Artenschutz

Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt wird fortgesetzt

Mohn- und Kornblumen blühen in einem Getreidefeld (Bild: dpa).

Die Landesregierung führt das 2017 aufgelegte Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt für weitere zwei Jahre fort. Das Programm vereint die Anstrengungen dreier Ministerien unter einem Dach und hat ein Gesamtvolumen von erneut rund 36 Millionen Euro.

Die Landesregierung führt das Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt für weitere zwei Jahre fort. Das hat das Kabinett in seiner vergangenen Sitzung am Dienstag, 10. Dezember, beschlossen.

Gesamtvolumen von erneut rund 36 Millionen Euro

„Die biologische Vielfalt im Land zur erhalten und zu verbessern, ist eine der dringendsten Aufgaben der Umwelt- und Naturschutzpolitik der nächsten Jahre und Jahrzehnte“, betonte Umweltminister Franz Untersteller. „Das Sonderprogramm hat sich bewährt. Aber der Schutz der Artenvielfalt ist eine Daueraufgabe, die wir leidenschaftlich, mutig und effizient angehen müssen. Das Programm mit einem Gesamtvolumen von erneut rund 36 Millionen Euro bietet dafür eine gute Basis.“ Untersteller erinnerte daran, dass die biologische Diversität eine unverzichtbare Lebensgrundlage unserer Gesellschaft sei. „Artenvielfalt bedeutet Leben, bedeutet atmen, essen und trinken.“

Die Landesregierung wird 2020 und 2021 fast 30 Millionen Euro für konkrete Maßnahmen des Sonderprogramms ausgeben. Zusätzliche sechs Millionen Euro sollen in begleitende Monitoringmaßnahmen fließen. Das Sonderprogramm vereint die Anstrengungen dreier Ministerien unter einem Dach: Umweltministerium, Ministerium für Ländlichen Raum und Verkehrsministerium.

Besondere Verantwortung für die vielfältige Kultur- und Naturlandschaft

Umweltminister Untersteller hob die besondere Verantwortung hervor, die das dichtbesiedelte Baden-Württemberg mit seiner vielfältigen Kultur- und Naturlandschaft hat: „Wir müssen alles dafür unternehmen, um das Insektensterben aufzuhalten und die Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu stärken. Dazu gehört auch, dass jeder einzelnen seine Lebensweise überdenken und darauf achten sollte, nicht auf Kosten der Natur zu leben.“

Landwirtschaftsminister Peter Hauk ergänzte: „Die zentrale Frage ist, wie die Landwirtschaft auch zukünftig ihren Beitrag zur Stärkung der biologischen Vielfalt leisten kann, ohne dadurch ihre bedeutende Rolle in der Lebensmittelproduktion zu beeinträchtigen. Die Entwicklung und Erprobung innovativer Ansätze für eine zukunftsfähige Landwirtschaft ist Teil der Umsetzung des Sonderprogramms. Für uns ist klar, es kann nur Artenschutz und Landwirtschaft als Miteinander geben. Beides geht nur gemeinsam.“

Verkehrsminister Winfried Hermann bezeichnete die biologische Vielfalt als eine bedeutende Herausforderung für die Infrastrukturpolitik, um auf Dauer die Lebensgrundlagen zu sichern. Er erklärte: „Auch beim Bau von Straßen und Schienenwegen müssen wir erhalten, was uns erhält. Im Bereich der Verkehrsinfrastruktur konnten wir durch straßenbegleitende, blühende Grünflächen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten. Dieses Programm wollen wir fortführen. Mit blühenden heimischen Gewächsen werden inzwischen auch in vielen Landkreisen und Kommunen die Straßenränder und Verkehrsinseln bepflanzt. Ferner wollen wir unsere Anstrengungen zum Schutz von Amphibien und zur Wiedervernetzung von Lebensräumen beispielsweise durch Grünbrücken über Verkehrswege fortsetzen.“

Für das Umweltministerium nannte Untersteller beispielhaft folgende Maßnahmen aus dem Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt:  

  • Verstärkte Umsetzung des Biotopverbunds
  • Förderung des Stehenlassens von Altgrasstreifen und Altgrasinseln als Überwinterungsplatz für Insekten
  • Förderung mehrjähriger Blühflächen in der Agrarlandschaft
  • Reduktion von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln in Naturschutzgebieten

Biodiversitätsmonitoring soll fortgeführt werden

Vorgesehen ist dazu, das 2018 begonnene Biodiversitätsmonitoring, unter anderem von Insekten, weiterzuführen. Neu ist dabei das Insektenmonitoring für den Wald, das das Offenland-Monitoring ergänzt. „Das Monitoring dient dazu, belastbare Datengrundlagen zu bekommen, die Entwicklung der Arten festzuhalten und Erkenntnisse über die Wirkung unserer Maßnahmen zu erhalten“, betonte Umweltminister Franz Untersteller.

