Biodiversität

Universität Hohenheim für Streuobstwiesen-Projekt ausgezeichnet

Apfelbäume stehen auf einer Streuobstwiese (Foto: dpa)

Das „Projekt Potentiale und Praxisprogramm zur Erhöhung der ökologischen Vielfalt in Erwerbsobstanlagen und Streuobstwiesen“ ist als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet worden. Erarbeitet werden Maßnahmenkataloge zur Ökologischen Aufwertung von Erwerbsobstanlagen.

„Ich freue mich, das von der Universität Hohenheim koordinierte Projekt ‚Potentiale und Praxisprogramm zur Erhöhung der ökologischen Vielfalt in Erwerbsobstanlagen und Streuobstwiesen‘ als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt auszeichnen zu dürfen. Die Auszeichnung wird an Projekte verliehen, die sich in vorbildlicher Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen“, betonte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, bei der Würdigung des Projektes anlässlich der Vorstellung der Projektergebnisse im Rahmen der Ökologischen Obstbautagung an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg im Landkreis Heilbronn.

„Mit diesem vorbildlichen Projekt wird ein deutliches Zeichen für das Engagement zur Erhaltung biologischer Vielfalt in Deutschland gesetzt. Es erarbeitet Maßnahmenkataloge zur Ökologischen Aufwertung von Erwerbsobstanlagen jeweils angepasst an den Integrierten und den Ökologischen Obstbau. Diese Aktivitäten haben die UN-Dekade-Fachjury nachhaltig beeindruckt“, so der Minister.

Weitere Projektpartner des bundesweiten Projekts sind das Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee Bavendorf, die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, der Obstbauversuchsring des Alten Landes, die Öko-Obstbaugruppe Norddeutschland und der Landesverband Sächsisches Obst.

Maßnahmenkataloge sollen vom gesamten Obstbau genutzt werden

„Das Projekt leistet wichtige Beiträge, die wir als Teil der Biodiversitätsstrategie des Landes sehen. Es steht beispielhaft für Ansätze, die wir für die Umsetzung des Eckpunktepapiers der Landesregierung brauchen“, sagte Peter Hauk. Seit Mitte 2016 werden auf 22 Vergleichsflächen in 18 Pilotbetrieben im Öko-Obstbau und auf 42 Flächen in 21 Betrieben im Integrierten Anbau verschiedene Maßnahmen getestet, mit denen die Erwerbsobstanlagen ökologisch aufgewertet werden können. Inzwischen sind etwa 110 Öko-Betriebe mit circa 2.300 Hektar Fläche und 106 Integrierte-Produktion-Betriebe mit knapp 3.350 Hektar Fläche bundesweit bei dem Projekt dabei.

Die Praxiseinführung der Maßnahmen erfolgt nach dem Schneeballsystem. Die Pilotbetriebe wirken dabei aktiv mit. Zum Projektende sollen die Maßnahmenkataloge vorliegen, die vom gesamten Obstbau genutzt werden können. Die teilnehmenden Obstbauern leisten mit dieser Arbeit einen sehr wichtigen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft. Neben der offiziellen Urkunde und einem Auszeichnungsschild erhalten die Universität Hohenheim, ihre Projektpartner und die beteiligten Obstbauern einen „Vielfalt-Baum“, der symbolisch für die Naturvielfalt steht.

Die UN-Dekade Biologische Vielfalt

Ab sofort wird das Projekt auf der Webseite der UN-Dekade in Deutschland vorgestellt. Die Vereinten Nationen haben den Zeitraum von 2011 bis 2020 als UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen, um dem weltweiten Rückgang der Naturvielfalt entgegenzuwirken. Ein breit verankertes Bewusstsein in unserer Gesellschaft für den großen Wert der Biodiversität ist eine wichtige Voraussetzung. Die UN-Dekade Biologische Vielfalt in Deutschland lenkt mit der Auszeichnung vorbildlicher Projekte den Blick auf den Wert der Naturvielfalt und die Chancen, die sie uns bietet. Gleichzeitig zeigen diese Modellprojekte, wie konkrete Maßnahmen zum Erhalt biologischer Vielfalt, ihrer nachhaltige Nutzung oder der Vermittlung praktisch aussehen können.

Der Ausbau des Ökologischen Landbaus ist ein wichtiges Ziel der Landesregierung und spielt in deren Eckpunktepapier zur Weiterentwicklung des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ eine entscheidende Rolle.