Steuern

Staatssekretärin Splett besucht Steuerfahndung

Ein Kugelschreiber liegt auf einer Einkommensteuererklärung. (Foto: dpa)

Bei der Fahndung nach Steuerhinterziehern sind modernste und leistungsfähige IT-Systeme gefragt. Finanzstaatssekretärin Gisela Splett informierte sich bei der Steuerfahndung in Mannheim über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Bekämpfung von Steuerkriminalität.

Finanzstaatssekretärin Gisela Splett hat sich am Donnerstag bei der Steuerfahndung in Mannheim über den Einsatz Künstlicher Intelligenz zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung informiert. „In unserer vernetzten Welt fließt Geld über alle Grenzen hinweg - und das nicht in jedem Fall legal. Steuerkriminalität findet zunehmend digital statt“, sagte Splett in Mannheim. „Darum ist es gerade bei der Steuerfahndung wichtig, schnell und effektiv handeln zu können. Steuerfahnderinnen und Steuerfahnder machen sich zunehmend modernste und leistungsfähige IT-Systeme zunutze, um die oftmals riesigen Mengen an Daten aufzubereiten.“ Mitunter können es Datenvolumina im zweistelligen Terabyte-Bereich sein. Ausgedruckt würden die Unterlagen rund 3 Millionen Aktenordner füllen.

Moderne IT-Technik ist wichtige Hilfe bei Steuerstrafverfolgung

Zur Untersuchung solch umfangreicher Datenmengen werden Softwareanalysesysteme so programmiert, dass sie die Daten nach Auffälligkeiten und bekannten kriminellen Mustern durchsuchen. Strafrelevantes Beweismaterial wird dabei ausgewählt und gezielt ausgewertet. Zudem können Daten so aufbereitet werden, dass durch eine intelligente Darstellung von Verbindungen zwischen Personen, Geschäftsvorfällen und Kontakten neue Ermittlungsansätze oder kriminelle Strukturen besser erkannt und verfolgt werden können.

Staatssekretärin Splett dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Steuerfahndung für deren Arbeit: „Moderne IT-Technik ist bei der digitalen Steuerstrafverfolgung eine wichtige Hilfe. Am wichtigsten sind jedoch engagierte Steuerfahnderinnen und Steuerfahnder. Denn sie verarbeiten mit ihrem Expertenwissen die gewonnen Daten so, dass diese im Kampf gegen die Steuerhinterziehung eingesetzt werden können. So leisten sie einen wichtigen Beitrag für mehr Steuergerechtigkeit“.

Mehr als 330 Millionen Euro Mehrsteuern durch Fahndung

In der baden-württembergischen Finanzverwaltung gibt es insgesamt elf Steuerfahndungsstellen. Eine davon ist am Finanzamt Mannheim-Neckarstadt angesiedelt, wo 33 Steuerfahnderinnen und Steuerfahnder erfolgreich im Einsatz sind. Im vergangen Jahr sind allein in Mannheim rund 27 Millionen Euro zusätzliche Steuergelder durch die Steuerfahndung erbracht worden. Im Jahr 2018 waren es für den gesamten Bereich der Steuerfahndung 330 Millionen Euro festgestellte Mehrsteuern.

Die Steuerfahndung leitete im Jahr 2018 insgesamt 7.963 Strafverfahren ein. Diese Verfahren werden von den Bußgeld- und Strafsachenstellen der Finanzämter beziehungsweise den Staatsanwaltschaften weitergeführt. In den ermittelten Fällen verhängten die Gerichte im Jahr 2018 Freiheitsstrafen von insgesamt 147 Jahren und setzten Geldstrafen sowie Geldauflagen von 5,3 Millionen Euro rechtskräftig fest.

Weitere Standorte von Steuerfahndungsstellen sind die Finanzämter Freiburg-Land, Konstanz, Rottweil, Karlsruhe-Durlach, Pforzheim, Heilbronn, Reutlingen, Schwäbisch-Gmünd, Stuttgart II und Ulm.