Klimaschutz

„Under2MoU“ ist wegweisende internationale Marke

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„Über 120 Mitglieder weltweit, Regionen und Städte, in denen über 700 Millionen Menschen wohnen und die ein Bruttoinlandsprodukt von 19,1 Billionen US-Dollar repräsentieren: Das ist eine starke Lobby für den Klimaschutz und ein hoffnungsvolles Zeichen im Kampf gegen den Klimawandel. Das von uns gemeinsam mit Kalifornien ins Leben gerufene Klimaschutzbündnis der Regionen ‚Under2MoU‘ ist zu einer internationalen Marke geworden“, erklärte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. „Das gibt echten zusätzlichen Schub für den weltweiten Klimaschutz.“

Erst im Mai 2015 hatten Baden-Württemberg und Kalifornien gemeinsam das regionale Klimaschutzbündnis „Under2MoU“ initiiert. „Diese beitrittsoffene Vereinbarung zwischen Regionen aus aller Welt ist eine echte und in dieser Dimension überraschende Erfolgsgeschichte geworden. Es repräsentiert eine größere Wirtschaftskraft als die der Vereinigten Staaten, rund 10 Prozent der Weltbevölkerung und zeigt eindrucksvoll, dass Klimaschutz alle angeht. Wir können nur gemeinsam erfolgreich gegen den Klimawandel sein“, ergänzte Umweltminister Franz Untersteller.

Über 120 Mitglieder im internationalen Klimaschutzbündnis der Regionen

In Deutschland sind die Länder Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Schleswig-Holstein der Vereinbarung beigetreten. Große Städte wie Mexico City und New York sind dabei, ebenso weniger dicht besiedelte Regionen wie Acre in Brasilien, Loreto in Peru oder South Australia in Australien. Umweltminister Franz Untersteller geht davon aus, dass im Laufe der kommenden Monate weitere Mitglieder hinzukommen: „Es ist uns gelungen, auf der Ebene unterhalb der Nationalstaaten ein eindrucksvolles Bündnis für den Klimaschutz zu schnüren, in dem eine große Bereitschaft und eine enorme Kraft für den Kampf gegen den Klimawandel steckt. Im kommenden Jahr werden wir auf diesem Weg selbstverständlich weitergehen, wir werden versuchen noch mehr Partner zu finden und wir werden das ‚Under2MoU‘ als Plattform nutzen, um in den Regionen konkrete Schritte für den Klimaschutz weltweit zu initiieren.“

Weltklimakonferenz in Paris mit ermutigendem Ergebnis

Gemeinsam bewerteten Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Umweltminister Franz Untersteller auch die am Wochenende zu Ende gegangene Weltklimakonferenz in Paris, auf der es erstmalig gelungen ist, einen internationalen Klimavertrag abzuschließen, der alle Staaten zum Klimaschutz verpflichtet. Kretschmann und Untersteller hoben die wertvolle Signalwirkung dieser Einigung hervor: „Der Vertrag kommt spät, aber hoffentlich nicht zu spät.“ Jetzt gehe es darum, dass alle die in Paris definierte Verantwortung auch wahrnehmen und Klimaschutzmaßnahmen in ihrem jeweiligen Land ergreifen. „In den kommenden 30 Jahren muss uns der vollständige Umstieg in eine klimafreundliche Wirtschaft und Gesellschaft gelingen“, betonte der Ministerpräsident.

Ministerpräsident Kretschmann lobte die Entschlossenheit der Staatengemeinschaft, jetzt endlich weitgehend geschlossen gegen den Klimawandel vorzugehen und damit aktiv der Erderwärmung, Naturkatastrophen und Flüchtlingsbewegungen vorzubeugen: „Es scheint, dass sich endlich die Erkenntnis durchsetzt, dass Klimaschutz nichts anderes bedeutet als die Zukunft der Erde und nachfolgender Generationen zu sichern. Das betrifft nicht nur Deutschland, die USA oder die westliche Welt. Das betrifft alle, ob in Europa, Amerika, Asien, Afrika oder in Australien. Klimaschutz bedarf großer Investitionen, aber wir können es uns nicht leisten darauf zu verzichten.“ Klimaschutz beinhalte zugleich enorme Chancen, beispielsweise durch die Weiterentwicklung neuer Wirtschaftszweige wie der der erneuerbaren Energien oder der Effizienztechnologien. Klimaschutz und wirtschaftliche Prosperität könnten so Hand in Hand gehen.

Umweltminister Franz Untersteller sieht in dem nach zweiwöchigen Verhandlungen zu Stande gekommenen Weltklimavertrag ebenfalls ermutigende Zeichen: „Es ist gelungen, die sehr unterschiedlichen Ausgangssituationen und Interessen der internationalen Staatengemeinschaft - von Entwicklungs- und Schwellenländern genauso wie von hoch industrialisierten Staaten - unter einen Hut zu bekommen. Auch wenn ich mir mehr Verbindlichkeit und mehr Konkretes gewünscht hätte und für nötig halte, bin ich nach Paris ermutigt, dass es doch noch gelingen kann, die Erderwärmung bis 2050 auf höchstens 2 Grad Celsius zu beschränken. Der Wille ist da.“

Dass auf Betreiben vom Klimawandel besonders betroffener Inselstaaten sogar das 1,5-Grad-Ziel im Vertrag stehe, wertete der Umweltminister als Beleg, dass der Ernst der Lage endlich von allen erkannt worden sei. Dafür spreche auch, dass künftig regelmäßig überprüft werden soll, ob der weltweite Klimaschutz noch auf dem richtigen Weg ist oder die Ziele und die Maßnahmen angepasst werden müssen. Wesentlicher Bestandteil der Gipfelergebnisse sei die Bereitschaft, die Anpassung an die Klimaveränderungen in ärmeren Ländern mit insgesamt jährlich 100 Milliarden US-Dollar ab 2020 zu unterstützen: „Das ist ein wichtiges Eingeständnis, dass es neben dem Klimaschutz auch Hilfen für die Anpassung an die Klimaveränderungen braucht, die längst weltweit spürbar sind“, betonte der Umweltminister. Zwar blieben Klimaschutz und die notwendige Anpassung an die klimatischen Veränderungen weiterhin Herkulesaufgaben, aber die Richtung stimme und es sei eine neue Dynamik in den Prozess gekommen, bilanzierten Ministerpräsident Kretschmann und Umweltminister Untersteller.

Klimaschutzbündnis „Under2MoU“

Das regionale Klimaschutzbündnis „Under2MoU“ wurde im Mai 2015 von Baden-Württemberg und Kalifornien ins Leben gerufen. Zu den Erstunterzeichnern des sogenannten „Memorandum of Understanding“ gehörten unter anderen Baja California (Mexiko), Britisch-Columbia (Kanada), Katalonien (Spanien), Wales (Großbritannien) und Washington (USA).

Alle Unterzeichner bekennen sich zum 2-Grad-Ziel der Erderwärmung und wollen den Treibhausgasausstoß ihrer Bevölkerung auf zwei Tonnen pro Kopf und Jahr begrenzen. Konkret sieht die Vereinbarung vor, dass die Beitrittsländer in den Bereichen Energieeffizienz, Verkehr und Transport, Ressourceneffizienz sowie Wissenschaft und Technologie ihre Aktivitäten vernetzen und optimieren. Neben Maßnahmen des praktischen Klimaschutzes mit dem Ziel, einen Beitrag zur Begrenzung der globalen Erwärmung zu leisten, enthält das „Memorandum of Understanding“ auch Aussagen zur notwendigen Anpassung an den Klimawandel.

Umweltministerium: Internationaler Klimaschutz

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