Gesundheit

Hitzeschutz wird zur Daueraufgabe

Der Klimawandel ist eine der größten Bedrohungen für unsere Gesundheit. Erste Ergebnisse einer Bestands- und Bedarfsanalyse der neu gegründeten Taskforce Gesundheitlicher Hitzeschutz werden zeitnah erwartet.

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Ein Thermometer zeigt 36 Grad Celsius an.
Symbolbild

Kaum ist die letzte Hitzewelle vorbei, steht zum Start der Sommerferien schon die nächste bevor. Ende Juni hatte Baden-Württemberg mit bis zu 41 Grad Celsius einen neuen Temperaturrekord erlebt. Für Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand ist klar: „Hitze ist längst kein reines Wetterthema mehr, sondern eine der größten Gesundheitsgefahren unserer Zeit.“

„Der Klimawandel ist eine der größten Bedrohungen für unsere Gesundheit. Wir müssen jetzt handeln und zusammenarbeiten, denn Hitze trifft uns alle“, sagte der Minister am 29. Juli 2026. „Die Landesregierung nimmt diese Verantwortung sehr ernst: Mit der neu gegründeten Taskforce Gesundheitlicher Hitzeschutz im Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit hat Baden-Württemberg eine Struktur geschaffen, um Vorsorge und Versorgung, Aufklärung und Sensibilisierung zu bündeln. Die Taskforce hat ihre Arbeit bereits aufgenommen, erste Ergebnisse einer Bestands- und Bedarfsanalyse im Geschäftsbereich des Gesundheitsministeriums werden zeitnah erwartet.“

Kliniken und Pflegeeinrichtungen vor neuen Herausforderungen

Die Auswirkungen des Klimawandels, insbesondere extreme Hitze, stellen Kliniken und Pflegeeinrichtungen vor neue Herausforderungen: von steigendem Patientenaufkommen über überlastete Notaufnahmen bis hin zu Belastungen der technischen Infrastruktur. Minister Hildenbrand freut sich deshalb sehr, dass jetzt auch die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft (BWKG) dem Aktionsbündnis Klimawandel und Gesundheit beigetreten ist. „Angesichts der wachsenden Bedeutung von Hitzeschutz für die Kliniken im Land bin ich für diesen Schritt sehr dankbar. Die Expertise der BWKG stärkt das Bündnis genau dort, wo Hitze die Versorgung am unmittelbarsten trifft“, so der Minister.

„Die Krankenhäuser bereiten sich bestmöglich auf die kommenden heißen Tage vor. Um kurzfristig reagieren zu können, haben viele Kliniken nach der Hitzewelle im Juni ihre Hitzepläne angepasst. Hierfür wurden beispielsweise mobile Klimageräte angeschafft. Damit können einzelne Räume besonders gekühlt werden, um dort besonders gefährdete Patientinnen und Patienten unterzubringen“, so Heiner Scheffold, Vorstandsvorsitzender der BWKG.

„Schützen Sie sich und achten Sie auf Ihre Mitmenschen!“

Die Mitglieder des Aktionsbündnisses Klimawandel und Gesundheit bitten um Vorsicht und mahnen zur Wachsamkeit: „Der Sommer ist noch lang. Schützen Sie sich und achten Sie auf Ihre Mitmenschen!“ Wissenschaftlich untermauert wird die Dringlichkeit durch eine aktuelle Studie des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Dr. Stefan Muthers vom DWD warnt: „Durch den Klimawandel war der heißeste Tag der Juni-Hitzewelle 3 Grad Celsius wärmer. Ohne den Klimawandel wäre eine Hitzewelle in diesem Ausmaß schlichtweg nicht möglich.“ Solche Extremereignisse werden künftig deutlich häufiger auftreten. Hitzeschutz wird damit zur Daueraufgabe, nicht zur Ausnahme.

