Thomas Dörflinger, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus, ist am 18. Oktober 2026 zu einer mehrtägigen Reise nach China aufgebrochen. Er wird in den kommenden Tagen die Städte Beijing, Shenyang und Dalian besuchen. Begleitet wird er von Vertreterinnen und Vertretern der Landesagenturen e-mobil BW, BIOPRO BW, Baden-Württemberg International und Umwelttechnik BW sowie des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) e.V. und der Handwerkskammer Karlsruhe BW. Alle mitreisenden Institutionen sind Teil der gemischten Arbeitsgruppe von Baden-Württemberg mit der Provinz Liaoning. Höhepunkte der Reise sind der Empfang anlässlich der 40-jährigen Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Liaoning am 20. Oktober sowie der Empfang zum Tag der Deutschen Einheit im Generalkonsulat in Shenyang am 21. Oktober. Die 1986 begründete Partnerschaft steht seit vier Jahrzehnten für einen kontinuierlichen Austausch und eine gewachsene Zusammenarbeit in Wirtschaft, Wissenschaft und weiteren Bereichen.
Thomas Dörflinger nutzt seinen ersten Chinaaufenthalt im Amt des Staatssekretärs auch dazu, sich persönlich einen Eindruck über die neuesten Entwicklungen und Trends im Bereich „Künstliche Intelligenz (KI)“, „Robotik“, „Green Tech“, „Fahrzeug- und Antriebstechnologien“, „Wasserstoff- und Batterietechnologien“ und „Lebenswissenschaften“ zu verschaffen.
China ist eines der wichtigsten Handelspartner des Landes
Direkt nach seinem Amtsantritt hatte Dörflinger den Vorsitz der gemischten Arbeitsgruppe zwischen Baden-Württemberg und Liaoning übernommen. Dörflinger sagte dazu: „China ist einer der wichtigsten Handelspartner Baden-Württembergs. Die wirtschaftlichen Beziehungen sind eng, zugleich stehen unsere Unternehmen vor wachsenden Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, den persönlichen Austausch zu pflegen, die Interessen unserer Unternehmen zu vertreten und auch schwierige Fragen offen anzusprechen. Nachdem die Wirtschaftsministerin bereits im letzten Jahr mit einer Delegation China besucht hat und eine Fachdelegation zum Thema ‚Humanoide Robotik‘ im Sommer 2026 vor Ort war, besuche ich als Vorsitzender der Gemischten Arbeitsgruppe erstmals seit 2015 wieder als politischer Vertreter des Landes unsere Partnerprovinz Liaoning.“
Der regelmäßige Austausch sei, so Dörflinger weiter, ein wichtiges Instrument, um gemeinsame Interessen zu identifizieren und konkrete Projekte voranzubringen. Die seit 40 Jahren bestehende Partnerschaft biete dafür ein wertvolles Fundament. „Vier Jahrzehnte Zusammenarbeit sind ein besonderer Anlass, unseren chinesischen Partnern für die gewachsenen Beziehungen und den kontinuierlichen Dialog zu danken. Eine lebendige Partnerschaft zeichnet sich aber auch dadurch aus, dass man unterschiedliche Interessen offen und respektvoll anspricht. Dazu gehören für uns faire Wettbewerbsbedingungen, gleichberechtigter Marktzugang und verlässliche Rahmenbedingungen für unsere Unternehmen“, betonte Dörflinger.
Peking: Zukunftstechnologien und Künstliche Intelligenz im Fokus
Staatssekretär Dörflinger wird zunächst Peking, einen der führenden Innovations- und Technologiestandorte Chinas, besuchen. In Peking stehen insbesondere die Entwicklungen im Bereich KI im Mittelpunkt. Die chinesische Hauptstadt hat sich zu einem bedeutenden Zentrum für Forschung, Entwicklung und Anwendung neuer Technologien entwickelt. Schwerpunkte des Programms sind neben der klassischen KI insbesondere Physical AI, also die Verbindung Künstlicher Intelligenz mit Robotik und autonomen Systemen, sowie Pharmaceutical AI, der Einsatz von KI in der pharmazeutischen Forschung und Arzneimittelentwicklung. Praktische Einblicke in die Themen wird die Delegation unter anderem bei der Unternehmensgruppe ZGC-Group erhalten, die eine zentrale Plattform zur Förderung von Wissenschaft, Technologie und Innovation betreibt. Bei Aimagine Care Technology informiert sich die Delegation über KI-Anwendungen in der medizinischen Mikroskopie und Zellmorphologie. Mit Lightwheel steht ein Unternehmen auf dem Programm, das sich als Infrastrukturanbieter für „Physical AI“ positioniert und Roboter in einem virtuellen „digitalen Parallelwerk“ trainiert. Mit Inflygent Pharmaceutical AI wird die Delegation ein Unternehmen kennenlernen, das sich auf die KI-gestützte Entdeckung innovativer Arzneimittel spezialisiert hat. Beim Besuch des erst 2025 eröffneten Innovationszentrums Chaoyang Disruptive Technology wird es um die Förderung neuer Technologien in Bereichen wie künstlicher Intelligenz, Quantentechnologie und Biotechnologie gehen.
