Automobilindustrie

Wirtschaftsministerin fordert Anpassungen bei EU-CO₂-Regulierung

Angesichts der CO₂-Flottenziele der EU für das Jahr 2030 sieht Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut die baden-württembergische Automobilindustrie unter erheblichem Druck.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Mitarbeiter montiert im Porsche Werk in Stuttgart-Zuffenhausen eine Vorderachse mit Elektromotor. (Foto: © dpa)
Symbolbild

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut hat nach Gesprächen mit den CEOs führender Automobilhersteller und Zulieferer aus Baden-Württemberg vor den Folgen der aktuellen europäischen CO₂-Regulierung gewarnt. „In der öffentlichen Debatte wird häufig über das sogenannte Verbrenner-Aus 2035 diskutiert – darüber, ob Klimaneutralität im Verkehrssektor bis 2035, mit stärkerem Einsatz von reFuels und Hybrid-Fahrzeugen oder erst 2040 erreicht werden soll. Die eigentliche Herausforderung liegt jedoch deutlich früher: Entscheidend sind die CO₂-Flottenziele für das Jahr 2030. Darauf müssen wir jetzt unseren Fokus richten“, so die Ministerin.

„Unsere Unternehmen stehen unter enormem Druck. Drohende Strafzahlungen bei Nichterreichen der Flottenziele würden dringend benötigte Investitionen binden und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Baden-Württemberg schwächen. Es geht um die Zukunft von Arbeitsplätzen, Wertschöpfung und Produktionsstandorten in unserem Land“, betonte die Wirtschaftsministerin.

Anpassungen der EU-Regelungen gefordert

Hoffmeister-Kraut verwies zugleich auf die bestehenden praktischen Herausforderungen beim Ausbau der Infrastruktur. „Mit den derzeitigen Rahmenbedingungen werden die Ziele kaum erreichbar sein. Es fehlen die notwendigen Energienetze, die erforderlichen Kapazitäten beim Netzausbau und die Infrastruktur für die von der EU erwartete Zahl an Elektrofahrzeugen. Regulierung muss sich an den Fakten orientieren und darf nicht an den Bürgerinnen und Bürgern vorbeigehen.“

Kritisch äußerte sich Hoffmeister-Kraut zu weiteren Vorschlägen aus dem Europäischen Parlament. „Die Vorlagen der Berichterstatter Wölken und Kalfon zeigen die Widersprüchlichkeit der aktuellen Regulierungspolitik. Dienstwagenflotten sollen faktisch doppelt reguliert werden. Darüber hinaus werden gegenüber dem ursprünglichen Kommissionsvorschlag zusätzliche Verschärfungen vorgesehen. Dieses Gold-Plating lehne ich entschieden ab.“

Die Ministerin kündigte an, sich weiterhin mit Nachdruck für Anpassungen der Regelungen einzusetzen. „Ich werde diese Position auch künftig gegenüber den europäischen Institutionen vertreten. Gleichzeitig werden wir auf Landesebene alles dafür tun, unsere Unternehmen im globalen Wettbewerb zu stärken – durch weniger Bürokratie, mehr Technologieoffenheit und bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen.“

Weitere Meldungen

Polizeistreife bei Verkehrsunfall
Verkehrssicherheit

Halbjahresbilanz der Verkehrsunfallentwicklung

Weinauswahl
Sondereditionen

Neue Wein-Sondereditionen der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin

Portrait Mathias Brecht Finanzamt Heidelberg
Verwaltung

Neuer Leiter des Finanzamts Heidelberg

Müllmann bringt Müll weg. (Foto: dpa)
Abfall- und Kreislaufwirtschaft

Positive Entwicklungen bei Abfallbilanz 2025

Bauarbeiter erneuern den Fahrbahnbelag auf einer Straße.
Fahrbahndeckenerneuerung

B 35 zwischen Bruchsal und Graben-Neudorf wird saniert

Ashumi Shroff
Außenwirtschaft

Baden-Württemberg eröffnet neues Auslandsbüro in Mumbai

Logo und Schriftzug der „Agentur für Arbeit“ an einem Gebäude.
Arbeitsmarkt

Arbeitslosenquote im Land unverändert

Eine Ärztin und eine Therapeutin sitzen mit einem medizinischen Stethoskop am Tisch und machen mit einem Laptop und einem Mobiltelefon medizinische Notizen.
Gesundheit

Bundesweit einzigartiges KI-Reallabor für Gesundheits­versorgung startet

Blühstreifen statt Straßenbegrenzungsgrün
Naturschutz

Land erfasst 25.000 Hektar Straßenbegleitgrün

Ein Mitarbeiter einer Biogasanlage von Naturenergie Glemstal befüllt die Anlage mit Biomasse.
Landwirtschaft

Novelle zum EEG 2027 verschenkt Potenzial der Bioenergie

Symbolbild zur Künstlichen Intelligenz mit einem Prozessor und dem Schriftzug "AI Artificial Intelligence Technology"
Technologie

Chipindustrie-Ökosystem in Baden-Württemberg wächst

Paragraph vor Laptop
Justiz

Bundesweit erstes Gericht mit neuer Justiz-Software

Ein Logo des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).
Wissenschaft und Forschung

KIT wird Forschungshub für Fusionstechnologie

Firma WMB Ventilatoren GmbH in Obersontheim
Ländlicher Raum

Jetzt noch für „Spitze auf dem Land!“ bewerben

Ein Thermometer zeigt 36 Grad Celsius an.
Gesundheit

Hitzeschutz wird zur Daueraufgabe