„Wildtierauffangstationen leisten einen wichtigen Beitrag bei der Pflege und Wiederauswilderung verletzter oder anderweitig hilflos aufgefundener Wildtiere. Die kostenlos erhältliche App ‚Wildtier-SOS‘ ermöglicht es Finderinnen und Findern von Wildtieren, wichtige Informationen zu Erste-Hilfe-Maßnahmen abzufragen und die nächstgelegene Wildtierauffangstation zu finden. Gerade in heißen, trockenen Sommermonaten wie in diesem Jahr oder in den Herbstmonaten mit ersten Nachtfrösten benötigen geschwächte oder verletzte Wildtiere unsere Unterstützung“, sagte die Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat, Marion Gentges, im Nachgang zur 94. Sitzung des Landesbeirats für Tierschutz.
Vermeintlich hilfsbedürftige Wildtiere sollten in keinem Fall unüberlegt angefasst und mitgenommen werden. Häufig werden Jungtiere noch von ihren Elterntieren versorgt, was auf den ersten Blick nicht immer erkennbar ist. Ähnliches gelte für Jungvögel. Sie sollten nur bei unmittelbarer Gefahr umgesetzt werden, etwa an einen geschützten Platz nahe dem Fundort. Wildtiere unterliegen grundsätzlich naturschutz- oder jagdrechtlichen Regelungen. Bei Unsicherheit über den Hilfebedarf sollte fachkundiger Rat eingeholt werden. Bei jagdbarem Wild sind die zuständigen Jagdausübungsberechtigten zu verständigen. Im Wildtierportal Baden-Württemberg des Ministeriums für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat finden interessierte Bürgerinnen und Bürger detaillierte Fachinformationen zu über 40 Wildtieren in Baden-Württemberg, der Jagd sowie Neuigkeiten der Wildtierforschung und dem Wildtiermonitoring. Im Portal sind auch die Kontaktdaten der Wildtierbeauftragten des Landes hinterlegt; sie stehen der Bevölkerung als erste Ansprechpersonen für Wildtier-Fragen zur Verfügung.
Ebenfalls diskutiert wurde in diesem Zusammenhang die wichtige Funktion von Tierheimen. Sie tragen dazu bei, den Tierschutz in der Gesellschaft zu stärken. Im Rahmen der Verwaltungsvorschrift Tierschutzmaßnahmen werden Tierheime im Land jährlich mit bis zu 500.000 Euro unterstützt. Das Land fördert derzeit außerdem Greifvogelstationen in Bad Friedrichshall und in Mössingen sowie die Greifvogelstation in Karlsdorf-Neuthard bei Bruchsal. „Die Tierheime im Land leisten einen wichtigen Beitrag für den Tierschutz. Dabei spielt auch das Ehrenamt eine tragende Rolle. Dieser wertvollen Arbeit gilt unser aller Dank und Respekt“, so Ministerin Gentges.
Landesbeirat für Tierschutz
Der Landesbeirat für Tierschutz berät das Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat in Tierschutzfragen und wird zu grundsätzlichen Belangen des Tierschutzes sowie zu besonderen Tierschutzproblemen angehört. Der Beirat besteht aus der Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat als Vorsitzende sowie aus ehrenamtlichen Mitgliedern aus Verbänden und Organisationen.
















