Justiz

Therapiebegleithund in der Psychosozialen Prozessbegleitung

Sabine Kubinski von PräventSozial (l.), Justizminister Guido Wolf (M.) und „Al Capone“ (Bild: Verena Müller)
Sabine Kubinski von PräventSozial (l.), Justizminister Guido Wolf (M.) und „Al Capone“

Justizminister Guido Wolf hat eine positive Zwischenbilanz zum Einsatz des Therapiebegleithunds „Watson“ in der Psychosozialen Prozessbegleitung gezogen. Die tiergestützte Intervention kann zu wichtigen Ansatzpunkten in der Behandlung schwerwiegender Störungsbilder beitragen.

Der dreijährige Golden-Retriever-Rüde „Watson“, der von PräventSozial in der Justiz als erster Prozessbegleiter auf vier Pfoten eingesetzt wird, hat seit seiner Vorstellung im vergangenen Jahr viel Aufmerksamkeit erfahren. Im Gespräch mit Justizminister Guido Wolf hat PräventSozial nach den ersten Einsätzen des Hundes eine positive Zwischenbilanz gezogen. Watson erhält nun Verstärkung: Der elfwöchige Altdeutsche-Schäferhund-Welpe mit dem Namen „Al Capone“ soll in den kommenden Monaten für den Einsatz bei PräventSozial zum Therapiebegleithund ausgebildet werden.

„Al Capone“ in Ausbildung zum Therapiebegleithund

Während „Watson“ weiterhin seinen Schwerpunkt im Fachbereich Zeugen- und Prozessbegleitung hat, soll „Al Capone“ nach seiner Ausbildung zum Therapiebegleithund vor allem in der Täterarbeit eingesetzt werden. Möglich ist insoweit etwa auch ein Einsatz im Rahmen eines externen psychosozialen Trainings im Justizvollzug. Dort könnte „Al Capone“ zahlreiche bereits bestehende Projekte der tiergestützten Intervention im baden-württembergischen Justizvollzug ergänzen. Teilweise seit Jahren werden insbesondere in den Justizvollzugsanstalten Adelsheim, Bruchsal, Freiburg und Ravensburg (Außenstelle Bettenreute) tiergestützte Therapien beispielweise mit Hunden, aber auch mit Pferden oder Rindern und anderen Tieren zum Training emotionaler und sozialer Kompetenzen, angeboten. Dazu sagte Justizminister Wolf: „Die tiergestützte Intervention kann zu wichtigen Ansatzpunkten in der Behandlung schwerwiegender Störungsbilder beitragen. Das kann Tieren gelingen, was Menschen vielleicht nicht schaffen. Der Anteil von Straftätern mit schwersten Defiziten im Bereich sozialer und emotionaler Kompetenzen wächst leider. Mit herkömmlichen Therapien sind diese Menschen oftmals nicht mehr zu erreichen.“

Der Golden-Retriever-Rüde „Watson“ hat vor rund sechs Monaten seinen Dienst als Therapiebegleithund im Rahmen der Psychosozialen Prozessbegleitung von PräventSozial aufgenommen. Seitdem wurde er bereits für zwölf Verfahren angefragt, in denen er vor allem Kinder und Jugendliche zwischen vier und 15 Jahren bei Vernehmungen als Zeugen im Rahmen der Ermittlungs- und Gerichtsverfahren begleitet oder bei der Vor- und Nachbereitung einer strafrechtlichen Hauptverhandlung mitgewirkt hat. Die Anklagegegenstände dieser Verfahren lagen im Bereich der Gewalt-, Missbrauchs- und/oder Tötungsdelikte, wobei die Kinder und Jugendlichen entweder als Opfer oder, im Falle von Tötungsdelikten, als unmittelbare Angehörige schwer betroffen waren. Dazu sagte Justizminister Guido Wolf: „Die bisherige Nachfrage nach „Watson“ als Zeugenbegleithund in der baden-württembergischen Justiz ist groß. Die bisherigen Erfahrungen sind positiv: „Watson“ ist kindlichen und jugendlichen Opferzeugen sowie Menschen mit geistiger Behinderung eine spürbare Stütze in einer sehr schwierigen Situation.“

Psychosoziale Prozessbegleitung

Seit 1. Januar 2017 haben besonders schutzbedürftige Verletzte einen Anspruch auf professionelle Begleitung und Betreuung während des gesamten Strafverfahrens, die sogenannte Psychosoziale Prozessbegleitung. Bei der Psychosozialen Prozessbegleitung handelt es sich um eine besondere Form der nicht rechtlichen Begleitung im Strafverfahren für besonders schutzbedürftige Verletzte vor, während und nach der strafrechtlichen Hauptverhandlung. Kindlichen und jugendlichen Opfern von Sexual- und Gewaltdelikten steht stets ein Rechtsanspruch auf Beiordnung eines Psychosozialen Prozessbegleiters zu.

Mit dem Therapiebegleithund „Watson“ hat PräventSozial das Projekt „Dogs welcome. People tolerated.“ ins Leben gerufen. Mit dem Projekt möchte PräventSozial insbesondere Menschen erreichen, die negative Erfahrungen mit Bezugs- und Bindungspersonen gemacht und/oder traumatische Erlebnisse erfahren haben. Der Umgang mit Menschen kann dadurch vorbelastet, die Annahme von Hilfe mitunter schwierig sein. Durch den Einsatz von Therapiebegleithunden kann ein neuer Bezugsrahmen entstehen, mithilfe dessen über den eingesetzten Hund als sozialem Katalysator eine tragfähige Beziehung zum Hilfebedürftigen aufgebaut werden kann.

PräventSozial und die Straffälligen- und Opferhilfe

Bei PräventSozial unterstützt der speziell ausgebildete Therapiebegleithund „Watson“ im Fachbereich Zeugen- und Prozessbegleitung durch Gerichtsbegleitungen betroffene Menschen in geeigneten Fällen und besucht ferner einmal wöchentlich Kinder und Jugendliche eines Frauenhauses zur Förderung deren emotionalen und sozialen Kompetenzentwicklung, die aufgrund von erlebter Gewalt in der Familie mitunter verzögert bzw. defizitär entwickelt ist.

Die PräventSozial Justiznahe Soziale Dienste gemeinnützige GmbH ist ein freier Träger der Straffälligen- und Opferhilfe mit rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, der sich in fünf Fachbereichen und weiteren Projekten der Resozialisierung, Opferhilfe und Kriminalprävention widmet. Die 1951 gegründete Bewährungshilfe Stuttgart e.V. ist Alleingesellschafter der gemeinnützigen GmbH PräventSozial. Der Verein erarbeitet strategische Ziele, nimmt übergreifende Aufgaben wahr und gibt zugewiesene Bußgelder an die Tätigkeitsfelder von PräventSozial weiter. Wer die Ausbildung von „Al Capone“ zum Therapiebegleithund sowie die tiergestützte Pädagogik von PräventSozial von „Watson“ im Gesamten verfolgen möchte, kann den Instagram-Account „dogs_of_praeventsozial“ abonnieren.

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