Landwirtschaft

Heimische Ernte auf gentechnisch veränderte Organismen untersucht

Beim Erntemonitoring 2025 wurden nur in einer Leinsaatprobe Spuren von gentechnisch veränderten Organismen nachgewiesen. Die betroffene Ernte konnte noch vor Verkauf vernichtet werden.

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Sojabohnenernte in Umkirch
Symbolbild

„Seit über 20 Jahren untersucht die amtliche Lebensmittel- und Futtermittelüberwachung jedes Jahr stichprobenartig Ernteprodukte aus Baden-Württemberg auf gentechnisch veränderte Bestandteile. Die Bilanz für das vergangene Jahr 2025 ist positiv. Lediglich in einer der 81 Proben wurden gentechnisch veränderte Organismen (GVO) in Spuren nachgewiesen“, sagte die Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat, Marion Gentges, am Montag, 29.Juni 2026, anlässlich der Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums (LTZ) Augustenberg und des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts (CVUA) Freiburg.

Untersuchung von Mais, Raps, Soja, Lein und Zuckerrüben

In Deutschland gibt es nach wie vor keine Zulassung für den Anbau von gentechnisch veränderten Organismen (GVO), auch viele andere Länder innerhalb der Europäischen Union lassen den Anbau nicht zu. Der GVO-Anbau außerhalb Europas ist allerdings weit verbreitet. Aufgrund des weltweiten Handels mit Saatgut und Ernteprodukten kann nicht ausgeschlossen werden, dass trotz vorsorgender Maßnahmen eine ungewollte Verschleppung stattfindet und daher auch in heimischen Ernteprodukten GVO in Spuren nachgewiesen werden kann.

Bei den im vergangenen Jahr durchgeführten Untersuchungen von 32 Mais-, acht Raps-, 23 Soja-, zwölf Lein- sowie sechs Zuckerrübenproben ergaben sich lediglich bei einer Probe Hinweise auf gentechnische Veränderungen im Erntegut.

Ein positiver Befund in Leinsaat

Leinsaat wurde bereits im Jahr 2009 in das Erntemonitoring aufgenommen, da in kanadischer Importware ein bestimmter gentechnisch veränderter Bestandteil – das sogenannte GVO Event FP 967 für Herbizidtoleranz – nachgewiesen wurde. Seitdem wurden 216 Leinsamenproben durch die Futtermittelkontrolleurinnen und -kontrolleure der vier Regierungspräsidien in Baden-Württemberg gezogen und am LTZ Augustenberg und dem CVUA Freiburg untersucht.

Neben der nun positiven Leinsamenprobe gab es bereits 2020 einen ersten positiven Befund, bei dem das Event FP 967 festgestellt wurde.

Leinsaat wird unter anderem als Zutat in vielen Backwaren und Müslis eingesetzt. Nebenprodukte, die bei der Verarbeitung zu Lebensmitteln anfallen, werden zudem zur Herstellung von Futtermitteln verwendet. Die Ernte aus dem Jahr 2025, bei der genetisch veränderten Leinsaat in Spuren nachgewiesen wurde, konnte noch vor dem Inverkehrbringen sichergestellt und vernichtet werden.

Über 2.000 Ernteproben seit 2004

Bereits seit 2004 wird das in Deutschland bislang einzigartige Stichprobenprogramm der amtlichen Lebensmittel- und Futtermittelüberwachung Baden-Württemberg jährlich durchgeführt. Über 2.000 Ernteproben wurden seitdem untersucht. Auch wenn nur ein geringer Anteil der Proben bisher positiv war, unterstreichen die positiven Befunde dennoch die Wichtigkeit des Programms. „Wir wollen in Baden-Württemberg weiterhin einen Landbau ohne gentechnisch verändertes Saatgut auf allen Flächen gewährleisten. Deshalb werden wir diese Untersuchungen auch zukünftig fortsetzen“, betonte Ministerin Marion Gentges.

Mit dem sogenannten Erntemonitoring können zu einem möglichst frühen Zeitpunkt in der Lebensmittel- und Futtermittelkette Verunreinigungen heimischer Ernteprodukte mit GVO erkannt werden. Mais, Raps, Soja, Lein sowie Zuckerrüben wurden ausgewählt, da sich von diesen Kulturen bereits weltweit gentechnisch veränderte Sorten im Anbau befinden.

Gentechnisch veränderte Organismen (GVO)

Der GVO-Anbau außerhalb Europas ist weit verbreitet. Hauptanbaugebiete für gentechnisch veränderten (gv-)Mais und Soja sind die USA, Brasilien und Argentinien. In Deutschland gibt es nach wie vor keine Zulassung für den Anbau von GVO. Aufgrund des weltweiten Handels mit Saatgut und Ernteprodukten kann allerdings nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden, dass trotz vorsorgender Maßnahmen auch in heimischen Ernteprodukten GVO nachgewiesen werden. Um den Erfolg dieser Maßnahmen im Land bewerten zu können, werden seit 2004 jährlich in einem Erntemonitoring-Programm Untersuchungen auf GVO am Landwirtschaftlichen Technologiezentrums (LTZ) Augustenberg und am Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts (CVUA) Freiburg durchgeführt. Die Proben werden unmittelbar nach der Ernte in landwirtschaftlichen Erfassungsstellen und Mühlenbetrieben entnommen. Seit Beginn des Monitorings 2004 wurden 2.032 Ernteproben untersucht, in 33 Proben (1,6 Prozent) waren gentechnische Veränderungen nachweisbar.

Im Jahr 2025 wurde die Untersuchung bei Mais, Soja, Leinsaat, Raps und Zuckerrübe fortgeführt. Ein Schwerpunkt des Monitoring-Programms liegt wie auch in den letzten Jahren weiter auf der Untersuchung von Mais, da dieser beim Anbau in Baden-Württemberg unter den Pflanzen mit GVO-Relevanz die größte Bedeutung hat. Erfreulicherweise waren in keiner der 32 Mais-Ernteproben gentechnische Veränderungen nachweisbar. Mais ist nicht nur als Futtermittel relevant, sondern wird auch für die Herstellung von beispielsweise Stärken für Suppen und Soßen oder von Zuckersirupen für Süßwaren und Getränke verwendet.

Von besonderem Interesse ist zudem die Untersuchung von Sojabohnen, da der heimische Sojaanbau zunehmend an Bedeutung gewinnt, um beispielsweise eine Futtermittel-Alternative zur häufig gentechnisch veränderten Importsoja zu bieten. In den 23 Sojaproben aus der Ernte 2025 konnte in keiner Probe eine gentechnische Veränderung nachgewiesen werden. Soja ist weltweit weiterhin die wichtigste Kulturpflanze mit gentechnischen Veränderungen. So betrug 2024 der Anteil von gv-Sorten an der weltweiten Soja-Anbaufläche 75 Prozent. Überwiegend handelt es sich dabei um Sojalinien, die Resistenzen gegen ein oder mehrere Herbizide und/oder gegen Insekten aufweisen.

Bericht zum Erntemonitoring 2025

Der ausführliche Bericht zum GVO-Erntemonitoring 2025 mit weiteren Informationen kann online abgerufen werden. Das CVUA Freiburg ist das Zentrallabor für Untersuchungen auf GVO für die Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg. Für die entsprechenden Untersuchungen in Saatgut und Futtermitteln ist das LTZ Augustenberg zuständig. Die Proben des Erntemonitorings werden auf beide Untersuchungseinrichtungen aufgeteilt.

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