Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut ist am 8. September 2026 zu einer zweitägigen Reise nach Polen aufgebrochen. Gemeinsam mit einer 14-köpfigen Fachdelegation besucht sie als ranghöchste Vertreterin einer deutschen Landesregierung die internationale Verteidigungsmesse MSPO in Kielce. Ziel der Reise ist es, die Zusammenarbeit mit polnischen und weiteren internationalen Partnern auszubauen, Unternehmen aus Baden-Württemberg neue Zugänge zu Märkten und Kooperationspartnern zu eröffnen und gemeinsame Projekte anzustoßen.
„Europa muss heute mehr Verantwortung für seine eigene Sicherheit übernehmen. Dafür brauchen wir nicht nur politische Entschlossenheit, sondern auch eine leistungsfähige Industrie und technologische Stärke. Sicherheit ist deshalb auch Wirtschaftspolitik: Resiliente Lieferketten, geschützte kritische Infrastruktur, technologische Fähigkeiten und industrielle Kapazitäten sind Voraussetzungen dafür, dass Europa wirtschaftlich und staatlich handlungsfähig bleibt“, sagte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut zum Auftakt der Reise.
Widerstandsfähigkeit von Wirtschaft und Staat
Eine starke Sicherheits- und Verteidigungsindustrie leistet dazu einen wesentlichen Beitrag. Sie sichert strategisch wichtige Fähigkeiten, stärkt die Widerstandsfähigkeit von Wirtschaft und Staat, treibt Forschung und Entwicklung voran und schafft hochqualifizierte Arbeitsplätze. Baden-Württemberg verfügt hierfür über eine besonders gute Ausgangslage: industrielle Breite, ausgeprägte Fertigungs- und Skalierungskompetenz, hohe Qualitätsstandards sowie leistungsfähige Forschungs- und Entwicklungsstrukturen.
Besondere Potenziale liegen in der Verbindung bestehender technologischer Stärken mit neuen sicherheitsrelevanten Anwendungen. Kompetenzen in Künstlicher Intelligenz, Cybersecurity, Sensorik, Robotik, Digitalisierung, Fahrzeugtechnik sowie Luft- und Raumfahrt können sowohl zivil als auch sicherheitsbezogen eingesetzt werden. Solche Dual-Use-Technologien eröffnen zusätzliche Innovations- und Wertschöpfungschancen – gerade auch für mittelständische Unternehmen und Zulieferer, die ihre Kompetenzen auf neue Anwendungsfelder übertragen wollen.
Polen besonders wichtiger Partner
Polen ist für Baden-Württemberg dabei ein besonders wichtiger Partner. Das Land modernisiert seine Verteidigungsfähigkeit mit hoher Dynamik und baut seine industriellen Kapazitäten deutlich aus. Für 2026 sind polnische Verteidigungsausgaben von rund 4,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts vorgesehen. Die gewachsene bilaterale Zusammenarbeit schafft konkrete Ansatzpunkte für gemeinsame Projekte, Technologietransfer und zusätzliche europäische Wertschöpfung. Internationale Kooperationen sind dabei ein entscheidender Erfolgsfaktor: Technologische Entwicklung und industrielle Skalierung lassen sich zunehmend nur in belastbaren europäischen und internationalen Partnerschaften erfolgreich gestalten.
Hoffmeister-Kraut sagte: „Baden-Württemberg hat mit seinen Unternehmen, seinem starken Mittelstand und seiner Forschungslandschaft viel zu bieten. Polen wiederum investiert konsequent in seine Sicherheit und in den Ausbau industrieller Fähigkeiten. Deshalb wollen wir die Zusammenarbeit unserer Unternehmen vertiefen, konkrete Projekte anstoßen und europäische Wertschöpfung stärken. Unser Ziel ist es, Partnerschaften zu knüpfen und zu vertiefen, die technologische Souveränität, Innovation und Beschäftigung gleichermaßen voranbringen.“
MSPO in Kielce
Die MSPO findet vom 8. bis 11. September 2026 statt und zählt zu den bedeutendsten Sicherheits- und Verteidigungsmessen Europas. Sie bringt Unternehmen, politische Entscheidungsträgerinnen und -träger, Streitkräfte sowie Forschungseinrichtungen aus zahlreichen Staaten zusammen. Kanada ist 2026 Partnerland der Messe. Im Rahmen ihres Besuchs führt Hoffmeister-Kraut Gespräche mit polnischen und internationalen Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft und Politik, darunter Ontarios Wirtschaftsminister Victor Fedeli.
Baden-Württemberg präsentiert sich auf der MSPO mit einem THE LÄND-Firmengemeinschaftsstand, an dem 16 Unternehmen teilnehmen. Vertreten sind sowohl etablierte Unternehmen der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie als auch Betriebe, die ihre Technologien und Produkte für neue Anwendungsfelder erschließen wollen. Der Gemeinschaftsstand schafft Sichtbarkeit, erleichtert den Zugang zu internationalen Ansprechpartnern und bietet eine Plattform für Geschäftskontakte und Kooperationen.
Beim Netzwerkabend THE LÄND X MSPO bringt das Wirtschaftsministerium mehr als 150 Gäste aus Wirtschaft, Forschung und Politik zusammen. Delegationsreisen zur Erkundung von neuen Märkten, Messeauftritte, Gemeinschaftsstände sowie Innovationsförderung schaffen weitere Voraussetzungen für internationale Kooperationen und Wertschöpfung.
















