Naturschutz

Land erfasst 25.000 Hektar Straßenbegleitgrün

Erstmals hat das Land Grünflächen entlang von Straßen systematisch erfasst. Die Daten schaffen die Grundlage, neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu erschließen und die Artenvielfalt zu stärken.

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Blühstreifen statt Straßenbegrenzungsgrün
Symbolbild

Mehr Artenvielfalt und gleichzeitig eine moderne, leistungsfähige Infrastruktur: Das Ministerium für Verkehr verbindet beides miteinander. Mithilfe eines Geographischen Informationssystems (GIS) wurden geeignete Flächen entlang des Straßennetzes datenbasiert identifiziert. Ziel ist es, bisher ungenutzte Flächen zu Lebensräumen für Tiere und Pflanzen weiterzuentwickeln.

25.000 Hektar nutzbare Fläche für Artenschutz

Bisher wurden sogenannte Straßenbegleitgrünflächen nicht zentral erfasst. Die neue GIS-Analyse zeigt nun: Entlang von Bundes-, Landes- und Kreisstraßen gibt es rund 25.000 Hektar potenziell nutzbare Flächen. Diese bilden die Grundlage, um gezielt Standorte auszuwählen, die sich besonders für den Artenschutz eignen.

Gleichzeitig liefern die Daten eine wichtige Grundlage für die weitere Digitalisierung von Straßenbau und -betrieb im Land, da sie erstmals einen landesweiten digitalen Überblick über die Grünflächen schaffen und eine zielgerichtete Planung und Pflege ermöglichen.

Stärkung des Biotopverbundes im ganzen Land

Neben der reinen Bestandsaufnahme wurden auch sogenannte „Auswahlflächen“ identifiziert. Dabei handelt es sich um besonders geeignete Bereiche, die entweder bereits wertvolle Arten aufweisen oder durch ihre Lage – etwa im Biotopverbund oder in der Nähe von Schutzflächen – ein hohes ökologisches Potenzial besitzen. Landesweit wurden rund 4.500 Einzelflächen mit einer Gesamtgröße von etwa 500 Hektar ermittelt, die besonders gute Voraussetzungen für eine ökologische Aufwertung bieten.

Dafür hat das Ministerium klare Kriterien definiert: Geeignete Flächen sollten unter anderem südlich ausgerichtet, möglichst eben und mindestens drei Meter breit sein. Zudem müssen sie in der Nähe artenreicher Wiesen liegen. Diese sogenannten „Spenderflächen“ ermöglichen es, dass sich Pflanzen und Tiere auf natürliche Weise ansiedeln und neue Lebensräume erschließen. Die Datenbank dient den Stadt- und Landkreisen künftig als konkrete Arbeitsgrundlage, um Flächen gezielt aufzuwerten.

So geht es weiter

Die Ergebnisse der Analyse wurden bereits an die zuständigen Straßenbauämter der Stadt- und Landkreise übergeben. Vor Ort werden die Flächen nun im Detail geprüft und schrittweise ökologisch aufgewertet. Die Maßnahmen sind Teil des Sonderprogramms zur Stärkung der biologischen Vielfalt. Ziel ist es, entlang der Verkehrswege hochwertige, vernetzte Lebensräume zu schaffen, die den landesweiten Biotopverbund ergänzen und stärken. Damit wird das Straßenbegleitgrün systematisch als Teil einer landesweiten ökologischen Infrastruktur weiterentwickelt.

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