Digitalisierung

Videowettbewerb „Girls change IT“ gestartet

Ein Mädchen nutzt einen Tablet-Computer. (Foto: © dpa)

Mit dem Videowettbewerb „Girls change IT“ möchte das Wirtschaftsministerium die gleichberechtigte Teilhabe an der Digitalisierung voranbringen. Der Wettbewerb und die Girls´ Digital Camps sollen Mädchen und junge Frauen ermuntern, die digitale Welt mitzugestalten.

Film ab! Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut hat auf der experimenta in Heilbronn den Startschuss für den Videowettbewerb „Girls change IT“ gegeben. „Mit dem Wettbewerb und unseren Girls´ Digital Camps wollen wir Mädchen und junge Frauen ermuntern, die digitale Welt mitzugestalten. Mit einer gleichberechtigten Teilhabe an der Digitalisierung bringen wir unsere Gesellschaft voran und stärken die Innovationskraft unserer Wirtschaft in Baden-Württemberg“, sagte die Ministerin. „Ich freue mich auf kreative Bewerbungsbeiträge!“

Frühzeitig Interesse von Frauen für IT und Technik wecken und Talente fördern

„Wir wollen so früh wie möglich das Interesse der Mädchen und jungen Frauen für IT und Technik wecken und ihre Talente fördern. Auch möchten wir die Vorurteile gegenüber MINT-Berufen geraderücken: Sie sind vielseitig, kreativ und kommunikativ. Unsere Botschaft für die Mädchen ist: Nutzt Eure Chancen. In der IT und Technik werden dringend Fachkräfte gesucht. Sie werden gut bezahlt und haben ausgezeichnete Zukunftschancen“, so Hoffmeister-Kraut. Der Videowettbewerb sei ein weiterer wichtiger Baustein im Programm der Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“, deren 8. Jahrestreffen den Rahmen für den offiziellen Start gebildet hat.

In Deutschland fehlten im April 2019 rund 311.000 MINT-Fachkräfte – nachzulesen im MINT-Frühjahrsreport iw – und in Baden-Württemberg laut IHK Fachkräftemonitor rund 174.000. „Die MINT-Fachkräftelücke wird immer größer. Wir stehen inzwischen beim höchsten Wert seit acht Jahren und die Karriereperspektiven in den MINT-Berufen sind hervorragend“, so die Ministerin. Einer aktuellen Studie zufolge kommen MINT-Berufe dagegen bei der Generation Z weniger gut an als bei älteren Deutschen. Frauen fühlen sich nach diesen Untersuchungen weiterhin benachteiligt, oft aufgrund von Stereotypen.

„Politisch müssen wir gezielte, wirkungsvolle Maßnahmen ergreifen, um die junge Generation insgesamt und vor allem auch mehr junge Frauen für die MINT-Berufe zu gewinnen. MINT-Bildung ist Kernkompetenz zur Lösung der Klimaprobleme, aber auch in vielen anderen Bereichen wie Mobilität, Gesundheit und intelligentem Wohnen unabdingbar für unsere Zukunft. Wir müssen deshalb junge Menschen noch stärker in Zukunftsdiskussionen einbeziehen und praktische Erfahrungen ermöglichen“, so die Ministerin.

Baden-Württemberg mit Vorreiterrolle

Vor 100 Jahren, im April 1919 wurden Frauen erstmals an technischen Hochschulen zugelassen. Stand 2017 beträgt der Frauenanteil bei den Studienanfängerinnen in MINT-Studiengängen 30,2 Prozent und 27,6 Prozent bei den Absolventinnen in Baden-Württemberg – nachzulesen im StaBu 2018. Gleichzeitig gilt es weiterhin, tradierte Rollenbilder aufzubrechen. Das zeigt sich besonders stark im Bereich der dualen technischen Ausbildungsberufe. Trotz aller Bemühungen beträgt der Frauenanteil Stand 2017 hier nur knapp 11 Prozent.

„Mit dem Bündnis ‚Frauen in MINT-Berufen‘ hat das Land eine Vorreiterrolle übernommen. Denn auch auf der Bundesebene wird mit dem neuen MINT-Aktionsplan nun dieser Weg der Bündelung, Verstetigung und Vernetzung von MINT-Akteuren und MINT-Maßnahmen aufgegriffen. Wir sind diesen Weg schon seit acht Jahren erfolgreich gegangen und sollten den MINT-Aktionsplan nun auch für Baden-Württemberg nutzen, um unsere Kräfte noch stärker zu bündeln und unsere regionalen MINT-Initiativen weiter auszubauen“, sagte die Ministerin abschließend.

Wettbewerb „Girls change IT“

Teilnahmeberechtigt sind Mädchen und gemischte Gruppen bis sechs Personen im Alter zwischen 10 und 16 Jahren. Ziel des Wettbewerbs ist es, Interesse für digitale Themen und IT-Berufe zu wecken und zu zeigen, welche Chancen es für Gesellschaft und Wirtschaft mit sich bringt, wenn Mädchen und Frauen die Digitalisierung in allen Lebensbereichen und Berufsfeldern stärker mitgestalten.

Aufgabe ist es, in einem kurzen bis zu 5-minütigen Videoclip zu zeigen, warum es mehr digitale Girl-Power in IT-Berufen braucht. Filmeinreichungen können vom 10. Oktober 2019 bis 17. Februar 2020 online erfolgen. Die Preisträgerinnen und Preisträger in den verschiedenen Alterskategorien werden mittels Online-Voting und einer Jury ermittelt. Die Preisverleihung ist am 7. Mai 2020 geplant.

Mit der jungen Webdeveloperin und Influencerin Julia Heidinger konnte das Wirtschaftsministerium ein MINT-Role Model als Botschafterin des Filmwettbewerbs gewinnen. Die Mitgründerin des Social Developers Club wird die „Girls change IT“-Kampagne während der gesamten Kampagnenlaufzeit begleiten.

Landesinitiative und Bündnis „Frauen in MINT-Berufen“

Der Wettbewerb ist Teil der Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“, die seit 2010 das Ziel verfolgt, mehr Mädchen und Frauen für die MINT-Berufe zu gewinnen und damit das MINT-Fachkräftepotenzial zu erhöhen. Im Bündnis „Frauen in MINT-Berufen“ haben sich deshalb seit 2011 inzwischen 55 maßgebliche MINT-Akteure zusammengeschlossen und ihre MINT-Fördermaßnahmen in einem gemeinsamen Aktionsprogramm entlang einer lebensphasenorientierten Gesamtstrategie gebündelt, um mehr Breitenwirksamkeit zu erreichen.

Im Mittelpunkt des 8. Jahrestreffens der Landesinitiative und des Bündnisses „Frauen in MINT-Berufen“ standen der in diesem Jahr gestartete Design Thinking Prozess und die drei neuen Arbeitsgruppen zu den Schwerpunktthemen „MINT-Regionen“, „MINT-Unternehmensnetzwerk“ und „Initiativen für Frauen in der dualen technischen Ausbildung“ sowie die Strategie des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst zur Frauenförderung in den MINT-Wissenschaften. Als neue Bündnispartnerin wurde Tinkertank - Kreativlabor Makerspace aufgenommen.

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