Hochschulen

Schnellbau-Initiative bringt zusätzlichen Investitionsschub

Mit einer Schnellbau-Initiative setzt das Land Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes für Maßnahmen zur Modernisierung und Sanierung der Infrastruktur von Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen ein.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Forschende im Forschungszentrum M3 des Universitätsklinikums Tübingen
Symbolbild

Ministerpräsident Cem Özdemir und Wissenschaftsministerin Petra Olschowski haben die Schnellbau-Initiative für den Hochschulbau vorgestellt. Das Kabinett hat hierzu am Dienstag, 7. Juli 2026, die konkrete Verteilung des Sondervermögens beschlossen.

Baden-Württemberg macht Tempo: Wir setzen die Mittel, die uns das Sondervermögen gibt, zügig und gezielt ein, um unsere Infrastruktur für die Zukunft fit zu machen.
Ministerpräsident Cem Özdemir

„Baden-Württemberg macht Tempo: Wir setzen die Mittel, die uns das Sondervermögen gibt, zügig und gezielt ein, um unsere Infrastruktur für die Zukunft fit zu machen“, sagte Ministerpräsident Cem Özdemir im Anschluss an die Sitzung des Ministerrates. „Unsere vielfältige Hochschullandschaft ist ein Schatz: Wir stellen uns unserer Verantwortung und gehen den erheblichen Sanierungs- und Modernisierungsbedarf gezielt an. Mit allein in diesem Jahr rund 750 Millionen Euro Baubudget im Hochschul- und Hochschulmedizinbau setzen wir bundesweit Standards.“

Dieses Budget wird durch die Sondermittel des Bundes zusätzlich verstärkt. Allein für die nun auf den Weg gebrachten Baumaßnahmen stehen im Zeitraum von 2026 bis 2029 zusätzlich insgesamt 315 Millionen Euro zur Verfügung.

Auch im Hochschulbau gilt: Schneller bauen heißt günstiger bauen

Wissenschaftsministerin Petra Olschowski ergänzte: „Attraktive Forschungs- und Lehrumgebungen sind die Voraussetzung für wissenschaftliche Exzellenz und Wettbewerbsfähigkeit. Als internationaler Spitzenstandort für Forschung, Lehre und Patientenversorgung ist bestmögliche Infrastruktur unser Anspruch. Neben moderner Forschungsausstattung gehören dazu auch funktionale Gebäude und eine leistungsfähige Bausubstanz. Nicht zuletzt die Hitzewelle hat gezeigt: Wir brauchen gerade in der Infrastruktur etwa der Universitätskliniken eine bessere Krisenvorsorge, die auf extreme Ereignisse vorbereitet ist.“

Hier setzt die Landesregierung mit den Mitteln der Schnellbau-Initiative an. „Wir investieren gezielt dort, wo der Bedarf derzeit am größten ist und verbessern die Lern- und Arbeitsbedingungen für Studierende und Beschäftigte. Wir stehen beim Hochschulbau weiterhin vor einem großen Spagat: einerseits den Erhalt und die Modernisierung des Bestands voranzubringen, andererseits ist der Bedarf an neuer Infrastruktur weiterhin immens“, hob die Ministerin hervor.

Zugleich betonte Olschowski: „Die heutige Realisierungszeit von Bauvorhaben auch im Hochschulbau ist häufig zu lang. Dabei gilt auch hier: Zeit ist Geld. Schneller bauen heißt günstiger bauen. Wir werden deshalb gemeinsam mit dem Finanzministerium einen Prozess starten, der die Verfahren im Hochschulbau weiter entschlackt und vereinfacht. Auch werden wir prüfen, ob Vorteile des standardisierten Bauens genutzt werden können.“

Schlanke Verfahren und reduzierte Komplexität

Mit der Übertragung der Bauherreneigenschaft erprobt das Land am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und den Universitätskliniken bereits einen neuen Weg beim Bau, der auf schlanke Verfahren und reduzierte Komplexität setzt. Bei der Übertragung der Bauherreneigenschaft wird die Verantwortung für die Durchführung einer Landesbaumaßnahme von Vermögen und Bau auf eine Universität oder ein Universitätsklinikum übertragen. Durch die Bündelung der Verantwortung und Entscheidungsbefugnis reduzieren sich zahlreiche Schritte und die Anzahl der am Prozess beteiligten Akteure. Ministerin Olschowski sagte: „Wir werten die Erfahrungen bei der Bauherreneigenschaft aus und wollen die aktuell laufenden Projekte auch als Pilotprojekte für neue Standards sehen. Das Ziel: Straffe Prozesse, mehr Effizienz, klare Zuständigkeiten.“

Aus dem rund 13,1 Milliarden Euro schweren Sondervermögens des Bundes für Infrastruktur und Klimaneutralität, aus dem das Land zwei Drittel pauschal an die Kommunen weitergab, wurden bereits im Dezember knapp 1,3 Milliarden Euro für die Wissenschafts- und Forschungsinfrastruktur vorgesehen.

