Hochschulmedizin

Ministerin Bauer besucht Uniklinikum Tübingen

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Ministerin Theresia Bauer (M.) spricht mit Beschäftigten des Uniklinikums Tübingen.
Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (hinten, Mitte) im Gespräch mit Beschäftigten des Uniklinikums Tübingen

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer hat das Uniklinikum Tübingen besucht und sich mit Beschäftigten über ihre Arbeit in der Corona-Pandemie ausgetauscht. Sie sprach den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die seit Monaten einer enorm hohen Belastung ausgesetzt sind, Dank und Anerkennung aus.

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer hat im Rahmen ihrer Tour durch die Universitätskliniken des Landes auch das Universitätsklinikum Tübingen besucht, um mit den Beschäftigten in der Kranken­versorgung ins Gespräch über deren Erfahrungen in der Corona-Pandemie zu kommen und die gewonnenen Erkenntnisse zu erörtern. Bei ihrem Besuch ging es der Ministerin besonders darum, die herausragenden Leistungen der Universitätskliniken in Baden-Württemberg in den vergangenen eineinhalb Jahren zu würdigen.

„Seit 18 Monaten steht das medizinische Personal auf jeder Station und in jedem Fachgebiet unter einer besonderen, immensen Dauerbelastung. Besonders denke ich an die Kolleginnen und Kollegen auf den Coronastationen und auf den Intensivstationen insgesamt. Rund um die Uhr kümmern sie sich hochprofessionell um schwerkranke Corona-Patientinnen und Patienten“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer in Tübingen.

Land stockt Corona-Prämie des Bundes auf

„Ich möchte Ihnen sagen: Wir sehen was Sie leisten! Wir sehen Ihre Belastung, auch Ihre Erschöpfung nach all den Monaten. Wir haben großen Respekt vor diesem Dienst, den Sie für unsere gesamte Gesellschaft leisten. Dafür möchte ich Ihnen im Namen der Landesregierung herzlich danken“, so die Ministerin im Gespräch mit Beschäftigten der Uniklinik Tübingen. Als Anerkennung der Leistungen bei der Bewältigung der Corona-Pandemie hat das Land die Corona-Prämie des Bundes für die Beschäftigten von 20 Millionen Euro um weitere zehn Millionen Euro aufgestockt.

Damit sie die Herausforderungen der Pandemie meistern können, hat das Land die vier Universitätskliniken des Landes im Jahr 2020 mit 100 Millionen Euro unterstützt. Im April und Juni 2020 hatten die Kliniken bereits einen Zuschuss für erforderliche Investi­tionsmaßnahmen zur Pandemiebekämpfung in Höhe von 77 Millionen Euro erhalten. Für das kommunale Universitätsklinikum Mannheim hat das Land 12,4 Millionen Euro zur Unterstützung für das Jahr 2020 bereitgestellt.

Universitätskliniken: Stärken für die Zukunft

Die Pandemie sei zwar noch nicht vorbei, so Ministerin Bauer weiter, es gelte nun aber bereits Lehren aus den zurückliegenden Monaten zu ziehen und den Handlungsbedarf in der Gesundheitspolitik zu umreißen. „Besonders geht es darum, den Stellen­wert der Universitätskliniken im Land als Rückgrat unserer Gesundheits­versorgung zu sichern“, betonte Bauer. Zu den gewonnen Erkenntnissen und Folgerungen für die Zukunft wolle sie sich bei ihrer Tour mit den Beschäftigten und Expertinnen und Experten der Universitätskliniken austauschen.