Dr. Robin Maitra von der Landesärztekammer appelliert an die Bürgerinnen und Bürger Baden-Württembergs: „Wichtig ist es, ausreichend Wasser oder Säfte zu trinken, regelmäßig über den Tag verteilt, nicht erst bei Durst. Körperliche Aktivitäten sollten in die frühen Morgen- oder Abendstunden verlegt werden. Halten Sie die Wohnung kühl: lüften Sie nachts und sorgen Sie tagsüber für Beschattung. Nutzen Sie leichte Kleidung, Sonnenschutz und eine Kopfbedeckung. Und achten Sie auf Warnzeichen: Schwindel, Kopfschmerzen, Verwirrtheit, starke Erschöpfung oder Kreislaufprobleme sind Alarmsignale, die auf eine Hitzebelastung hinweisen und sofortiges Handeln erfordern.“ 

Zu den Risikogruppen bei Hitze zählen vor allem ältere, pflegebedürftige, chronisch oder psychisch kranke Menschen, Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder, aber auch Obdachlose und Menschen, die im Freien arbeiten.

In der ersten Jahreshälfte 2026 waren psychische Erkrankungen erstmals die häufigste Ursache für Fehlzeiten. Auch psychisch Kranke trifft Hitze besonders hart. Dipl.-Psych. Monika Stöhr von der Landespsychotherapeutenkammer sagt: „Hitzestress kann zu mehr Aggression, psychisch bedingtem Rückzug, Schlaf- und Appetitstörungen führen. Während Hitzewellen ist eine steigende Zahl psychiatrischer Notfälle zu verzeichnen. Auch die Anzahl an Suiziden und häuslicher Gewalt nimmt zu. Es ist essenziell, entsprechende Hilfsangebote einzurichten.“

Ein oft unterschätzter Risikofaktor: Medikamente wie Blutdrucksenker, bestimmte Psychopharmaka, Antidepressiva, Schmerzmittel und viele weitere Arzneimittel können die Temperaturregulation, den Flüssigkeitshaushalt, die Schweißproduktion und den Kreislauf beeinflussen. Dr. Björn Schittenhelm von der Landesapothekerkammer erklärt: „Gerade während Hitzewellen ist besondere Vorsicht geboten, denn der Körper ist bereits großen Belastungen ausgesetzt. Die hitzebedingten Risiken können dann durch diese bestimmten Arzneimittel verstärkt werden. Doch auch Arzneimittel selbst leiden unter hohen Temperaturen. Bei der Lagerung und beim Transport sollte daher unbedingt auf eine Maximaltemperatur von 25 Grad geachtet werden. Auf Online-Bestellungen sollte bei diesen Temperaturen verzichtet werden, denn eine Lieferung der Arzneimittel geschieht zumeist ohne eine kontrollierte Temperatur. Die Apotheke vor Ort berät in beiden Fällen zuverlässig.“

Aktionsbündnis Klimawandel und Gesundheit

Das Aktionsbündnis Klimawandel und Gesundheit wurde 2023 initiiert. Mitglieder sind das Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit, der Deutsche Wetterdienst, die Landesapothekerkammer, die Landesärztekammer, die Landespsychotherapeutenkammer und die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft. Ziel des Aktionsbündnisses ist es, die fachliche Zusammenarbeit beim Hitzeschutz auf Landesebene auszubauen und zu verstetigen.

Landesgesundheitsamt: Gesundheit und Hitze

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Gruppenfoto der 54. Sportministerkonferenz. V.l.: Klaus Zimmermann, Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt, Olaf Bull, Staatsrat beim Senator für Inneres und Sport in Bremen, Stefan Gruhner, Chef der Staatskanzlei und Thüringer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport und Ehrenamt, Florian Birkmeyer, Ministerialdirektor im Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport, Ehrenamt und Medien des Landes Rheinland-Pfalz, Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen, Reinhold Jost, Minister für Inneres, Bauen und Sport im Saarland, Franziska Becker, Staatssekretärin für Inneres und Sport in Berlin, Nils Thiede, Leiter der Abteilung Jugend, Familie und Sport im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern, Sandro Kirchner, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, Magdalena Finke, Ministerin für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport des Landes Schleswig-Holstein, Ulf Bandiko, Amtschef im Ministerium des Inneren und Sport von Sachsen, Theresa Schopper, die für den Sport zuständige Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg und Vorsitzende der Sportministerkonferenz, Daniela Behrens, Ministerin für Inneres und Sport von Niedersachsen, Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Diana Stolz, hessische Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, Andy Grote, Senator für Inneres und Sport in Hamburg, und Ronald Rauhe, Staatsminister für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt.
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