Vermögen und Bau

MINT-Exzellenzgymnasium in Bad Saulgau eröffnet

Ein neuer Ort für MINT-Spitzenförderung: In Bad Saulgau erhalten Jugendliche aus ganz Baden-Württemberg Zugang zu Forschung, Wissenschaft und Praxis.

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Lang gestreckter, historisch verzierter Raum mit hohen Rundbogenfenstern, Parkettboden und einer Orgel am Ende des Saals. Moderne Sitzmöbel und Tische bilden verschiedene Arbeits- und Aufenthaltsbereiche.
Bibliothek im Nordbau des MINT-Exzellenzgymnasiums in Bad Saulgau

Mit einem Festakt haben am 12. Oktober 2026 Kultusminister Andreas Jung und Finanzstaatssekretärin Andrea Lindlohr das neue, landesweit einzigartige MINT-Exzellenzgymnasium mit Internat in Bad Saulgau eröffnet. Die Einrichtung ist als Internat konzipiert. Hier haben erstmals Schülerinnen und Schüler aus ganz Baden-Württemberg Zugang zu einer MINT-Spitzenförderung.

Zum Schuljahresbeginn 2026/27 ging das neue MINT-Exzellenzgymnasium mit den Schülerinnen und Schülern des ersten Jahrgangs (Klassenstufe 10) an den Start. Der schulische Schwerpunkt liegt im MINT-Bereich mit den Fächern Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Informatik sowie dem schulspezifischen Fach Wirtschaft/Technik. Das schulische Curriculum wird durch ein Modul „Universität“ sowie ein Modul „Wirtschaft“ ergänzt. Das Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung der Uni Tübingen wird das MINT-Exzellenzgymnasium wissenschaftlich begleiten und evaluieren.

Kultusminister Andreas Jung sagte: „MINT gewinnt: Nur wenn wir bei Technologie und Innovation an der Spitze stehen, bleiben wir die starke Wirtschaftskraft im Süden. Und dafür brauchen wir die besten Köpfe. Unsere Talente aus dem ganzen Land werden in Bad Saulgau optimal gefördert. Die Exzellenzförderung für Begabte eröffnet den Jugendlichen beste Möglichkeiten in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik: Eine Investition in Bildungschancen und in die Zukunft Baden-Württembergs."

Nachhaltigkeit bei Sanierung und Neubau

Finanzstaatssekretärin Andrea Lindlohr betonte: „Mit dem neuen MINT-Exzellenzgymnasium gehen wir den Weg des nachhaltigen Bauens weiter. Die bestehenden Gebäude haben wir sorgfältig saniert und sie mit Neubauten weitgehend in Holzbauweise ergänzt. Wir schaffen eine Lernumgebung, in der Schülerinnen und Schüler ihr volles Potenzial ausschöpfen können."

Pro Jahrgang nimmt das MINT-Exzellenzgymnasium Baden-Württemberg bis zu 64 Nachwuchstalente auf und bietet ihnen eine Lern- und Lebensumgebung, die nicht nur ihren besonderen naturwissenschaftlichen Begabungen und Interessen gerecht wird, sondern insgesamt einen ganzheitlichen Bildungsansatz verfolgt. Das neue Gymnasium startet mit Klasse 10 und ist auf drei Schuljahre bis zum Abitur angelegt. Für alle Schülerinnen und Schüler steht nach drei Schuljahren das reguläre baden-württembergische Abitur an.

Enge Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Wirtschaft

Kern der pädagogischen Konzeption ist die enge Verzahnung und Kooperation mit Wirtschaftsunternehmen, mit allen neun Universitäten des Landes sowie dem Schülerforschungszentrum Südwürttemberg. Eine Ringvorlesung für alle Schülerinnen und Schüler der Klasse 11 mit Themen aus dem gesamten MINT-Spektrum, die optionale Teilnahme an Summer Schools oder die Aufnahme eines Schülerstudiums gewähren den Jugendlichen einen Einblick in die aktuelle Forschung und universitäre Lehre. Alle Schülerinnen und Schüler absolvieren in jedem Schuljahr mehrwöchige Betriebspraktika. Sie erfahren dabei einen frühzeitigen und vertieften Praxisbezug und die hochqualifizierten MINT-Talente können bereits während der Schulzeit Kontakte zu Arbeitgebern knüpfen. In kooperativen Projekten, zum Beispiel im Themenfeld des Cyber Valley, können sich die Schülerinnen und Schüler mit aktuellen Forschungsfragen auseinandersetzen.

Kleine Klassen und moderne Lernräume

Unterrichtet wird in kleinen Klassen mit 16 Schülerinnen und Schülern. Moderne Unterrichts- und Laborräume und der Campus bieten eine inspirierende Arbeitsumgebung. In einem ersten Bauabschnitt wurden dafür der historische Nord- und Südbau saniert. Im Nordbau sind nun beispielsweise die Verwaltung, das Lehrerkollegium, Kunstfachräume, die Bibliothek und die Mensa untergebracht. Die Küche ist komplett neu und hat eine Kapazität von rund 250 Essen pro Tag. Der Südbau wird hauptsächlich für den Unterricht genutzt.

Der zweite Bauabschnitt umfasst einen Neubau für naturwissenschaftliche Fachräume und die Aula sowie drei neue Internatsgebäude für die Schülerinnen und Schüler. Von den drei Internatsgebäuden ist jetzt das erste für die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse fertiggestellt worden. Auch der Neubau für die Fachräume und Aula steht bereits.

Die verbleibenden beiden anderen Internatsgebäude sollen bis Sommer 2027 fertig sein.

Holzbau, Photovoltaik und Wärmepumpe

Alle neuen Gebäude wurden und werden in den Untergeschossen in Stahlbeton und in den oberen Geschossen als Holzbau gebaut. Sie sind barrierefrei erschlossen. Die Dächer bekommen Photovoltaikanlagen. Die Wärmeversorgung kommt aus einer Kombination aus Wärmepumpe und Fernwärme.

Das Land investiert in das gesamte Projekt rund 60 Millionen Euro Gesamtbaukosten zuzüglich einer Risikovorsorge. Vermögen und Bau Ravensburg führt das Bauprojekt durch. Für die Ausstattung werden aus dem Haushalt des Kultusministeriums mehr als zehn Millionen Euro investiert. Hierunter fallen unter anderem die Möblierung der Internatsgebäude, die Medienausstattung der Klassenräume sowie die Lehr- und Lernmittel.

MINT-Förderung in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg kommt der MINT-Förderung von Kindern und Jugendlichen eine besondere Bedeutung zu. Das gilt zugleich für die Breitenförderung an allen Gymnasien im Land, die Interesse und Begeisterung für die MINT-Fächer wecken und Potenziale in diesem Bereich identifizieren und entwickeln soll, wie auch für die MINT-Spitzenförderung. Schülerinnen und Schüler, die in der Mittelstufe am Gymnasium bereits herausragende Leistungen im MINT-Bereich zeigen, können diese bei entsprechender schulischer Förderung zu Spitzenleistungen weiterentwickeln.

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