Polizei

Wochenendbilanz der Polizei

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Wappen von Baden-Württemberg auf dem Ärmel einer Polizeiuniform. (Bild: Innenministerium Baden-Württemberg)

Am Wochenende fanden Protestversammlungen gegen den Krieg in der Ukraine und Kundgebungen gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie statt. Insgesamt waren 6.200 Bürgerinnen und Bürger auf 53 Versammlungen unterwegs.

„Bilder von pro-russischen Autokorsos empfinden viele als Zumutung – auch mir gefallen diese Autokorsos ganz und gar nicht. Aber genau das unterscheidet unsere freiheitliche Demokratie vom Staat Putins. Das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit und die Meinungsfreiheit sind ganz wichtige Güter in unserer Verfassung. Und dazu gehört auch, dass man seine Meinung auf der Straße kundtun darf – so abwegig und abstrus die Meinung auch sein mag. Wer das vor Augen hat, muss sich als Bürgerin und Bürger gleichwohl bewusstmachen, was es bedeutet, an einer Versammlung teilzunehmen, die möglicherweise Verständnis, oder gar Sympathie für das verbrecherische Verhalten eines Russlands unter der Knechtschaft Putins hat. Ich bin sehr froh, dass die demokratischen Spielregeln in Baden-Württemberg funktionieren und Versammlungen im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg ohne nennenswerte Störungen durchgeführt werden. Zur Demokratie gehört es, auch Zumutungen zu ertragen. Straftaten oder gar Gewalt ertragen wir freilich nicht – das wird in Baden-Württemberg schnell und konsequent geahndet!“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl rückblickend auf die Ereignisse vom vergangenen Wochenende.

Versammlungsgeschehen am Freitag

Von Freitag, 8. April, bis Sonntag, 10. April 2022, wurden landesweit 53 überwiegend störungsfreie Versammlungen unter Beteiligung von etwa 6.200 Bürgerinnen und Bürgern polizeilich begleitet. Die Einsatzschwerpunkte bildeten die 29 Kundgebungen anlässlich des Russland-Ukraine-Konfliktes sowie 16 Protestaktionen mit Bezug zur Corona-Pandemie.

Am Freitag wurden landesweit 16 Versammlungen mit rund 1.000 Teilnehmenden polizeilich begleitet. Die Demonstrationen verliefen weitestgehend störungsfrei. Fünf Versammlungen mit circa 600 Teilnehmenden hatten einen Bezug zur Corona-Pandemie. Allein in Ulm trafen sich 500 Personen zu einem sogenannten Kerzenspaziergang. Des Weiteren fanden neun Mahnwachen und Demonstrationen gegen den Krieg in der Ukraine mit durchgehend zweistelligen Teilnehmerzahlen statt.

Versammlungsgeschehen am Samstag

Am Samstag beteiligten sich landesweit rund 3.430 Personen an insgesamt 20 Versammlungen. Sechs Versammlungen mit rund 2.300 Teilnehmenden hatten einen Bezug zur Corona-Pandemie. Der teilnehmerstärkste „Querdenker-Aufzug“ fand mit 1.300 Personen in Reutlingen statt. Der Russland-Ukraine-Konflikt mobilisierte rund 730 Menschen, die bei neun Demonstrationen gegen den Krieg protestierten. In Stuttgart wurde ein Autokorso unter dem Motto „Gegen Diskriminierung Russischsprachiger“ mit circa 200 teilnehmenden Fahrzeugen und rund 400 Personen durchgeführt. Am Sammelort fanden sich circa 25 Personen ukrainischer Herkunft zu einer friedlichen Gegendemonstration ein. Im Rahmen des Korsos wurden Fahrzeuge von Unbekannten mit Eiern beworfen, ein Sachschaden entstand nicht. Vier weitere Klima- und Kurdendemonstrationen mit rund 380 Teilnehmenden verliefen ohne nennenswerte Vorkommnisse.

Versammlungsgeschehen am Sonntag

Am gestrigen Sonntag beteiligten sich landesweit über 1.800 Personen an insgesamt 17 Versammlungen. Elf der Demonstrationen mit knapp 1.300 Teilnehmenden wiesen einen Bezug zum Russland-Ukraine-Konflikt auf.

In Lörrach fand ein angemeldeter Autokorso mit dem Thema „Gegen Diskriminierung der Russischsprachigen Mitbürger in Deutschland, gegen Krieg, gegen Faschismus und Nazismus" mit 135 Fahrzeugen statt. Hierbei kam es zu einzelnen Auflageverstößen und Verkehrsbehinderungen. Bei der an der Fahrtstrecke des Autokorsos abgehaltenen Gegenkundgebung wurden 130 Teilnehmer festgestellt. Außerdem wurde eine angemeldete Mahnwache zum Thema "Solidarität mit der Ukraine" mit rund 350 Teilnehmenden durchgeführt. Die Kundgebung sowie die Mahnwache verliefen ohne besondere Vorkommnisse. Insgesamt fünf Demonstrationen mit rund 500 Teilnehmenden richteten sich gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Sämtliche Versammlungen verliefen friedlich und ohne besondere Vorkommnisse.

