Ländlicher Raum

Studie sieht Ländlichen Raum gut aufgestellt

Das beschauliche Dorf Hiltensweiler, ein Teilort von Tettnang, wird von der Abendsonne angestrahlt. Im Hintergrund sind der Bodensee und die Alpen zu sehen. (Bild: picture alliance/Felix Kästle/dpa)

Baden-Württemberg hat gute Chancen, seine ländlich geprägten Räume zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Das zeigt die Studie „Entwicklung der ländlichen Räume in Baden-Württemberg“.

„Baden-Württemberg verfügt im Vergleich zu anderen Bundesländern und sogar im internationalen Vergleich über einen starken und attraktiven Ländlichen Raum. Um die Zukunftsfähigkeit des Ländlichen Raums zu erhalten, müssen die Weichen zur Bewältigung absehbarer Herausforderungen frühzeitig gestellt und vorhandene Potenziale zielgerichtet ausgebaut werden. Daher haben wir das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung in Dortmund und das Institut für Raumordnung und Entwicklungsplanung an der Universität Stuttgart beauftragt, in der Studie ‚Entwicklung der ländlichen Räume in Baden-Württemberg‘ die Zukunftsfähigkeit des Ländlichen Raums erneut zu untersuchen und damit die Datensätze der im Jahr 2011 veröffentlichten IREUS-Studie fortzuschreiben“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, beim Akademieabend „Vitale Städte und Gemeinden im Ländlichen Raum – Analysen und Handlungsfelder“.

Gutes Zeugnis für den Ländlichen Raum

Die Studie bestätigt, dass Baden-Württemberg gute Chancen hat, seine ländlich geprägten Räume zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Zukunftsrisiken sind zwar einzuräumen und werden in der Studie angesprochen. Mit einer integrierten Gesamtstrategie, welche die wirtschaftliche, demografische und infrastrukturelle Entwicklung in ihren wechselseitigen Abhängigkeiten thematisiert, können Disparitäten aber auch zukünftig begrenzt und ein ‚Abhängen‘ einzelner Räume vermieden werden.

„Auch in der Neuauflage der Studie von 2020 erweist sich der Ländliche Raum wieder als Rückgrat unseres Landes. Eine Debatte über ‚abgehängte Räume‘, die wir aus anderen Bundesländern kennen, ist in Baden-Württemberg daher auch weiterhin vollkommen fehl am Platz. Stattdessen ist es unsere Aufgabe, die Lebensverhältnisse in Baden-Württemberg differenziert zu betrachten“, unterstrich der Minister.

Bedeutung der Studie für die Kommunalpolitik

Bei dieser differenzierten Betrachtung kommt, laut Minister Hauk, der kommunalen Ebene eine ganz zentrale Bedeutung zu. Denn die Sicherung der Attraktivität des Ländlichen Raums als Wohn- und Wirtschaftsstandort sei auch Aufgabe der Kommunen. Nur so könnten die Herausforderungen und Veränderungen in den ländlichen Kommunen erfolgreich bewältigt werden. Daher appellierte Hauk an die kommunalen Vertreter, die Studie für die Kommunalpolitik zu nutzen. „Anhand der Ergebnisse können Gemeinden ihre Stärken und Schwächen analysieren, ihre lokalen Strategien daran anpassen und mit Nachbargemeinden zusammenarbeiten. Wichtig ist, miteinander ins Gespräch zu kommen. Mit den Nachbargemeinden, aber auch innerhalb der Verwaltung und in der Bürgerschaft“, so Hauk.

Der Ländliche Raum erwirtschaftet mehr als ein Viertel der gesamten Bruttowertschöpfung Baden-Württembergs. „Dies liegt nicht zuletzt an den zahlreichen mittelständischen Unternehmen, den ‚Hidden Champions‘, die mit viel Fleiß und Können attraktive Arbeitsplätze sichern und ihren Beitrag zur Wertschöpfung leisten“, betonte Hauk. Aufgrund der vorausschauenden und dezentralen Strukturpolitik des Landes sei Baden-Württemberg auch in der Fläche wirtschaftlich stark.