Shenyang: Industriestandort mit Potenzial für die wirtschaftliche Zusammenarbeit
Am Dienstagnachmittag (20. Oktober) reist die Delegation nach Shenyang, der Hauptstadt der nordostchinesischen Provinz Liaoning. Dort wird Staatssekretär Dörflinger Gespräche im Handelsministerium der Provinz Liaoning führen. Die Stadt Shenyang zählt zu den traditionsreichsten Industriestandorten Chinas und ist insbesondere für ihren Maschinen- und Anlagenbau sowie ihre starke Automobilindustrie bekannt. Heute entwickelt sich Shenyang zunehmend zu einem wichtigen Standort für moderne Fertigungstechnologien und Elektromobilität. Auf dem Programm des Staatssekretärs stehen hier Besuche bei Rhyxeon General Aircraft, einem chinesischen Entwickler und Hersteller von elektrisch und wasserstoffbetriebenen Luftfahrzeugen, und ein Besuch bei der baden-württembergischen Arnold Fasteners GmbH. Im Mittelpunkt stehen dabei der technologische Wandel in der Industrie, die Innovationsfähigkeit chinesischer Unternehmen und die Herausforderungen und Möglichkeiten deutscher Unternehmen vor Ort. Bei einem Round Table mit Vertreterinnen und Vertretern baden-württembergischer Unternehmen wird sich der Staatssekretär zudem über deren Erfahrungen und Perspektiven auf dem chinesischen Markt austauschen. „Shenyang und Baden-Württemberg verbindet eine starke wirtschaftliche Basis. Gerade angesichts des tiefgreifenden Wandels in der Automobilindustrie und im Maschinenbau ist es wichtig, technologische Entwicklungen vor Ort zu verstehen, den Austausch mit unseren Unternehmen zu pflegen und Chancen für die weitere Zusammenarbeit auszuloten. Dabei ist für uns entscheidend, dass unsere Unternehmen unter fairen Wettbewerbsbedingungen erfolgreich sein können“, so Dörflinger.
Dalian: Wirtschaftsbeziehungen pflegen und Zukunftsperspektiven ausloten
Letzte Station der Chinareise von Staatssekretär Dörflinger wird die Hafenstadt Dalian sein, die ebenfalls in der nordostchinesischen Provinz Liaoning liegt. Als bedeutender Hafen- und Industriestandort sowie wichtiges Wirtschaftszentrum Nordostchinas spielt Dalian eine zentrale Rolle im internationalen Handel und in globalen Lieferketten. Die Stadt ist zugleich ein wichtiger Standort für ausländische Investitionen und internationale Unternehmenskooperationen. Im Mittelpunkt des Besuchs von Thomas Dörflinger wird der Austausch mit vor Ort ansässigen baden-württembergischen Unternehmen stehen, darunter Schwäbisch Hall, SAP und Liebherr. Dabei wird sich der Staatssekretär über aktuelle Herausforderungen und Perspektiven für die weitere Geschäftsentwicklung vor Ort austauschen. Darüber hinaus wird sich die Delegation über Möglichkeiten und Projekte Chinas im Bereich Green Tech informieren sowie den „Smart Port“, einen intelligenten, digitalisierten Teil des Hafens von Dalian, besuchen.
Entwicklungen aus erster Hand verstehen
Staatssekretär Thomas Dörflinger zu den Zielen der Reise: „China ist für die baden-württembergische Wirtschaft ein bedeutender Markt, Innovationsstandort und zugleich ein wichtiger Wettbewerber. Gerade in Zeiten tiefgreifender geopolitischer und wirtschaftlicher Veränderungen ist es unverzichtbar, sich vor Ort ein eigenes Bild zu machen, Entwicklungen aus erster Hand zu verstehen und den direkten Dialog mit unseren Unternehmen und chinesischen Partnern zu führen. Wir wollen Chancen erkennen, Risiken realistisch einschätzen und unsere Unternehmen dabei unterstützen, ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Dafür braucht es persönliche Begegnungen, belastbare Kontakte und einen offenen Austausch – auch über unterschiedliche Interessen und Herausforderungen hinweg.“
Handelszahlen
Exporte nach China
- 2025: 13,362 Milliarden Euro (gegenüber 2024: −14,96 Prozent)
- 2024: 15,713 Milliarden Euro (gegenüber 2023: −16,16 Prozent)
- 2023: 18,740 Milliarden Euro (gegenüber 2022: -7,09 Prozent)
- 2022: 20,170 Milliarden Euro (gegenüber 2021: +3,14 Prozent)
- 2021: 19,557 Milliarden Euro (gegenüber 2020: +15,02 Prozent)
- 2020: 17,003 Milliarden Euro (gegenüber 2019: +3,76 Prozent)
Die Warenausfuhren im Wert von zirka 13,362 Milliarden Euro im Jahr 2025 (-14,96 Prozent gegenüber Vorjahr), entsprechen 5,5 Prozent aller baden-württembergischen Gesamtausfuhren. Mit dieser Exportquote steht China an 5. Stelle der bedeutendsten Absatzländer für BW. Den größten Anteil an den Ausfuhren nach China machen Maschinen mit 3,902 Milliarden Euro sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile mit 3,155 Milliarden Euro aus.
Importe aus China
- 2025: 20,776 Milliarden Euro (gegenüber 2024: +2,58 Prozent)
- 2024: 20,253 Milliarden Euro (gegenüber 2023: -4,19 Prozent)
- 2023: 21,139 Milliarden Euro (gegenüber 2022: -46,39 Prozent)
- 2022: 39,436 Milliarden Euro (gegenüber 2021: +113,63 Prozent)
- 2021: 18,457 Milliarden Euro (gegenüber 2020: +23,32 Prozent)
- 2020: 14,967 Milliarden Euro (gegenüber 2019: +7,35 Prozent)
Die Wareneinfuhren im Wert von ca. 20,776 Milliarden Euro im Jahr 2025 (+2,58 Prozent gegenüber Vorjahr) entsprechen 9,5 Prozent aller baden-württembergischen Gesamteinfuhren. Den größten Anteil an den Einfuhren machen mit 5,583 Milliarden Euro Datenverarbeitungsgeräte, elektronische und optische Erzeugnisse sowie mit 3,750 Milliarden Euro elektrische Ausrüstungen aus. Damit steht China weiterhin an 1. Stelle der Importländer.
