Hintergrund

  • Der bundesweite Sanierungsbedarf für Hochschulgebäude wurde 2023 von der Hochschulrektorenkonferenz auf 74 Milliarden Euro beziffert. Davon abgeleitet dürfte der Sanierungs- und Modernisierungsbedarf an Hochschulen und Universitätsklinika in Baden-Württemberg bei geschätzt 15 bis 20 Milliarden Euro liegen.
     
  • „Schnellbau-Initiative“: Baden-Württemberg erhält nach dem Königsteiner Schlüssel in den Jahren 2026 bis 2029 zusätzlich 526 Millionen Euro für den Kita- und Hochschulbau. Davon werden rund 60 Prozent für den Hochschulbau eingesetzt. Die verbleibenden 40 Prozent gehen in den Ausbau der Kindertagesbetreuung.

Projektliste: Finanzierung über die Schnellbau-Initiative (Auswahl)

Weitere Meldungen

Gruppenfoto der 54. Sportministerkonferenz. V.l.: Klaus Zimmermann, Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt, Olaf Bull, Staatsrat beim Senator für Inneres und Sport in Bremen, Stefan Gruhner, Chef der Staatskanzlei und Thüringer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport und Ehrenamt, Florian Birkmeyer, Ministerialdirektor im Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport, Ehrenamt und Medien des Landes Rheinland-Pfalz, Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen, Reinhold Jost, Minister für Inneres, Bauen und Sport im Saarland, Franziska Becker, Staatssekretärin für Inneres und Sport in Berlin, Nils Thiede, Leiter der Abteilung Jugend, Familie und Sport im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern, Sandro Kirchner, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, Magdalena Finke, Ministerin für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport des Landes Schleswig-Holstein, Ulf Bandiko, Amtschef im Ministerium des Inneren und Sport von Sachsen, Theresa Schopper, die für den Sport zuständige Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg und Vorsitzende der Sportministerkonferenz, Daniela Behrens, Ministerin für Inneres und Sport von Niedersachsen, Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Diana Stolz, hessische Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, Andy Grote, Senator für Inneres und Sport in Hamburg, und Ronald Rauhe, Staatsminister für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt.
Sportministerkonferenz

Mehr Bewegung für Kinder und Jugendliche in Deutschland

Ein Prüfstandshandwerker begutachtet am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt ein Raketen-Triebwerk
Förderung

9,7 Millionen Euro für Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Forschende im Forschungszentrum M3 des Universitätsklinikums Tübingen
Bundesrat

Bundesrat ändert Wissenschaftsfreiheitsgesetz

Eröffnung der Wanderausstellung der IBA'27 in der baden-württembergischen Landesvertretung in Berlin
Städtebau

IBA’27-Ausstellung in Berlin eröffnet

Schülerinnen mit Smartphones
Internet

Junge Menschen im Umgang mit Gefahren im Netz stärken

Eine junge Frau wird geimpft.
Ärztliche Versorgung

Auswahlverfahren zur Landarztquote 2026 abgeschlossen

Vertragsunterzeichnung "Programm Flächendeckung" beim BMDS
Digitalisierung

Digitale Verwaltungsleistungen in die Fläche bringen

Die NECOC-Versuchsanlage am KIT produziert festen Kohlenstoff aus klimaschädlichem Kohlenstoffdioxid.
Bürgerbeteiligung

Bürgerforum zur CO2-Speicherung

Kuh friss Gras
Landwirtschaft

Antragstellung auf Futtermittelhilfe 2026 läuft an

Ein Ausbilder erklärt in einem Techniklabor jugendlichen Auszubildenden etwas.
Bildung

Mit MINT- und Begabtenförderung das Land zukunftsfest machen

Ausbilderin mit Lehrling
Berufliche Ausbildung

Land baut Förderprogramm zur Ausbildungsqualität weiter aus

Tag der Nationalhymne in Rumänien
Handwerk

Wirtschaftsministerin reist nach Rumänien

Streuobst
Streuobst

Land fördert Streuobst-Projekte mit 500.000 Euro

Porträt Prof. Dr. Thomas Riecke-Baulecke
Schule

ZSL-Präsident geht in Ruhestand

von links nach rechts: Prof. Peter Middendorf (Rektor der Universität Stuttgart), Ministerpräsident Cem Özdemir, Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und Prof. Jan Hesthaven (Präsident des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT))
Sicherheit

Innovationen für Sicherheit, Verteidigung und Resilienz