Attraktiver Arbeits- und Lebensraum

Minister Hauk wies aber auch darauf hin, dass viele Dörfer und Kleinstädte im Ländlichen Raum nicht nur überaus attraktive Arbeitsräume sind, sondern dass es sich dort auch gut leben lässt. „Etwa 60 Prozent der Menschen in Baden-Württemberg fühlen sich dem Ländlichen Raum zugehörig. Denn er wird als ein Gesellschaftsideal wahrgenommen. Er steht für Zusammenleben, Gemeinschaft und Miteinander“, so Hauk.

Dennoch dürfe man auch neue Entwicklungen, Veränderungen und Herausforderungen im Ländlichen Raum nicht aus den Augen verlieren. Es sei Aufgabe des Landes, diese Entwicklungen bestmöglich zu unterstützen. „Mit seinen Förderprogrammen und Initiativen bietet das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz einen ganzen Baukasten an passgenauer Unterstützung. Unser Flaggschiff ist dabei das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR), das seit nunmehr 25 Jahren für integrierte Strukturentwicklung steht“, hob der Minister hervor. Mit dem Kabinettsausschuss Ländlicher Raum habe das Ministerium ein weiteres erfolgreiches Instrument auf Landesebene ins Leben gerufen, bei dem alle Ministerien an einem Tisch sitzen und gemeinsam ebenso innovative wie pragmatische Lösungsansätze entwickeln.

Die Studie im Überblick

  • Die 2011 vorgelegte Studie „Der Beitrag der ländlichen Räume Baden-Württembergs zu wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit und sozialer Kohäsion – Positionsbestimmung und Zukunftsszenarien“ des Instituts für Raumordnung und Entwicklungsplanung basierte auf einer räumlich und zeitlich differenzierten Datenbasis zur demografischen, wirtschaftlichen und infrastrukturellen Entwicklung in den ländlichen Räumen Baden-Württembergs. Die erzeugten Zeitreihen umfassten überwiegend die Jahre 1996 bis 2009 und wurden auf Gemeindeebene vorgehalten.
  • Mit der neuen Untersuchung „Entwicklung der ländlichen Räume in Baden-Württemberg“ (PDF) wurde dieser Datenbestand fortgeschrieben und in Teilen erweitert. Dies erfolgte mit dem Ziel, die aktuellen Entwicklungen von Demografie, Wirtschaft und Infrastruktur aufzugreifen und neue Trends zu thematisieren. Letzteres betrifft vornehmlich die internationale Zuwanderung, die damit teilweise verbundenen neuen oder verstärkten Aufgaben der Bildung und Integration sowie der Wohnraumversorgung.
  • Die Studie wurde bei der Tagung „Starke ländliche Räume in Baden-Württemberg – Aktuelle Analysen zu Wirtschaft, Demografie und Infrastruktur“ am 31. Januar 2020 in Sulz am Neckar der Öffentlichkeit präsentiert.
  • Ergänzend zur Tagung finden beziehungsweise fanden folgende weitere Akademieabende vor Ort zum Thema „Vitale Städte und Gemeinden im Ländlichen Raum – Analysen und Handlungsfelder“ statt:
    • Donnerstag, 05. März 2020, 18 bis 20:30 Uhr, in Zweiflingen im Hohenlohekreis,
    • Montag, 09. November 2020, 18 bis 20:30 Uhr, in Ostrach im Landkreis Sigmaringen,
    • Donnerstag, 10. Dezember 2020, 18 bis 20:30 Uhr, in Nellingen im Alb-Donau-Kreis
Ein Wanderer geht beim Naturschutzzentrum Kaltenbronn im Schwarzwald einen Weg entlang. (Bild: © Uli Deck / dpa)
  • Forst

Waldferienprogramme bieten vielfältige Bildungsangebote

Blick auf zwei Windräder, die im Wald stehen
  • Windenergie

Weitere Ausschreibung für Windkraftanlagen im Staatswald

Schafe stehen in Unterkessbach (Baden-Württemberg) auf einer Wiese. (Foto: © dpa)
  • Wolf

Tote und verletzte Schafe in Seewald

Apfelbäume stehen auf einer Streuobstwiese (Foto: dpa)
  • Ländlicher Raum

Land unterstützt Erhalt der Streuobstbestände

Schüler in Inklusionsklasse spielen Karten
  • Sonderpädagogik

Neue Bildungspläne für Sonderpädagogik

Nadelbäume ragen bei Seebach am Ruhestein in den Himmel. (Bild: picture alliance/Uli Deck/dpa)
  • Forst

