Schule

ZSL-Präsident geht in Ruhestand

Zum 31. Oktober 2026 tritt der Gründungspräsident des Zentrums für Schulqualität und Lehrerbildung, Prof. Dr. Thomas Riecke-Baulecke, in den Ruhestand ein.

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Porträt Prof. Dr. Thomas Riecke-Baulecke

Prof. Dr. Thomas Riecke-Baulecke, Gründungspräsident des Zentrums für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL), ist am Dienstag, 13. Oktober 2026, in der Außenstelle des ZSL in Esslingen feierlich in den Ruhestand verabschiedet worden.

Seit dem 1. März 2019 hat er den Aufbau der neuen Landesoberbehörde von Beginn an maßgeblich geprägt und die Entwicklung des ZSL zu einer zentralen Einrichtung für Schulqualität und Lehrerbildung in Baden-Württemberg vorangetrieben.

Mit Fachkompetenz und Gestaltungswillen für die schulische Qualitätsentwicklung

Mit Riecke-Baulecke kam 2019 ein ausgewiesener Experte für schulische Qualitätsentwicklung nach Baden-Württemberg. „Mit Ihrer herausragenden Arbeit haben Sie maßgeblich zur Stärkung des Bildungssystems in Baden-Württemberg beigetragen. Sie haben das ZSL nicht nur aufgebaut, sondern es geprägt und zu einer festen Größe in der Bildungslandschaft unseres Landes und weit darüber hinaus gemacht“, sagte Kultusminister Andreas Jung in Richtung des ZSL-Präsidenten bei seiner Verabschiedung und fügte an: „Sie denken Bildung langfristig und über bestehende Strukturen hinaus; so haben sie das ZSL nicht nur als reine Umsetzungsbehörde, sondern als eigenständigen Impulsgeber entwickelt.“

Zu den Errungenschaften in seiner Zeit als Präsident gehören die Stärkung der Grundschulen und die Entwicklung des Programms STARKE BASIS!, das Schulen bei der Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Schwierigkeiten in den Basiskompetenzen Deutsch und Mathematik unterstützt. Auch den Ausbau digitaler Lehrkräftefortbildungen trieb Riecke-Baulecke voran. Während der Corona-Pandemie stellte das ZSL sicher, dass die Fortbildungsangebote auch unter den besonderen Bedingungen fortgeführt wurden.

Innovationsgeber für Schule und Unterricht

Bei der Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz setzte Riecke-Baulecke frühzeitig Impulse. So war er maßgeblich an der Entwicklung des KI-Zentrums Schule im Umfeld des Innovationsparks Künstliche Intelligenz (IPAI) Heilbronn beteiligt. Dabei stand für ihn stets die Frage im Mittelpunkt, wie technologische Entwicklungen für Schule und Unterricht sinnvoll genutzt werden können. Unter seiner Leitung entwickelte sich das ZSL zudem zu einer Organisation, die über die Umsetzung bestehender Vorgaben hinaus eigene Impulse für die Bildungsqualität setzt und wissenschaftliche Erkenntnisse eng mit der Schulpraxis verbindet.

Wissenschaft und Praxis im Blick

Kultusminister Jung würdigte Riecke-Bauleckes Qualitäten als Führungspersönlichkeit: „Neben Ihrer außergewöhnlich hohen fachlichen Kompetenz beschreiben Ihre Kolleginnen und Kollegen Sie als sehr verlässlich und entscheidungsfreudig. Als jemand, der Verantwortung überträgt, klare Orientierung gibt und auch dann entschlossen Entscheidungen trifft, wenn sie vielleicht mal nicht ganz so einfach sind.“

Ein besonderes Anliegen war Riecke-Baulecke zudem die Wissenschaftsorientierung des ZSL. So baute er die Zusammenarbeit mit führenden Bildungsforscherinnen und -forschern aus und stärkte die Kooperation zwischen Wissenschaft, Landesinstituten und Schulpraxis – immer mit dem Ziel, Bildung und Erziehung in den Schulen weiterzuentwickeln.

Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL)

  • Das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) ist seit 2019 zuständig für die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften sowie die Weiterentwicklung der Unterrichtsqualität und die Beratung und Unterstützung von Schulen.
  • Prof. Dr. Thomas Riecke-Baulecke ist seit 2019 Gründungspräsident des ZSL. Zum 31. Oktober 2026 tritt er in den Ruhestand ein. Zuvor leitete er 15 Jahre das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) und entwickelte unter anderem den Masterstudiengang „Schulmanagement und Qualitätsentwicklung“. Riecke-Baulecke hat 1994 in Psychologie an der Freien Universität Berlin promoviert und seine Habilitation in Erziehungswissenschaft 2001 an der Universität Bremen abgeschlossen. 2022 wurde er zum Honorarprofessor für Empirische Bildungsforschung, Schulmanagement und Lehrkräftebildung an der Universität Tübingen berufen. Er hat zahlreiche wissenschaftliche Beiträge zu Schulqualität, Schulmanagement und Professionalisierung von Lehrkräften veröffentlicht und war langjähriger Herausgeber der Fachzeitschrift „schulmanagement“ und der Reihe „Basiswissen Lehrerbildung“.
  • Das Verfahren zur Nachbesetzung der Stelle läuft.

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