Telemedizin und Personalisierte Medizin

„Die Telemedizin hat sich auch in der Corona-Pandemie als sehr wertvoll erwiesen“, sagte Professor Martin Holderried, Geschäftsführer des Zentralbereichs Medizin, der die telemedizinische Zusammenarbeit mit dem Zollernalb-Klinikum in Balingen vorstellte. Die gemeinsame digitale Kommunikationsplattform ermöglicht es, schwerkranken Corona-Patienten im Zollernalb-Klinikum in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Tübingen eine bestmögliche Versorgung zukommen zu lassen. „Sie gewährleistet, dass unsere SpezialistInnen mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort sehr differenziert die Diagnostik und Therapie gemeinsam planen können. Ohne am Patientenbett zu stehen, können sich die erfahrenen IntensivmedizinerInnen des Uniklinikums ein Bild vom Patienten machen und den behandelnden ÄrztInnen vor Ort Handlungsempfehlungen für eine bestmögliche Versorgung auf universitärem Spitzenniveau geben“, so Professor Holderried. Ein positiver Nebeneffekt der Telemedizin sei, dass PatientInnen im heimatnahen Krankenhaus behandelt werden könnten. „Dies wiederum schafft hier am Uniklinikum Kapazitäten für die Behandlung weiterer schwer erkrankter Patientinnen und Patienten, die sich etwa einer größeren Operation unterziehen müssen“, so Holderried.

Die Digitalisierung in der Medizin ermöglicht auch eine zunehmende Personalisierung der medizinischen Versorgung: In der Personalisierten Medizin werden Datenerzeugung, Datenanalyse und funktionelle Bildgebung verbunden und weiterentwickelt. Ziel ist die Übertragung der Ergebnisse in die Patientenversorgung – und somit eine maßgeschneiderte individualisierte Behandlung. „In der Digitalisierung steckt enormes Potenzial für die Gesundheitsversorgung. Auch in der Krise führt sie zu neuen Innovationen und kommt den Menschen direkt zu Gute“, so die Ministerin. Den berechtigten Belangen des Datenschutzes müsse dabei selbstverständlich Rechnung getragen werden. „Zugleich muss es aber gelingen, dass der Datenschutz den Chancen der Digitalisierung in der Medizin nicht entgegensteht“, betonte Bauer.

Allein über den Kooperationsverbund Hochschulmedizin fördert das Land die Digitalisierung der Medizin in den Universitätsklinika mit insgesamt 80 Millionen Euro in den Jahren 2021 und 2022.

Universitätskliniken leisten wichtigen Beitrag im Kampf gegen Corona

Die Corona-Pandemie habe die überragende Bedeutung der Hochschulmedizin für die Krisenreaktion, die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung und die Entwicklung innovativer Ansätze im Land nochmals unter Beweis gestellt, so die Ministerin weiter. „Die Universitätskliniken nehmen bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie eine herausragende Rolle für die Versorgung der Menschen ein. Sie koordinieren die regionalen Partner, behandeln die schwersten Fälle und leisten Pionierarbeit in der COVID-19-Forschung“, so die Ministerin. Nicht nur bei der Versorgung der Kranken, sondern auch bei der Umsetzung der Impfstrategie des Landes seien die Universitäts­kliniken maßgeblich beteiligt.

Die Universitätskliniken in Baden-Württemberg

Die baden-württembergischen Universitätskliniken in Freiburg, Heidelberg, Mannheim, Tübingen und Ulm sind Motoren des medizinischen Fortschritts. Sie nehmen im bundesweiten Vergleich Spitzenpositionen ein und besitzen zum Teil europa- und weltweite Alleinstellungsmerkmale. Die Universitätskliniken betreiben Hochleistungsmedizin, Krankenversorgung, Forschung und Lehre im Dienste des Menschen.

Mit rund 32.500 Beschäftigten und einem Erlös aus dem Krankenhausbetrieb von jährlich 2,8 Milliarden Euro sind die seit 1998 als rechtsfähige Anstalten des öffentlichen Rechts errichteten Universitätskliniken des Landes in Freiburg, Heidelberg, Mannheim, Tübingen und Ulm auch bedeutende Wirtschafts­betriebe. Sie verfügen über 6.800 Betten – etwa ein Zehntel aller Krankenhausbetten in Baden-Württemberg – und tragen somit den größten Teil der Maximalversorgung im Land. Jährlich werden über 224.600 stationäre und 1,4 Millionen ambulante Patientinnen und Patienten in den vier Universitätskliniken versorgt.

Am kommunalen Universitätsklinikum Mannheim sind weitere 4.300 Menschen beschäftigt. Die betrieblichen Erträge belaufen sich auf rund 413 Millionen Euro. Die Uniklinik Mannheim verfügt über 1.352 Betten und behandelt jährlich über 44.000 Patientinnen und Patienten (teil-)stationär und mehr als 170.000 ambulant.

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