Umweltministerium: Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt

Sieben Personen stehen vor Fahrzeugen der Autobahnmeisterei in Ludwigsburg. Im Hintergrund sind zwei Arbeiter zu erkennen.
  • STRASSENBAU

Arbeit der Autobahnmeisterei gewürdigt

Bauarbeiter stehen vor einem Kabelzug (Quelle: TransnetBW und TenneT TSO)
  • Energiewende

Bundesnetzagentur stimmt Netzausbau zu

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bild: e-mobil BW / Studio KD Busch)
  • Interview

„Ich sorge mich um die Zulieferer“

Ein Mann betankt ein Automobil mit Wasserstoff. (Foto: © dpa)
  • Wasserstoff

Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft im Land

Ein Arbeiter installiert in St. Peter im Hochschwarzwald auf dem Dach eines Kleinunternehmens eine Solaranlage. (Bild: dpa)
  • Energiewende

Energie effizient und sparsam einsetzen

Eine Kläranlage (Symbolbild: Patrick Seeger/dpa)
  • Kreislaufwirtschaft

Neue Pilotanlage zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm

Ein Fahrradfahrer fährt in der Nähe von Tübingen in Baden-Württemberg auf einem Feldweg. (Bild: dpa)
  • Flurneuordnung

Neue Wege für Ravenstein-Merchingen

Ein Landwirt bei der Mostäpfellese mit Erntehelfern auf seiner Streuobstwiese. (Foto: © dpa)
  • Landschaftspflege

Mit Engagement die Kulturlandschaften erhalten

Viele junge Menschen im Ländlichen Raum sind aktiv in das Vereinsleben eingebunden. (Bild: Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz)
  • Ländlicher Raum

Studie nimmt Jugend im Ländlichen Raum in den Blick

Hinter einem Hinweisschild „Kernkraftwerk“ erheben sich die Kühltürme des Kernkraftwerks Philippsburg. (Foto: © dpa)
  • Kernenergie

Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Philippsburg

Symbolbild: Schafe grasen neben einem großen Feld mit Solaranlagen. (Bild: Julian Stratenschulte / dpa)
  • Erneuerbare Energien

Einweihung des Solarparks Tomerdingen in Dornstadt

Ein Auto fährt auf einer Allee entlang einer Landesstraße. (Bild: dpa)
  • Straßenbau

Ortsumfahrung Niederwinden freigegeben

Umweltminister Franz Untersteller (l.) und Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (r.) (Bild: Umweltministerium Baden-Württemberg)
  • Abfallwirtschaft

Enge Zusammenarbeit bei der Sonderabfall-Entsorgung

Eine neue Asphaltdecke wird auf einer Straße aufgebracht. (Bild: Patrick Seeger / dpa)
  • Straßenbau

Neue Landesstraße L 602 für den Verkehr freigegeben

Symbolbild: Beim Urban Gardening (städtischer Gartenbau) werden durch die gärtnerische Nutzung auf innerstädtischen Flächen z.B. Blumen, Gemüse, Kräuter und Obstbäume angebaut. (Bild: Andreas Arnold / dpa)
  • Forschung

Bioökonomiekongress zieht positives Zwischenfazit

Baden-Württemberg, Neuravensburg: Der Verkehr rollt während des Sonnenaufgangs über die Schrägseilbrücke der Autobahn 96 bei Neuravensburg. (Bild: Felix Kästle / dpa)
  • Verkehr

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit für bessere Hochrheinquerungen

Eine Gleisbaustelle der Deutschen Bahn.
  • Schienenverkehr

Baustart für den Neubautunnel der Hermann-Hesse-Bahn

Verkehrsminister Winfried Hermann und der Stuttgarter Bürgermeister Peter Pätzold bei der Eröffnung der STADTRADELN-Saison 2020. (Bild: Verkehrsministerium Baden-Württemberg)
  • Radverkehr

Rekordbeteiligung von Kommunen beim STADTRADELN

Autos fahren über eine Kreuzung in Reutlingen. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
  • Verkehr

Debatte zur Novelle der Straßenverkehrsordnung im Bundesrat

Auf dem Bild ist ein belebter Platz zu sehen. Die Sonne scheint und Radfahrerinnen sowie Fußgänger beleben den Platz, der mit schönen Häusern umringt ist.
  • Gesellschaftlicher Zusammenhalt

Landesregierung fördert lebendige Ortsmitten

Polizeibeamte stehen an einer Haltestelle der Stuttgarter Straßenbahnen hinter einer Frau mit Mundschutz. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
  • Coronavirus

Polizei kontrolliert Maskenpflicht im Nahverkehr

Ein Wolf sitzt im Erlebnispark Tripsdrill in einem Gehege. (Foto: dpa)
  • Artenschutz

Online-Konferenz zum Wolfsmanagement

Das „Kleine Zebra“ wird 20 Jahre alt (Bild: Innenministerium Baden-Württemberg)
  • Verkehrssicherheit

Das kleine Zebra feiert sein 20-jähriges Jubiläum

Ein Regiobus unterwegs im ländlichen Raum (Bild: Ralf Braum)
  • Schule

Zusätzliche Fahrangebote zum Schulstart für Schüler

Wanderer gehen bei Reichelsheim durch den herbstlichen Odenwald (Hessen).
  • Forst

Deutsche Waldtage beleuchten den Wald im Klimastress