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Energie
  • 03.05.2017

Verteilnetzstudie für Baden-Württemberg veröffentlicht

  • Ein Windrad dreht sich bei Herbolzheim vor einem Strommast. (Foto: dpa)

Eine Studie zum Ausbau der Verteilnetze im Land liefert erstmals eine detaillierte Analyse des landesweiten Ausbaubedarfs für das Jahr 2030. Damit die Stromversorgung auch zukünftig gewährleistet ist, müssen die Verteilnetze ausgebaut und zu intelligenten Netzen weiterentwickelt werden.

Im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg haben das Institut für Energiesysteme, Energieeffizienz und Energiewirtschaft der Technischen Universität Dortmund und das Beratungs- und Consultingunternehmen ef.Ruhr GmbH eine Studie zum Ausbau der Verteilnetze im Land erstellt. Die Studie sollte die aktuellen Herausforderungen für die Netzbetreiber darstellen, Verständnis für den erforderlichen Ausbaubedarf schaffen und Impulse für eine vorausschauende Planung geben. Der Dortmunder Professor Dr. Rehtanz hat gestern in Stuttgart vor über 100 Gästen aus der Branche die Ergebnisse der Studie präsentiert.

Verteilnetze ausbauen und zu intelligenten Netzen weiterentwickeln

Im Rahmen seiner Begrüßung hob Ministerialdirektor Helmfried Meinel die Bedeutung der Verteilnetze in der modernen Energiewelt hervor: „Unsere zukünftige Stromversorgung wird dezentraler sein und immer stärker von der fluktuierenden Einspeisung aus erneuerbaren Energien dominiert werden. Vor diesem Hintergrund müssen die Verteilnetze ausgebaut und zu intelligenten Netzen weiterentwickelt werden.“ Nur so könne die Versorgungssicherheit im Land gewährleistet werden, so Meinel weiter. Er ergänzte: „Gerade in ländlichen Gebieten, die von einer geringen Stromabnahme bei einer hohen Erzeugungsleistung geprägt sind, kommt dem Verteilnetzausbau eine besondere Rolle zu.“

Die nun veröffentlichte Studie liefert erstmals eine detaillierte Analyse des landesweiten Ausbaubedarfs der Verteilnetze für das Jahr 2030. Sie basiert auf einer umfangreichen, realen Datengrundlage und beleuchtet drei unterschiedliche Szenarien. Für jedes Szenario wurde beispielsweise untersucht, wie sich die Spitzenkappung in der Netzplanung, die Betriebsweise von Flexibilitätsoptionen und die Sektorenkopplung auf zukünftige Investitionen in den Netzausbau auswirken. Es stellte sich heraus, dass eine Spitzenkappung den Ausbaubedarf flächendeckend über alle Spannungsebenen hinweg um 19 Prozent reduzieren würde. Auch netzorientiertes Verhalten im Betrieb führt zu einer geringeren Belastung der Verteilnetze. Marktorientiertes Verhalten dagegen erhöht die Netzbelastung.

Zu den Auswirkungen der Sektorenkopplung sagte Helmfried Meinel: „Elektromobilität und der verstärkte Einsatz von Wärmepumpen werden den Strombedarf in der Zukunft weiter erhöhen. Der dadurch erforderliche zusätzliche Netzausbau verursacht deutlich höhere Kosten.“ Um diese Kosten gerecht zu verteilen, so Meinel weiter, sollte die Bundesregierung die aktuelle Netzentgeltsystematik prüfen oder zumindest flexibles Netzverhalten entsprechend vergüten.

Verteilnetzstudie für Baden-Württemberg (PDF)


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