Wald

Waldumbau in klimastabile Mischwälder

Fachgespräch im Wald

Damit der Wald auf lange Sicht seine vielfältigen Funktionen erfüllen kann, arbeiten die Forstexperten des Landes weiter am Aufbau klimaangepasster und stabiler Mischwälder. Forstminister Peter Hauk betonte bei einer Waldbegehung in Braunsbach, dass es sich beim Waldumbau um eine Jahrhundertaufgabe handle.

„Damit der Wald auch in Zukunft und in Zeiten des fortschreitenden Klimawandels seine vielfältigen Funktionen erfüllen kann, arbeiten wir weiter am Aufbau klimaangepasster und stabiler Mischwälder. Grundlage für solche Anpassung an die prognostizierten Entwicklungen sind gute und fachlich fundierte Strategien. Eine solche Strategie hat die ForstBW im März 2020 auf die Wege gebracht, die für die Forstleute im Staatswald eine wichtige Arbeitsgrundlage darstellt“, sagte Forstminister Peter Hauk bei der Waldbegehung im ForstBW-Forstbezirk „Tauberfranken“ in Braunsbach im Landkreis Schwäbisch Hall.

Vielfalt an Baumarten und an Baum-Herkünften

Eine neue Handreichung für die Wiederbewaldung von Kalamitätsflächen im Klimawandel lege nahe, wie beschädigte Baumbestände saniert und neu bepflanzt werden können. Sie dient den Förstern als Zielvorgabe für die Anpflanzung eines standortsgerechten Waldes und wird von Fortbildungen zur Wiederbewaldung begleitet. „Schon heute wird das Risiko durch die Mischung von Baumarten in einem einzelnen Waldbestand gestreut. Bei der Wiederbewaldung müssen wir noch stärker auf Vielfalt an Baumarten und auch Baum-Herkünften setzen. So haben wir die Chance, auch bei fortschreitendem Klimawandel eine bessere Anpassung unserer Baumbestände zu erzielen“, erklärte Minister Hauk.

Besonders schwer betroffen von den neuen Klimabedingungen seien Nadelbaumarten wie Fichte, Tanne oder auch Kiefer. Die Fichte werde weiterhin vorkommen, die Risiken seien aber so hoch, dass man diese Baumart langfristig nur noch in Beimischung und nur noch auf Zeit einsetzen könne.

Wald wird sich verändern

„Alle Baumarten werden natürlich weiterhin in den Wäldern vertreten sein. Fakt ist, dass sich der Wald, so wie wir ihn kennen, verändern wird. Unsere Forstexperten stehen vor einer Jahrhundertaufgabe, die nicht nur sie, sondern auch kommende Generationen beschäftigen wird. Umso wichtiger ist eine zeitgemäße und immer an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ausgerichtete Waldwirtschaft. Der langfristige Erhalt aller Waldfunktionen ist das Ziel unserer naturnahen Waldbewirtschaftung“, betonte der Minister.

Die Strategie langfristiger Nachhaltigkeit beinhaltet auch ein von ForstBW entwickeltes Alt- und Totholzkonzept, welches die Erhaltung und Ausbreitung seltener Tier- und Pflanzenarten fördert. Das Vorhaben setzt sich dabei aus den beiden Prozessschutz-Elementen Habitatbaumgruppen und Waldrefugien zusammen.

12.000 Hektar Waldrefugien im Staatswald bis 2022

Im Rahmen dieser im Staatswald verbindlichen Konzeption werden landesweit, meist in älteren Waldbeständen, sogenannte Waldrefugien ausgewiesen. Im Durchschnitt sind diese Waldstücke ein bis drei Hektar groß. Dort werden alle Bäume ihrer natürlichen Entwicklung bis zum vollständigen Zerfall überlassen. Zusammen mit kleineren Habitatbaumgruppen kommt diesen besonderen Waldstücken eine wichtige Funktion als ökologische Trittsteine für an Alt- und Totholz gebundene Arten zu. Das von ForstBW angestrebte Ziel ist es, bis zum Jahr 2022 rund 12.000 Hektar Waldrefugien im Staatswald auszuweisen.

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