Forschung

Technikum Laubholz gegründet

Technikum Laubholz GmbH gegründet
V.l.n.r.: Bernhard Panknin (Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz), Minister Peter Hauk, Notar Prof. Dr. Thomas Lang, Thomas Schäfer (Stellvertretender Vorsitzender des Landesbeirates Holz BW e.V. und Hauptgeschäftsführer Holzbau BW) bei der Gründung der Technikum Laubholz GmbH

Im Lenninger Tal wird ein Forschungscampus errichtet, der klimafreundliche und nachhaltige Materialen aus Laubholz entwickeln wird. Damit wird eine vorbildliche, an Kreisläufen und Umweltverträglichkeit ausgerichtete Zukunftstechnologie vorangetrieben.

„Baden-Württemberg ist bereits bundesweit Vorreiter beim klimafreundlichen Bauen mit Holz. Mit unserem Technikum Laubholz gehen wir nun einen großen Schritt weiter in der klimafreundlichen Ausrichtung der Biotechnologie des Landes. Wir führen am Standort der ehemaligen Papierfabrik Scheufelen die Spitzenforschung auf Laubholzbasis zusammen“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk anlässlich der Gründung der „Technikum Laubholz GmbH“.

„Wir werden im Lenninger Tal einen Forschungscampus errichten, der klimafreundliche Materialien aus Laubholz entwickelt, die beispielweise erdölbasierte Kunststoffe ersetzen können. Zusammen mit den zahlreichen Forschungseinrichtungen und Unternehmen soll in der Region ein ‚wood based valley‘ entstehen“, erklärte Minister Hauk. Damit werde eine vorbildliche, an Kreisläufen und Umweltverträglichkeit ausgerichtete Zukunftstechnologie vorangetrieben.

Acht Forschungsfelder zur technologischen Weiterentwicklung

„Unser Projekt fördert die nachhaltige Bewirtschaftung klimatoleranter Laubbaumarten und trägt damit wesentlich zur ökologischen Stabilität unserer Wälder bei. Es eröffnet mit neuen Verfahren und Anwendungsmöglichkeiten die Bereitstellung nachhaltiger Produkte für eine moderne Gesellschaft. Das ist ein Meilenstein in unserer Klimapolitik“, betonte der Minister.

Im Rahmen einer breit angelegten Studie habe Baden-Württemberg die wichtigsten europäischen Einrichtungen der holzbasierten Forschung in die Konzeption des Technikums eingebunden. Acht Forschungsfelder eignen sich besonders zur technologischen Weiterentwicklung und in der Konzentration an einem neuen Technologiestandort. Dazu gehört beispielsweise die Entwicklung von holzbasierten Textilfasern statt Baumwolle und Plastik oder von Biotensiden für Waschmittel aus Laubholz statt aus Erdöl. „Aus verschiedensten Forschungsergebnissen der Hochschulen und Institute im Land sollen in Lenningen rasch industriereife Produkte aus Laubholzfasern entstehen. Zu den ersten Produkten werden holzbasierte Carbonfasern für den Leichtbau und die klimaneutrale Mobilität gehören, aber auch nachwachsende Verpackungen insbesondere für Lebensmittel, die heute noch auf der Basis von Erdöl ein weltweites Plastikproblem für die Umwelt darstellen“, erklärte Minister Hauk. Erste Erfolge mit Produkten sollen sich bereits in drei bis vier Jahren zeigen.

Technikum Laubholz kooperiert mit Forschung und Wirtschaft

Das entstehende Technikum Laubholz kooperiere mit allen bedeutenden Einrichtungen der Spitzenforschung wie auch mit bedeutenden Partnern der Industrie und des Maschinenbaus. Die Ansiedlung und Bündelung der Forschungskapazität in Lenningen sei das Ergebnis einer umfassenden Analyse aller denkbaren Standorte in Baden-Württemberg. „Dabei liegt im engen Austausch der verschiedenen Forschungsfelder um die Laubhölzer die besondere Chance, ganz neue Ideen und Produkte rasch in den Markt zu bekommen. Nur dadurch können wir auch ambitionierte junge Forschende in der Biotechnologie im Land halten oder nach Baden-Württemberg einladen. Wir ergänzen mit dem Technikum die Grundlagenforschung und schließen die bestehende Lücke hin zur industriellen Fertigung aus Holzbasis“, sagte Minister Hauk.

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