Waldpädagogik im Enzkreis

Eine Frau sitzt in einem fahrenden Zug und schaut aus dem Fenster. Auf dem Schoß hat sie einen Hund, der ebenfalls aus dem Fenster schaut.
  • Tierschutz

Tipps für den Umgang mit Haustieren in der Reisezeit

Auszubildende in einer Berufsschule (Foto: © dpa)
  • Ausbildung

Elf Millionen Euro für über­betriebliche Berufsausbildung

Präsentation der neuen Wanderkarten anlässlich des Deutschen Wandertags 2022. Von links nach rechts: Präsident des Landesamts für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) Robert Jakob, Stellvertretende Präsidentin des Schwäbischen Albvereins e.V. Regine Erb, Oberbürgermeisterin der Stadt Fellbach Gabriele Zull, Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen Nicole Razavi MdL, Landtagsabgeordneter Siegfried Lorek MdL, Bundestagsabgeordnete Christina Stumpp MdB, Bundestagsabgeordneter Prof. Dr. Stephan Seiter MdB.
  • Freizeit

Neue Wanderkarten vorgestellt

Eine Moorlandschaft bei Sonnenuntergang.
  • Sommertour

Klima schützen mit gesunden Mooren

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (links) hat sich bei der KION Warehouse Systems GmbH in Reutlingen über die Praktikumswochen Baden-Württemberg informiert.
  • Berufsorientierung

Praktikumswochen bringen junge Menschen und Betriebe zusammen

  • Ländlicher Raum

Neue Broschüre „Landleben und Landlieben“

Inbetriebnahme des Elektrolyse-Demonstrator mit einer elektrischen Leistung von rund einem Megawatt am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung; von links nach rechts: Prof. Dr. Frithjof Staiß, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des ZSW; Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Dr. Marc-Simon Löffler; Leitung des Fachgebiets Regenerative Energieträger und Verfahren am ZSW.
  • Nachhaltigkeit

„Wasserstoff wird große Rolle für Wirtschaft der Zukunft spielen“

Ein Auto fährt auf dem Messezubringer in Friedrichshafen aus einem Wildübergang hinaus (Bild: © dpa).
  • Sommertour

Besserer Artenschutz durch Wiedervernetzung

Waldboden mit Jungpflanze Douglasie
  • Forst

Hauk weiht landesweit ersten Corona-Hain ein

Ein Pathologe an der Uniklinik Tübingen untersucht eine Gewebeprobe.
  • Forschung

Knapp 13 Millionen Euro für COVID-19-Forschung

Eine Person mit langen Haaren ist von hinten durch eine nasse Scheibe in einer Dusche zu sehen.
  • Verbraucherschutz

Energiesparen beim Warmwasser

Ein älteres Paar wandert bei Sonnenschein auf einem Feldweg bei Fellbach zwischen zwei Rapsfeldern hindurch. (Bild: Christoph Schmidt / dpa)
  • Flurneuordnung

200.000 Euro für die Flurneu­ordnung Ravenstein-Ballenberg

Urkundenübergabe an die Absolventen
  • Landesentwicklung

Vermessungsreferendare legen Große Staatsprüfung ab

Ärzte und Pfleger untersuchen einen Patienten auf einer Covid-19 Intensivstation.
  • Gesundheits- und Pflegeberufe

Modellprojekte zur Intensiv­pflege an Universitätskliniken

Gebäude der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW)
  • Verwaltung

Neuer Präsident der Landesanstalt für Umwelt

Das Wort-Bild-Logo des Ideenwettbewerbs „Gemeinsam:Schaffen“: Die Worte „Gemeinsam:Schaffen“ und „voneinander:miteinander:füreinander“ stehen mit fünf gezeichneten Händen in einem Kreis blau auf weiß geschrieben.
  • Kultur

„KOOL-TOUR-NACHT“ zeigt Kulturvielfalt im Ländlichen Raum

Innenminister Thomas Strobl spricht mit Polizisten (Bild: © dpa)
  • Polizei

10.000 Einstellungen bei der Polizei

  • Ländlicher Raum

30. Juryentscheidung zum Projekt „Gut Beraten!“

Symbolbild: Ländlicher Raum. (Bild: Elke Lehnert / Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz)
  • Ländlicher Raum

Tauberbahn zeigt ländliche Vielfalt in der Region