Digitalisierung

Unabhängige Satellitenkommunikation in Europa stärken

Baden-Württemberg setzt mit einer hochkarätigen Veranstaltung in Berlin ein Zeichen für eine resiliente, souveräne und unabhängige Satellitenkommunikation in Europa.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Termin Satellitenkommunikation Berlin
von links nach rechts: Innenminister Thomas Strobl mit den beiden Astronautinnen Dr. Insa Thiele-Eich und Dr. Suzanna Randall sowie David Wortmann, Geschäftsführer von DWR eco

Mit der Veranstaltung „Satellitenkommunikation für Europa: resilient, souverän und unabhängig“ in der Landesvertretung in Berlin setzt Baden-Württemberg einen wichtigen Impuls für die strategische Ausrichtung der europäischen Satellitenkommunikation.

„Angesichts wachsender weltpolitischer Spannungen, hybrider Bedrohungslagen und der zunehmenden Abhängigkeit von digitalen Infrastrukturen gewinnt die satellitengestützte Kommunikation eine zentrale sicherheitspolitische und technologische Bedeutung. Wir müssen uns auf dem strategisch und geopolitisch relevanten Feld der Satellitenkommunikation unabhängig und resilient aufstellen und auch hier eine Führungsrolle in Europa einnehmen. Satellitenkommunikation ist nicht nur ein technologisches Zukunftsfeld, sondern ein sicherheitspolitisches Gebot. Sie ermöglicht es uns, auch in Krisensituationen verlässlich zu kommunizieren, kritische Systeme zu steuern und unsere demokratischen Institutionen handlungsfähig zu halten“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister des Landes Baden-Württemberg Thomas Strobl in seiner Eröffnungsrede.

In drei Themen-Panels diskutierten führende Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Bundeswehr, Wissenschaft und Wirtschaft über Resilienz, die Sicherheit kritischer Infrastrukturen, die Rolle von 5G-/6G-Konnektivität sowie über die geplante europäische Satellitenkonstellation IRIS². Ergänzt wurde die Veranstaltung durch eine Ausstellerrunde mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus der Luft- und Raumfahrtbranche. Organisiert wurde die Veranstaltung durch das Innenministerium gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium, dem Staatsministerium sowie dem Deutschen Zentrum für Satelliten-Kommunikation (DeSK).

Strategische Weichenstellung im ESA-Vorsitzjahr

Der Zeitpunkt der Veranstaltung fällt mit dem Vorsitz Deutschlands bei der Ministerratskonferenz der Europäischen Weltraumorganisation ESA zusammen. Deutschland wird die nächste Konferenz im November 2025 in Bremen ausrichten. Dort stehen zentrale Investitionsentscheidungen für die Zukunft der europäischen Raumfahrt auf der Agenda. Als Vorsitzland kann Deutschland entscheidende Impulse setzen – für eine technologische Führungsrolle, für eine vertiefte europäische Zusammenarbeit und für die strategische Positionierung Europas im globalen Wettbewerb. Die Veranstaltung in Berlin sendet damit ein starkes Signal zur rechten Zeit.

„Die geopolitische Lage zeigt uns deutlich, wie verletzlich unsere digitalen Infrastrukturen sind. Satellitenkommunikation ist längst nicht mehr nur ein Zukunftsthema – sie ist ein sicherheitspolitisches Muss. Gerade jetzt, wo Deutschland den Vorsitz bei der ESA innehat und zentrale Weichenstellungen für Europas Raumfahrt bevorstehen, ist es unsere Verantwortung, mit technologischer Innovation und politischer Entschlossenheit voranzugehen. Baden-Württemberg bringt sich aktiv ein – als Innovationsstandort, als sicherheitspolitischer Impulsgeber und als verlässlicher Partner in Deutschland und Europa“, betonte Innen- und Digitalisierungsminister Thomas Strobl.

Maßnahmen der Landesregierung

Die Veranstaltung fügt sich in eine Reihe von Maßnahmen ein, mit denen die Landesregierung die Bedeutung und den Nutzen der Satellitenkommunikation konsequent vorantreibt. Bereits im Jahr 2022 hatte das Land gemeinsam mit Hessen eine Veranstaltung zur Satellitenkommunikation in Berlin initiiert, um die Chancen und Möglichkeiten dieser Schlüsseltechnologie in den Fokus zu rücken.

Mit der Luft- und Raumfahrtstrategie „THE Aerospace LÄND – On to new horizons“, die im Jahr 2023 verabschiedet wurde, hat Baden-Württemberg zudem die Weichen gestellt, um zu den führenden Luft- und Raumfahrtregionen Europas zu gehören und innovative sowie hochqualitative Entwicklungen aus dem Land hervorzubringen.

Auch auf Bundesebene setzte Baden-Württemberg zuletzt wichtige Impulse: Bei der Frühjahrs-Innenministerkonferenz 2025 im Juni dieses Jahres unterstrich das Land die Bedeutung und dringende Notwendigkeit, den Aufbau einer resilienten und souveränen Satelliteninfrastruktur in Deutschland und Europa gezielt voranzutreiben sowie zu stärken und die Länder daran partizipieren zu lassen.

