Baden-Württemberg verstärkt den Katastrophenschutz des Landes für den Einsatz in Extremwetterlagen und investiert mehr als vier Millionen Euro in die moderne Waldbrandbekämpfung. In Gärtringen übergab Innenminister Manuel Hagel sechs neue, geländegängige Tanklöschfahrzeuge Waldbrand (TLF-W) an die Feuerwehren.
„Die Sommer werden heißer, die Trockenperioden spürbar länger. Unsere Wälder und Freiflächen stehen unter Dauerstress. Genau hier setzen die sechs neu beschafften Fahrzeuge an: Sie sind hochgeländegängig und bilden den operativen Kern für die Bekämpfung extremer Vegetationsbrände. Mit der Übergabe dieser Fahrzeuge setzen wir ein sichtbares Zeichen für den Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger, für eine sichere Zukunft unseres Landes und für die Verantwortung in und für Europa“, erklärte der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Manuel Hagel anlässlich der Übergabe der Fahrzeuge in Gärtringen.
Die sechs Fahrzeuge TLF-W wurden bewusst dezentral an strategisch wichtigen Standorten in den vier Regierungsbezirken stationiert und kommen nun bei den Feuerwehren in Bühlertal-Bühl, Freiburg, Gärtringen, Pfalzgrafenweiler, Reutlingen und Schönwald zum Einsatz. Hierdurch können sie auch im Alltag regional für die Waldbrandbekämpfung genutzt werden. Erste Einsätze zur Brandbekämpfung haben die Fahrzeuge bereits bestens gemeistert.
Unterstützung bei großen Wald- und Vegetationsbränden
Die Tanklöschfahrzeuge Waldbrand sind Kernbestandteil der sogenanntes Ground Forest Fighting using Vehicles Einheit (GFFF-V-Modul). Diese Einheit ist ein standardisiertes Modul, das bei Bedarf im Rahmen des europäischen Katastrophenschutzverfahrens zum Einsatz kommen kann. Es soll bei großen Wald- und Vegetationsbränden örtliche Einsatzkräfte unterstützen – national, grenzüberschreitend und bei Bedarf auch in ganz Europa.
Innenminister Manuel Hagel ergänzte: „Die dramatischen Waldbrände in verschiedenen Regionen Europas haben uns auf schmerzliche Weise vor Augen geführt, wie schnell aus einem lokalen Ereignis eine Katastrophe von gewaltigem Ausmaß werden kann. Mit dem neuen Waldbrandbekämpfungs-Modul schlagen wir die Brücke zwischen lokalem Handeln und europäischer Solidarität.“
Die Einsatzbereitschaft des Gesamtmoduls wird nach den derzeit laufenden Schulungen der Einheiten für das kommende Jahr erwartet. Bei der Übergabe dankte Minister Manuel Hagel den Einsatzkräften der Feuerwehren und würdigte insbesondere deren ehrenamtlichen Einsatz im Bevölkerungsschutz: „Sie werden unzählige Stunden Ihrer Freizeit investieren, um sich intensiv mit der neuen Technik vertraut zu machen, Taktiken zu erproben und den Verband als Ganzes stark zu machen. Dafür spreche ich ihnen im Namen der gesamten Landesregierung meinen tiefsten Dank und meinen allerhöchsten Respekt aus!“
| Fahrgestell: | Mercedes-Benz Unimog (U 5023) |
| Leistung: | 170 Kilowatt (kW) (231 PS) |
| Zulässige Gesamtmasse: | 15.000 Kilogramm (kg) |
| Wattiefe: | bis 1.200 Millimeter (mm) |
| Löschwassertank: | 3.000 Liter |
| Schaummitteltank: | 60 Liter |
| Sicherheitstank: | 2, je 200 Liter |
Besonderheit für (Wald)Brandbekämpfung aus dem Fahrzeug
- zwei Dachluken im Fond
- zwei handgeführte Strahlrohre auf dem Dach
- Dachwerfer zur manuellen Bedienung
















