, Magdalena Finke, Ministerin für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport des Landes Schleswig-Holstein, Ulf Bandiko, Amtschef im Ministerium des Inneren und Sport von Sachsen, Theresa Schopper, die für den Sport zuständige Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg und Vorsitzende der Sportministerkonferenz, Daniela Behrens, Ministerin für Inneres und Sport von Niedersachsen, Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Diana Stolz, hessische Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, Andy Grote, Senator für Inneres und Sport in Hamburg, und Ronald Rauhe, Staatsminister für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt.
Sportministerkonferenz

Mehr Bewegung für Kinder und Jugendliche in Deutschland

Eröffnung der Wanderausstellung der IBA'27 in der baden-württembergischen Landesvertretung in Berlin
Städtebau

IBA’27-Ausstellung in Berlin eröffnet

Eine neue Asphaltdecke wird auf einer Straße aufgebracht. (Bild: Patrick Seeger / dpa)
Straßenverkehr

Fahrbahnsanierung auf B 462 abgeschlossen

Schülerinnen mit Smartphones
Internet

Junge Menschen im Umgang mit Gefahren im Netz stärken

Eine Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) sitzt auf einem Finger und sticht zu.
Gesundheitsschutz

Kein erhöhtes Risiko wegen West-Nil-Virus

Symbolbild: Eine Frau versucht sich vor der Gewalt eines Mannes zu schützen (Bild: dpa).
Opferschutz

13 Millionen Euro für Opfer aus Gewalttaten

Schematische Darstellung von CCS-Prozessen zur on-shore-Speicherung (links) und off-shore-Speicherung (rechts).
Klimaschutz

Bürgerforum zur CO2-Speicherung

In einer Wohngemeinschaft sitzen Studierende um den Küchentisch und unterhalten sich (Bild: © dpa).
Wohnraumförderung

Land fördert im Neubau bundesweit die meisten Wohnheimplätze