Luft- und Raumfahrtkompetenzen in Baden-Württemberg

Mit einem Branchenumsatz von rund fünf Milliarden Euro und etwa 16.000 Beschäftigten zählt Baden-Württemberg zu den führenden Luft- und Raumfahrtstandorten in Deutschland. Besonders im Bereich Raumfahrt nimmt das Land eine herausragende Rolle ein: Rund 40 Prozent der bundesweit direkt in der Raumfahrt tätigen Fachkräfte arbeiten im Südwesten.

Kennzeichnend für den Standort sind eine exzellente Forschungslandschaft, ein dichtes Netzwerk leistungsstarker Unternehmen und Zulieferer sowie eine hochspezialisierte Ausrüsterindustrie. Renommierte universitäre und außeruniversitäre Einrichtungen wie die Universität Stuttgart, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) und die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) sind fest in Baden-Württemberg verankert und prägen den Standort Baden-Württemberg.

Darüber hinaus stärken landes- und bundesweite Netzwerke wie das Forum Luft- und Raumfahrt Baden-Württemberg e. V. (LR BW) mit Sitz in Stuttgart sowie das Deutsche Zentrum für Satelliten-Kommunikation e. V. (DeSK) in Backnang die strategische Zusammenarbeit zwischen Forschung, Industrie und Politik und fördern gezielt die Sichtbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.

Stimmen aus den Panels

In den Diskussionsrunden kamen führende Expertinnen und Experten aus Politik, Verwaltung, Bundeswehr, Wissenschaft und Wirtschaft zu Wort. Ihre Beiträge unterstrichen die sicherheitspolitische, technologische und wirtschaftliche Relevanz der Satellitenkommunikation für Deutschland und Europa.

Diese Stimmen spiegeln nicht nur die breite fachliche Expertise, sondern auch das gemeinsame Verständnis wider: Satellitenkommunikation hat sich längst zu einem zentralen Pfeiler der digitalen Infrastruktur entwickelt und ist heute ein wichtiges Element für die Sicherheit und Souveränität Europas.

Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen, Mediathek: Bilder zum Herunterladen

Weitere Meldungen

Ein Mitarbeiter der Porsche AG montiert im Porsche-Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen einen Porsche 718 Cayman.
Automobilwirtschaft

Zehn Punkte für einen starken Automobilstandort

Studierende sitzen in einem Hörsaal.
Hochschulen

„Zukunftsprogramm Hochschule 2030“ stärkt Innovation

Eröffnung Technologiezentrum Bundesakademie Deutsches Bäckerhandwerk
Handwerk

Akademie des Deutschen Bäckerhandwerks modernisiert

Logo und Schriftzug der „Agentur für Arbeit“ an einem Gebäude.
Arbeitsmarkt

Leichte Entspannung am Arbeitsmarkt

Übergabe des neuen Dienstgebäudes der Staatsanwaltschaft Ellwangen
Justiz

Neues Dienstgebäude für die Staatsanwaltschaft Ellwangen

Zentrale Vereidigungsfeier der Polizei Baden-Württemberg in der voll besetzten Helios Arena in Villingen-Schwenningen
Polizei

Über 1.100 neue Polizistinnen und Polizisten feierlich vereidigt

Finanzamt
Finanzämter

Strukturreform der Steuerverwaltung

Logo
Gründungsförderung

Start-up BW Pre-Seed nimmt weitere Unternehmen auf

von links nach rechts: Präsidentin des Landesarbeitsgerichts Dr. Betina Rieker, Direktor des Arbeitsgerichts Heilbronn a.D. Dr. Carsten Witt und Amtschefin Gerda Windey
Justiz

Direktor des Arbeitsgerichts Heilbronn tritt in Ruhestand

von links nach rechts: Präsidentin des Landesarbeitsgerichts Dr. Betina Rieker, Direktor des Arbeitsgerichts Freiburg a.D. Martin Gremmelspacher, und Amtschefin Gerda Windey
Justiz

Direktor des Arbeitsgerichts Freiburg tritt in Ruhestand

Ein Mädchen watet durch die überschwemmte Innenstadt von Veringenstadt.
Gesellschaft

Pilotkommunen erproben verbesserte Zusammenarbeit im Krisenfall

Euro-Banknoten
Steuerschätzung

Mehr Steuereinnahmen, aber kein zusätzlicher Spielraum

Das Bild zeigt den neuen Dienststellenleiter der LVT BW Peter Siller frontal im Porträt.
Landesvertretung

Peter Siller neuer Dienststellenleiter der Landesvertretung beim Bund

Portraitbild vom neuen Leiter des Finanzamts Stuttgart-Körperschaften Götz Kriegel
Finanzverwaltung

Neuer Leiter des Finanzamts Stuttgart-Körperschaften

Zulieferertag 2026
Automobilwirtschaft

Wie Automobilzulieferer wettbewerbsfähig bleiben wollen