564 Polizeikräfte im Einsatz

Zur Bewältigung der Versammlungslagen setzten die regionalen Polizeipräsidien an diesen drei Tagen insgesamt 564 Kräfte ein, davon 134 des Polizeipräsidiums Einsatz.

„Noch am Freitag hatte mein Haus den Versammlungsbehörden im Land durch einen Erlass mitgeteilt, dass Versammlungen im Falle entsprechender Straftaten mit Auflagen abhängig gemacht und als letztes Mittel verboten oder aufgelöst werden können. Wenn die betroffenen Städte auf dieser Grundlage nach sorgfältiger Abwägung eine Verfügung erlassen, dann unterstütze ich das voll und ganz. Damit waren die jeweiligen Versammlungsbehörden und die Polizei umfassend auf die Demonstrationen vorbereitet und konnten das Geschehen im Rahmen von Einsatzmaßnahmen professionelle begleiten“, machte Innenminister Thomas Strobl die weitere Vorgehensweise nochmals deutlich.

Informationen rund um die Ukraine-Krise

Weitere Meldungen

Patrick Möller (links), Geschäftsführer der Wall GmbH, und Innenminister Manuel Hagel (rechts) neben dem neuen Digital Screen der Firma Wall vor dem Landtag von Baden-Württemberg
Bevölkerungsschutz

Amtliche Warnmeldungen über digitale Stadtinformationstafeln

Studierende sitzen in einem Hörsaal.
Hochschulen

„Zukunftsprogramm Hochschule 2030“ stärkt Innovation

Übergabe des neuen Dienstgebäudes der Staatsanwaltschaft Ellwangen
Justiz

Neues Dienstgebäude für die Staatsanwaltschaft Ellwangen

Zentrale Vereidigungsfeier der Polizei Baden-Württemberg in der voll besetzten Helios Arena in Villingen-Schwenningen
Polizei

Über 1.100 neue Polizistinnen und Polizisten feierlich vereidigt

von links nach rechts: Präsidentin des Landesarbeitsgerichts Dr. Betina Rieker, Direktor des Arbeitsgerichts Heilbronn a.D. Dr. Carsten Witt und Amtschefin Gerda Windey
Justiz

Direktor des Arbeitsgerichts Heilbronn tritt in Ruhestand

von links nach rechts: Präsidentin des Landesarbeitsgerichts Dr. Betina Rieker, Direktor des Arbeitsgerichts Freiburg a.D. Martin Gremmelspacher, und Amtschefin Gerda Windey
Justiz

Direktor des Arbeitsgerichts Freiburg tritt in Ruhestand

Ein Mädchen watet durch die überschwemmte Innenstadt von Veringenstadt.
Gesellschaft

Pilotkommunen erproben verbesserte Zusammenarbeit im Krisenfall

Euro-Banknoten
Steuerschätzung

Mehr Steuereinnahmen, aber kein zusätzlicher Spielraum

Das Bild zeigt den neuen Dienststellenleiter der LVT BW Peter Siller frontal im Porträt.
Landesvertretung

Peter Siller neuer Dienststellenleiter der Landesvertretung beim Bund

Staatssekretär Siegfried Lorek MdL
Opferschutz

Land stärkt Opferschutz und stellt sich Antisemitismus entgegen

Ein Windrad dreht sich bei Herbolzheim vor einem Strommast.
Energieversorgung

Task Force soll Ausbau des Stromnetzes beschleunigen

Ein Mann tippt auf einer beleuchteten Tastatur eines Laptops.
Justiz

Strafverfolgungsstatistik 2025 veröffentlicht

Delegationsreise China
Außenwirtschaft

Dörflinger auf Delegationsreise in China

Gruppenfoto der 54. Sportministerkonferenz. V.l.: Klaus Zimmermann, Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt, Olaf Bull, Staatsrat beim Senator für Inneres und Sport in Bremen, Stefan Gruhner, Chef der Staatskanzlei und Thüringer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport und Ehrenamt, Florian Birkmeyer, Ministerialdirektor im Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport, Ehrenamt und Medien des Landes Rheinland-Pfalz, Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen, Reinhold Jost, Minister für Inneres, Bauen und Sport im Saarland, Franziska Becker, Staatssekretärin für Inneres und Sport in Berlin, Nils Thiede, Leiter der Abteilung Jugend, Familie und Sport im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern, Sandro Kirchner, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, Magdalena Finke, Ministerin für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport des Landes Schleswig-Holstein, Ulf Bandiko, Amtschef im Ministerium des Inneren und Sport von Sachsen, Theresa Schopper, die für den Sport zuständige Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg und Vorsitzende der Sportministerkonferenz, Daniela Behrens, Ministerin für Inneres und Sport von Niedersachsen, Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Diana Stolz, hessische Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, Andy Grote, Senator für Inneres und Sport in Hamburg, und Ronald Rauhe, Staatsminister für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt.
Sportministerkonferenz

Mehr Bewegung für Kinder und Jugendliche in Deutschland

Forschende im Forschungszentrum M3 des Universitätsklinikums Tübingen
Bundesrat

Bundesrat ändert Wissenschaftsfreiheitsgesetz